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21.05.2012

Vierter Braunbär aus schlimmer Haltung gerettet

UKRAINE– Ein Notfallteam der internationalen Tierschutzorganisation VIER PFOTEN hat den Zirkusbären Benya in Kozyatyn (Ukraine) aus extrem schlimmer Haltung gerettet. Er wurde in das neu errichtete Bärenschutzzentrum Synevyr in den Karpaten gebracht. Dort erwartet ihn ein schönes und tiergerechtes Leben zusammen mit Artgenossen.

Bild: VIER PFOTEN

Der zehn Jahre alte Braunbär Benya wurde viel zu früh von seiner Mutter getrennt und musste seitdem mit seinem Besitzer in der bunten Manege eines ukrainischen Wanderzirkus tanzen und Kunststücke aufführen. Doch sein Leben abseits der Scheinwerfer war alles andere als glamourös. Er lebte in einem 2,50 Quadratmeter kleinen Käfig mit einer Höhe von nur 1,50 Meter und konnte sich dort weder aufrichten noch bewegen. Ein qualvolles Leben für einen Bären.

Durch den gemeinsamen Einsatz des Notfallteams von VIER PFOTEN und Mitarbeitern des Bärenschutzzentrums Synevyr konnte Benya gerettet und in einer Bären-Ambulanz die 13-stündige Reise in das von der ukrainischen Regierung gebaute Bärenschutzzentrum Synevyr antreten. Benya hat die Reise gut überstanden und ist wohlbehalten in seinem neuen Zuhause angekommen. Die ersten Tage wird er in einem Käfig direkt neben fünf Artgenossen verbringen, medizinisch versorgt und gut ernährt werden. „Es war ein sehr emotionaler Augenblick für uns alle, als wir mit Benya im Bärenschutzzentrum ankamen“, sagt Dr. Amir Khalil, Projektleiter bei VIER PFOTEN. „Benya ging in seinen Käfig, nahm sofort Kontakt mit der Bärin Ira im Käfig nebenan auf und leckte ihr über die Schnauze.“ Von seinem Käfig aus darf er in Kürze in ein 350 Quadratmeter großes Quarantänegehege, wo er zusammen mit anderen Bären spielen, graben, klettern und schwimmen kann. Die Tierschutzorganisation baut derzeit im Bärenschutzzentrum Synevyr auf einem Gelände von 12 Hektar mehrere riesige Gehege, auf dem Benya und viele weitere gerettete Bären ein artgerechtes Leben führen können.

Nach Informationen von VIER PFOTEN befinden sich in der Ukraine derzeit etwa 100 Bären in tierquälerischer Privathaltung. Die meisten Bären leben in kleinen Käfigen neben Restaurants, manchmal auch in Hotels, Tankstellen oder Bars. Viele müssen zur Belustigung von Touristen Tricks aufführen und Alkohol trinken. Die Privathaltung von Bären ist seit August 2011 in der Ukraine verboten. „Wir wollen nun gemeinsam mit den ukrainischen Behörden gegen die grausame Quälerei der Bären vorgehen“, betont Dr. Khalil. VIER PFOTEN hatte im Februar 2012 mit dem ukrainischen Umweltminister eine schriftliche Vereinbarung getroffen, die VIER PFOTEN Unterstützung bei der Rettung der misshandelten Bären zusichert. Benya ist der vierte Bär, den VIER PFOTEN retten konnte. In den nächsten Monaten sollen weitere Bären gerettet und ins Bärenschutzzentrum gebracht werden.



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