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19.09.2009

Wolf schlauer als seine Jäger

SCHWEIZ – Der im Entlebuch zum Abschuss freigegebene Wolf hat seinen Kopf gerettet. Die Abschussbewilligung läuft aus – und das Tier ist aus der Gegend verschwunden.

Die während 60 Tagen gültige Abschussbewilligung läuft am 19.9.09 aus, ohne dass das Tier hätte erlegt werden können. Es hat den Abschussperimeter ohnehin schon verlassen. Der Luzerner Jagd- und Fischereivorsteher Josef Muggli wertet die Abschussbemühungen trotz des Nichtabschusses aus präventiver Sicht als Erfolg. Ab Beginn der Nachstellungen habe der Wolf nur noch ein Schaf gerissen und eines verletzt. Das Tier habe wie erwartet sehr sensibel reagiert. Das Männchen mit dem bürokratischen Namen «M24» war vor einem Jahr aus dem Wallis eingewandert. Es ist italienisch-französischer Abstammung und hält sich vor allem im Gebiet Pilatus-Glaubenberg auf. Der Wolf durchstreifte auch das Entlebuch und riss zahlreiche Schafe. Nachdem die Grenze von 30 Opfern erreicht war, wurde er Anfang August zum Abschuss freigegeben.  Laut Muggli bestätigte sich, dass es eine sehr schwere Aufgabe ist, einen Wolf zu erlegen. Eine solche Jagd sei keine Fotosafari, sagte er. Mit einer Hunderschaft von Jägern stelle sich kein Erfolg ein. Muggli und sein Team hatten sich im Ausland kundig gemacht, wie dem Raubtier beizukommen ist. Die grössten Chancen haben Jäger in der Nähe eines Risses. Muggli war im Kantonsparlament dafür kritisiert worden, dass er nicht die Entlebucher Jäger mit dem Abschuss betraut habe. Der oberste kantonale Jagdaufseher weist dies zurück. Jäger seien für die jagdbaren Tiere in ihrem Revier zuständig. Der Abschuss von geschützten Tieren sei aber nicht deren Aufgabe. Bis am Samstag, wenn die Abschussbewilligung ausläuft, wird der Entlebucher Wolf nicht mehr gejagt. Er hält sich nämlich nicht mehr im Abschussperimeter Fürstei-Schwändelifluh-Schimbrig auf, sondern im Pilatusgebiet. Verlängert wird die Bewilligung nicht, weil am Eidgenössischen Bettag die Alpsömmerung der Schafe endet. Insgesamt waren Muggli und sein Team rund 270 Stunden auf der Pirsch. Wer genau im Einsatz stand, wird nicht verraten, um die Betroffenen vor Anfeindungen zu schützen.



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