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28.06.2010

Zootiere in China werden gequält oder verhungern

CHINA – Eine Reihe von Skandalen offenbart die unhaltsamen Zustände in chinesischen Zoos: Tiere werden gequält, erschossen oder verhungern. Nun hat die Regierung erstmals einen Entwurf für ein Tierschutzrecht vorgelegt.

"Wir machen uns Sorgen um die Tiere in den meisten Zoos, Wildparks und Aquarien des Landes", sagt Peter Li, China-Experte bei der US-Tierschutzorganisation Humane Society International. Einrichtungen in China hinkten Jahrzehnte hinter den fortschrittlicheren Zoo-Standards in industrialisierten Ländern her. Eine Reihe von Skandalen zeigte jüngst die Zustände in chinesischen Tierparks. In einem verarmten Zoo in der nordöstlichen Provinz Liaoning verhungerten elf sibirische Tiger (petfinder.ch berichtete), deren Art vom Aussterben bedroht ist. Sie hatten nur noch Hühnerknochen bekommen. Zwei weitere wurden erschossen, nachdem sie hungrig einen Zooarbeiter angegriffen hatten. Berichten zufolge verarbeitete der Zoo Teile der Tierleichen zu lukrativen Potenzmitteln.

Massengrab mit Löwen, Tigern und Leoparden

In der benachbarten Provinz Heilongjiang entdeckten die Behörden nach staatlichen Medienberichten ein Massengrab mit Löwen, Tigern und Leoparden, die in einem Safaripark an Krankheiten und Unterernährung verendet waren. Viele Tiere sind chronisch unterernährt und vegetieren lange vor sich hin. Werden sie dann krank, gibt es kaum tierärztliche Hilfe.

In Städten wie Peking und Shanghai haben die Zoos ihre Bedingungen in den vergangenen zehn Jahren verbessert. In Peking wurde ein grösseres Elefantengehege eröffnet, und die Otter haben statt Beton nun eine natürlichere Umgebung mit Wasserfällen. Berichte, wonach im Café Fleisch von Zootieren serviert wird, wies die Zooleitung zurück.

Tiere von Besuchern misshandelt

Nach Angaben von Grace Ge Gabriel vom Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW) werden die Tiere in China oft auch von Zuschauern misshandelt. Die Leute schreien, bewerfen die Tiere mit Gegenständen und füttern sie mit Abfall. 2002 schüttete ein Student Säure in das Bärengehege im Pekinger Zoo und verletzte einige Tiere.

Die Experten sind sich einig, dass Gesetze zum Schutz von Tieren in Gefangenschaft dringend notwendig sind. In dem nun von der Regierung in Peking vorgelegten Entwurf soll beispielsweise die Fütterung mit lebenden Tieren untersagt werden. Bis das Gesetz in Kraft tritt, wird es aber noch Jahre dauern.

Quelle: n-tv.de



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