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31.07.2010

Walschützer wollen in die “Höhle des Löwen” auf den Färöer

DÄNEMARK/FÄRÖER - Alljährlich fallen dem blutigen Treiben vor der skandinavischen Inselgruppe mehrere Hundert Meeressäuger in volksfestähnlichen Ritualen zum Opfer. Die Fischer schlagen in ihren Booten auf Eisenstangen, die mit dem anderen Ende im Wasser versenkt werden, um die vorbeiziehenden Tiere vor der Küste orientierungslos zu machen. Dann werden ganze Walschulen in die engen Buchten der zerklüfteten Inselgruppe getrieben und barbarisch abgeschlachtet.

Das empfindliche Sonar der Grindwale wird durch das Stossen einer Eisenstange in das Blasloch zerstört. Anschliessend wird die Halsschlagader aufgeschlitzt. Die Sauerstoffatmer färben in ihrem bis zu 20 Minuten dauernden Todeskampf das Wasser der Buchten blutrot.

Im Juni und Juli wurden jetzt wieder Hunderte der Grindwale von den Färingern erlegt. Das Fleisch wurde, wie immer nach einer Jagd, unter polizeilicher Aufsicht an Bevölkerungsteile der Inselgruppe mit rund 48.000 Einwohnern kostenlos verteilt. Gesundheitswarnungen von Wissenschaftlern, die erhebliche Belastungen des Walfleischs mit Quecksilber und anderen Umweltgiften bis zum hundertfachen oberhalb der vom Mutterland Dänemark festgesetzten Toleranzgrenzen festgestellt haben, werden von der autonomen Regierung der Färöer weitgehend ignoriert.

Das deutsche Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) mit seinem Gründer Jürgen Ortmüller und der Leiter der Walschutzorganisation ProWal, Andreas Morlok, haben sich zusammen geschlossen, um eine Aufklärungskampagne auf den Färöer-Inseln zu starten. Der WDSF-Gründer: „Wir werden in der kommenden Woche auf die Inseln fliegen, um Gespräche mit dem Leiter der Gesundheitsbehörde, mit Politikern, mit Parteien und den Medien zu führen. Wir wollen auf die Gesundheitsgefährdung durch den Verzehr des kontaminierten Walfleischs insbesondere gegenüber den Kindern der Färöer hinzuweisen. Allerdings haben wir auch eine gemeinsame Petition mit rund 60.000 Unterschriften aus aller Welt im Gepäck gegen den grausamen und nicht mehr zeitgemässen Walfang. Wir gehen sozusagen in die Höhle des Löwen, denn Kritiker sind auf den Inseln nicht willkommen und werden auch schon mal bedrängt."

Bisher hatten es andere Tierschützer oder Organisationen nie gewagt, offiziell auf die Färöer zu reisen, da sie mit Angriffen aus der Bevölkerung rechnen müssen. „Das Risiko müssen wir zum Schutz der Wale eingehen, denn sonst wird sich nie etwas ändern", so Ortmüller. Vorsorglich haben die beiden Organisationen dem Auswärtigen Amt in Berlin ihre Aktion mitgeteilt. Dort sieht man keinen Anlass, von der Reise abzuraten.
Quelle: Tierschutznews.ch



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