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22.01.2013

Wölfin narrte Jäger

SCHWEDEN – Eine Woche lang neckte eine Wölfin in Nordschweden die Jäger, die ihr mit Hubschraubern und Schneescootern auf den Fersen waren. Ihre Schläue hat Susi, wie die Tierschützer das Tier nennen, vorerst das Leben gerettet: Das schwedische Verwaltungsgericht hat auf Antrag von zwei Naturschutzorganisationen den Jagdbefehl wieder ausgesetzt, der von der staatlichen Wildverwaltung vor einer Woche verhängt worden war. Für die Tierschützer ist dies ein Meilenstein.

Symbolbild: Wikipedia, Bernard Landgraf

Oft schon hatte die Organisation "Raubtierallianz" gegen Lizenzen für die so genannte Schutzjagd protestiert, die den Abschuss an sich geschützter Raubtiere erlaubt, wenn diese "unbotmässigen Schaden" anrichten. Nie hatte sie sich durchgesetzt. Doch diesmal bekam sie Recht: "Wir sind so erleichtert", kommentierte Generalsekretärin Ann Dahlerus den Beschluss, denn Susi – so getauft, weil dies das finnische Wort für Wolf ist – ist eine ganz besondere Wölfin.

Während der schwedische Bestand von rund 200 Raubtieren wegen Inzucht als stark degeneriert gilt, sollte das über Finnland aus Russland eingewanderte Weibchen durch ihre Gene für frisches Blut im Wolfsstamm sorgen. So wurde sie zunächst auch von den Behörden willkommen geheissen. Doch sie hielt sich nicht an die ihr zugedachten Jagdreviere, sondern begann, in den für die Rentierhaltung genutzten Wäldern Nordschwedens zu wildern. Dreimal fingen die Heger sie ein und verfrachteten sie in südlichere Gefilde, dreimal wanderte sie nach Norden zurück. Dort bildete sie zuletzt ein Paar mit einem heimischen Rüden, machte Jagd auf die Rene und liess sich auch Haustiere munden. Als die Wölfe ein gutes Dutzend Rentiere gerissen hatten, forderten deren Besitzer den Abschuss der Räuber. Das Naturschutzamt wollte abwarten, bis Susi im Frühling Welpen warf, um dann diese in bestehende Rudel zu integrieren. Doch dann beugte sich die Behörde dem Druck der Rentierzüchter und gab trotz aller Proteste grünes Licht für die Schutzjagd. Ein paar Stunden später war Susis Gefährte tot, eine leichte Beute für die Jäger aus der Luft. Doch Susi ist schlauer. Sie verdrückte sich in schwieriges Gelände, in dem ihr die Häscher nicht folgen konnten. Das Tier wich den Verfolgern immer wieder aus und bekam Hilfe vom Wetter, das die Hubschrauber zeitweilig nicht aufsteigen liess. So lebte sie noch, als das Verwaltungsgericht die Jagd stoppte.

Bis das Gericht die Frage der Jagd verhandelt hat, ist die zunächst bis Mitte Februar begrenzte Jagdzeit wohl vorbei. "Die Schäden, die sie anrichtet, sind gering, und sie bringt wertvolle Gene in den Bestand ein", argumentiert Mikael Karlsson, Chef des Naturschutzbundes. Die Rentierzüchter werden für ihre Verluste entschädigt, Susi sei für eine gesunde Wolfspopulation unentbehrlich. Rückendeckung bekommen die Tierschützer von der EU. Umweltkommissar Janez Ptocnik will die schwedische Wolfsjagd verbieten. Nachdem bei Lizenzjagden 2010 und 2011 insgesamt 47 Wölfe erlegt wurden, hat die Regierung daher keine Jagdlizenzen mehr erteilt, dafür aber die "Schutzjagd" erweitert. Umweltministerin Lena Ek verteidigt ihre Raubtierpolitik als wissenschaftlich fundiert, in Kürze soll erneut über die Wolfsjagd entschieden werden. Geplant ist dann eine Selektivjagd, gerichtet auf die am stärksten von der Inzucht geprägten Tiere. Für Susi bestünde dann keine Gefahr mehr.

Quelle: Tierschutznews.ch



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