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17.02.2012

Wieder ist ein Zirkuselefant tot

DEUTSCHLAND – Wie das Veterinäramt des hessischen Wetteraukreises gestern bekannt gab, musste die schwerkranke Elefantendame Maya des Circus Universal Renz am Wochenende eingeschläfert werden.

Damit sind in diesem Jahr bereits zwei gesundheitlich angeschlagene Zirkuselefanten verstorben. Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN appelliert erneut an die verantwortliche Bundesministerin Ilse Aigner, die Tierquälerei im Zirkuszelt endlich durch ein Wildtierverbot zu beenden.

Am 25. November 2011 hat der Bundesrat mit deutlicher Mehrheit für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus gestimmt. Ebenso sind 65 Prozent der Bundesbürger dafür, die Vorführung exotischer Tiere im Zirkus zu untersagen. Auch die Bundestierärztekammer spricht sich klar für einen Zirkus ohne Wildtiere aus. Trotzdem geht die Show auf Kosten der Tiere weiter, denn das zuständige Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz blockiert diesen überfälligen Schritt seit Jahren.

Für die asiatische Elefantenkuh Maya kommt das Verbot in jedem Fall zu spät, sie musste im Alter von ca. 40 Jahren eingeschläfert werden. In freier Wildbahn können die Dickhäuter bis zu 60 Jahre alt oder älter werden. Maya litt an einer Nagelbettentzündung und einer Wunde am Kopf sowie Hautproblemen. „Das Leben von Maya im Circus Universal Renz glich dem der vielen anderen Zirkuselefanten in Deutschland, ein artgemässes Elefantendasein war ihr verwehrt“ erklärt Thomas Pietsch, Wildtierexperte von VIER PFOTEN. Die Tiere mit dem hochkomplexen Sozialverhalten haben in Zirkusbetrieben keinerlei Möglichkeit ihr natürliches Verhaltensspektrum auszuleben. Wanderungen, ausgiebige Körperpflege oder intensive Kontaktaufnahme zu Artgenossen sind unter Zirkusbedingungen tabu. Zirkuselefanten werden nicht in Familiengruppen gehalten. In sieben Zirkussen vegetieren die hochsozialen Tiere sogar ganz ohne Artgenossen dahin. Erst im Januar 2012 war die kranke Elefantenkuh Mausi des Zirkus Voyage während eines Transports verstorben. „Angesichts der aktuellen Fälle darf Ministerin Aigner ein Verbot nicht länger blockieren, sonst droht weiteren Zirkuselefanten ein solch trauriger und einsamen Tod“, fordert Pietsch.

Die tragischen Fälle zeigen, dass die bestehenden Leitlinien zur Zirkustierhaltung lediglich tierquälerische Haltungsbedingungen legitimieren. Der Zirkus Universal Renz ist in der Vergangenheit durch seine Tierhaltung negativ aufgefallen, erst im Jahr 2010 musste er wegen mangelhaften Auslaufs seiner Elefanten ein Bussgeld zahlen. Kurz vor der Einschläferung hatte das Veterinäramt dem Zirkus noch gute Haltungsbedingungen bescheinigt. Aus Sicht des Tierschutzes bleiben grosse Zweifel an dieser Einschätzung. „Wir fordern vom Wetteraukreis bei der Aufklärung von Mayas Tod völlige Transparenz. So muss das Ergebnis der Sektion zeitnah veröffentlicht werden, um mehr über die näheren Umstände von Mayas Tod zu erfahren“, erklärt Pietsch abschliessend.



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