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02.12.2010

Wildtiere im Zirkus leiden bei Schnee und Minusgraden

DEUTSCHLAND – Noch vor wenigen Jahren zogen Zirkusse im Winter in ein festes Stammquartier. Heute tingeln ca. 350 Zirkusunternehmen ganzjährig durch Deutschland und veranstalten trotz Schnee und Minus-Temperaturen sogenannte "Weihnachtszirkusse, in der Regel mit exotischen Tieren. Andere halten ihr Winterquartier nicht in geeigneten Räumlichkeiten ab, sondern halten die kälteempfindlichen Elefanten und Co. den Winter über in Zelten.

Tiger, Wildtiere im Zirkus

Damit umgehen die Zirkusunternehmen die für das Winterquartier geforderten Haltungsbedingungen nach dem Säugetiergutachten, welches auch den Zoos als Haltungsanforderung zu Grunde liegt. Im Winterquartier sind wesentlich grosszügigere Gehege als während des Reisebetriebes vorgesehen. Zudem leiden gerade die exotischen Tiere in der kalten Jahreszeit unter extremen Bewegungsmangel, da sie wegen der Kälte die Aussengehege über viele Monate hinweg nur für kurze Zeit aufsuchen können. Damit wird das Bewegungsbedürfnis der Tiere in der kalten Jahreszeit deutlich mehr eingeschränkt als dies im Zirkus systembedingt ohnehin schon der Fall ist. Enge und Bewegungsarmut verursachen hohen Stress, der sich unter anderem in Bissverletzungen und Verhaltensstörungen äussert. Die arttypischen Anforderungen der Tiere an Temperatur und Frischluftzufuhr, Trockenheit oder Feuchtigkeit der Luft sowie an Wind und Sonne können den Tieren gerade im Winter nicht geboten werden. Aus diesem Grund fordert die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. die Bundesregierung erneut dazu auf, endlich ein Wildtierverbot für Zirkusse zu verabschieden.

"Die in Mode gekommenen Weihnachtszirkusse mit exotischen Tieren sind nichts anderes als Quälerei für die Tiere", so Carola Schmitt, Leiterin der PETA-Kampagne "Wildtiere raus aus dem Zirkus". Zebras, Elefanten, Giraffen, Nashörner, Antilopen, einige Löwenarten, Bengal-Tiger und viele andere exotische Tiere benötigen eine Umgebungstemperatur von mindestens 15°C und mehr. Reptilien wie z. B. Krokodile sind sogar noch kälteempfindlicher und dürfen nie unter 25 °C gehalten werden. Tiere, die in der freien Natur in den Winterschlaf fallen, z. B. Bären, tun das in Gefangenschaft nicht, da sie mit genug Nahrung versorgt werden. Sie werden jedoch im Winter ruhiger und bewegen sich nur, wenn es nötig ist. "Für sie sind die Zirkusvorstellungen eine Qual", sagt Schmitt. Bei niedrigen Temperaturen leiden Nashörner an Erfrierungen an Ohren und Schwänzen. Auch Affen sind sehr kälteempfindlich und können sich sogar bei Zirkusbesuchern mit einer Erkältung anstecken. "All diese Wildtiere haben in einem Zirkus nichts zu suchen - schon gar nicht im Winter!" so Schmitt. Bereits 2003 hat der Bundesrat in einem Entschliessungsantrag ein grundsätzliches Verbot von Wildtieren im Zirkus gefordert. Die Bundesregierung hat die Entschliessung bis heute nicht umgesetzt - im Gegensatz zu 13 europäischen Ländern, die bereits entweder Verbote oder starke Einschränkungen bezüglich der im Zirkus genehmigten Tierarten erlassen haben. Auch die Bundestierärztekammer fordert ein Verbot von Wildtieren im reisenden Zirkus.

Quelle: Tierschutznews.ch



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