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06.08.2010

Zuchtstopp von Raubkatzen in Zoos und Zirkussen gefordert

DEUTSCHLAND - Anlässlich des Weltkatzentags am 8. August fordert die Tierrechtsorganisation PETA einen sofortigen Zuchtstopp für in Gefangenschaft gehaltene Raubkatzen. Kritik der Tierschützer: Während Raubkatzen – allen voran Tiger – in freier Wildbahn aussterben, sind in Gefangenschaft gehaltene Grosskatzen zur Massenware für die Unterhaltungsindustrie verkommen.

Anstatt die Lebensräume der Tiere in ihren Herkunftsländern zu schützen und energisch gegen Jagd-Tourismus vorzugehen, züchten Zirkusse und Zoos unverantwortlich und permanent Jungtiere, weil diese sich als Publikumsmagnete bestens vermarkten lassen. Oft genug verschwinden die ausgewachsenen Tiere dann laut PETA in dubiosen Kanälen. Neben dem sofortigen Zuchtstopp fordert die Tierrechtsorganisation die Zoos und Zirkusse auf, lückenlose Auskunft über den Verbleib ihrer Grosskatzen zu geben und PETA Einblick in die Tierbestandsbücher, Tierbestandslisten und internationalen Zuchtbücher zu gewähren.

„In freier Wildbahn gibt es kaum mehr Tiger, der Markt für in Gefangenschaft gehaltene Raubkatzen dagegen ist übersättigt. Dadurch sind die niedlichen Raubkatzenbabys von heute schon morgen die Verlierer. Die Todesspritze ist zur Normalität geworden, um Grosskatzen und andere Wildtiere wieder loszuwerden, sobald sie aus dem Babyalter rausgewachsen sind", so Dr. Haferbeck, wissenschaftlicher Berater von PETA. Ausgemusterte Grosskatzen enden oft genug auch in speziell eingerichteten Jagdgebieten, wo sie eine leichte Beute für die Jäger auf der Suche nach einer neuen Trophäe sind. Die Organe exotischer Tiere werden häufig zur Herstellung traditioneller chinesischer Medizin und die Köpfe und Felle an Sammler verkauft. 2007 lag PETA eine Export-Liste vor, wonach deutsche Zoos, Tier- und Safariparks 51 Grosskatzen aus 7 deutschen Zoos und Safariparks nachweislich nach China lieferten. In der „Traditionellen Chinesischen Medizin" (TCM) werden Tigerkrallen und -penisse als Potenzmittel verarbeitet.



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