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24.09.2009

Wale bekommen Taucherkrankheit - wegen Sonar

USA/KANADA - Schnabelwale bekommen möglicherweise die Taucherkrankheit, sofern sie zu schnell an die Meeresoberfläche schwimmen - etwa, wenn sie vom Sonar von Marineschiffen erschreckt wurden.

Diese These wird von einer neuen Studie im Fachjournal "Respiratory Physiology and Neurobiology" Online-Veröffentlichung untermauert. Sie könnte Forschern helfen zu verstehen, warum Schnabelwale stärker unter dem Einsatz von Sonar zu leiden scheinen als andere Meeressäuger. Die neuen Erkenntnisse lieferten weitere Hinweise darauf, dass Schnabelwale, die nach Sonareinsätzen der Marine tot aufgefunden wurden, vermutlich die Dekompressionskrankheit hatten, erklärte der Marinebiologe Robin Baird, einer der Autoren des Berichts. Untersucht wurden drei Arten aus der Familie der Schnabelwale, zwei in hawaiianischen Gewässern und eine vor Nova Scotia in Kanada.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Tiere wegen eines extrem hohen Stickstoffgehalts in ihrem Blut besonders anfällig für die Taucherkrankheit sind. Schnabelwale tauchen regelmässig über lange Zeitabschnitte in bis zu 1.500 Meter Tiefe. Beim langsamen Auftauchen bleibt der Stickstoff im Blut gelöst. Taucht ein Tier zu schnell auf, bildet der Stickstoff kleine Bläschen, was zur Dekompressionskrankheit führt. Seit 1960 wurden laut einer Studie aus dem Jahr 2006 weltweit insgesamt 41 Massenstrandungen von Cuvier-Schnabelwalen verzeichnet. Einige fielen mit Sonarübungen der Marine zusammen, so etwa 1996 in Griechenland, 2000 auf den Bahamas und 2002 auf den Kanaren.

Die US-Marine setzt Sonar zum Aufspüren von U-Booten ein. Sie hat sich zu einigen Massnahmen zum Schutz der Wale bereiterklärt, die Umweltschützern aber nicht weit genug gehen. Die Marine dringt nun auf weitere Forschung auf dem Gebiet und hat dafür 26 Millionen Dollar (18,4 Mio. Euro) über die kommenden fünf Jahre bereitgestellt. Auch die neue Studie wurde teilweise von ihr finanziert.