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23.05.2012

Zirkusse im Test

SCHWEIZ – Auch in diesem Jahr besuchten Fachleute des Schweizer Tierschutz STS diejenigen Schweizer Zirkusse, welche auf ihrer Tournee Tiere mit sich führen. Beurteilt wurden die Haltung der Tiere und deren Auftritte in der Manege der Zirkusse Knie, Nock, Royal, Gasser-Olympia, Harlekin und Stey. Die Zirkusunternehmen unterscheiden sich stark in der Qualität ihrer Tierhaltung und Tiervorführungen.

Der überwiegende Teil der Zirkusse führt nur Tiere mit sich, deren Haltung als unproblematisch bezeichnet werden kann. Die meisten Tiernummern in Schweizer Zirkussen bestreiten Pferde, Esel, Lamas, Kamele oder Ziegen. Die mitgeführten Tiere werden in der Regel gut gehalten und die Haltungen übertreffen die Mindestanforderungen gemäss Tierschutzverordnung.

Erfreuliches bei Knie, Nock und Harlekin

Eine Klasse für sich ist der Schweizer Nationalzirkus Knie. Dieser führt mit grossem personellen und organisatorischen Aufwand einen fahrenden Zoo mit sich. Die Tiere stammen aus dem Kinderzoo Rapperswil und werden auch auf Tournee gut gehalten. Pferde können an allen Standorten auf die Weide, Elefanten haben Freilauf und Bademöglichkeiten. Alle Tiergehege verfügen über Rückzugsorte, verschiedene Bodensubstrate und Beschäftigungsmaterial. Die Proben sind öffentlich, so dass auch die Ausbildung der Tiere transparent ist. Der Umgang mit den Tieren in der Manege ist respektvoll und freundlich.

Auch die Zirkusse Nock und Harlekin präsentierten sich aus Tierschutzsicht erfreulich. Pferde, Kamele, Zebras und Esel geniessen an fast allen Standorten Auslauf und Weide. Der Umgang mit den Tieren in den Manegen dieser Zirkusse ist respektvoll und korrekt.

Im Circus Gasser-Olympia (GO) sind der Umgang mit den Tieren und die Tierhaltung ebenfalls grundsätzlich gut. Eher problematisch ist dagegen die "Zaubernummer“ mit Kaninchen, die im Circus Stey präsentiert wird. Die "verzauberten" Kaninchen zeigten während der Vorführung deutliches Angstverhalten.

Circus Royal: Im Auge des Tigers

Obwohl Grosskatzen im Rahmen einer Zirkustournee nicht artgerecht zu halten sind hat der Circus Royal in diesem Jahr eine Tigernummer engagiert. Tierfreundliche und verantwortungs-bewusste Zirkusse verzichten aus Respekt vor dem Tier auf das Mitführen von Grosskatzen.

Die Haltung der Tiger im Circus Royal entspricht den Mindestvorschriften gemäss Tierschutz-verordnung. Das heisst allerdings nicht, dass die Haltungsbedingungen als artgerecht bezeichnet werden können. Bei den Tieren wurden Stereotypien beobachtet und ihr Verhalten in der Manege lässt auf Stress schliessen. Hektische und unklare Kommandos lassen auch die übrigen Tiernummern im Zirkus Royal eher unprofessionell erscheinen.

Gesetzeskonform ist nicht gleich artgerecht

Zirkusse müssen den Mindestanforderungen der Tierschutzverordnung nicht vollumfänglich entsprechen, wenn die räumlichen Verhältnisse deren Einhaltung an einzelnen Standorten nicht zulassen. Damit ist es Zirkusunternehmen de facto erlaubt, ihre Tiere regelmässig unter nicht tierschutzkonformen Bedingungen zu halten. Nach Erteilung der Tourneebewilligung durch denjenigen Kanton, in dem das Unternehmen sein Winterquartier hat, zieht der Zirkus mit seinen Tieren durch's Land, ohne dass zwingend weitere Kontrollen stattfinden und ohne dass festgestellt wird, wie oft die Ausnahmebewilligung in Sachen Tierhaltung zur Anwendung kommt. Da die Gesetzgebung an sich schon keine artgerechte Haltung garantiert, sondern lediglich die Grenze zur Tierquälerei definiert, sind diese "unkontrollierten" Ausnahmebewilligungen für Zirkusse aus Sicht des Schweizer Tierschutz STS äusserst problematisch. 



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