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03.07.2013

Wissenschaftlich bewiesen: Sonar-Signale schaden Meeressäugern

GROSSBRITANNIEN – Was seit langem vermutet wurde ist jetzt bewiesen. Forscher konnten nachweisen, dass Wale bei akustischen Störungen aufhören zu fressen und wegschwimmen.

In Experimenten mit Cuvier-Schnabelwalen und Blauwalen konnten die Forscher beobachten, dass militärische Sonar-Signale die Wale bei der Futtersuche stören. Die Tiere unterbrechen bei solchen Unterwasser-Signalen ihre Futtersuche und werden von den reichhaltigen Beute-Gebieten vertrieben. Deswegen könnten sie in einigen Fällen nicht mehr genügend Nahrung zu sich nehmen. Dies wiederum könnte das Strandungsrisiko erhöhen.

Die Meeresbiologen um Peter Lloyd Tyack vom Scottish Oceans Institute erforschen seit Jahren, wie Wale akustisch gestört werden. Nun haben sie erstmals direkt untersucht, wie zwei verschiedene Walarten auf die Sonarwellen unter Wasser reagieren.

Beim ersten Experiment bekamen Cuvier-Schnabelwale ein 30 Minuten dauerndes Playback vorgespielt. Alle 25 Sekunden ertönte ein 1,6 Sekunden langes Signal, das eine Frequenz zwischen ein und zehn Kilohertz hatte. Der Sender befand sich 3,4 bis 9,5 Kilometer von den Tieren entfernt.

Die Wale unterbrachen nach dem Signal das sogenannte Fluken: Sie reckten ihre Schwanzflosse nicht mehr aus dem Wasser heraus - «vielleicht um das Geräusch wahrzunehmen und eine Antwort vorzubereiten», vermuten die Forscher.

Danach hätten die Tiere energisch mit der Schwanzflosse geschlagen und seien fortgeschwommen. Anschliessend seien sie ungewöhnlich lange getaucht und nur langsam wieder an die Wasseroberfläche aufgestiegen. Die Forscher beobachteten dabei auch, dass die Tiere zeitweilig auf ihr Echolot verzichteten und somit länger als sonst nicht nach Nahrung suchten.

Die andere Studie verlief ähnlich, allerdings mit Blauwalen. Die Tiere waren in verschiedene Gruppen aufgeteilt, die unter anderem unterschiedlichen Sonarwellen ausgesetzt wurden. Die Reaktionen der einzelnen Tiere seien deswegen sehr verschieden gewesen.

Für einen Versuch stellten die Forscher beispielsweise fest: «Wir haben eine Futtermenge von 19 Kilogramm Krill pro Minute vor dem Geräusch kalkuliert. Als das Tier dem Sonar ausgesetzt wurde, unterbrach es seine Nahrungssuche für 62 Minuten. Das führte zu einer Einbusse von mehr als einer Tonne Krill während dieses Antwortverhaltens.»

Mehr Bewegung und weniger Futter bedeute, dass dieses Tier nicht genügend Energie zu sich nehme, warnen die Forscher. Sie befürchten: Wenn das wiederholt passiere, sei es nicht mehr so fit - und strande dann vielleicht eher.



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