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Das Jagdverhalten – Herausforderung für jeden Hundehalter

Man sieht’s dem Vierbeiner an: Ohren gespitzt, Blick fixierend nach vorne gerichtet, jeder Muskel scheint aufs Höchstmass gespannt zu sein. Und bevor man was sagen kann, düst der Hund auch schon ab. Und dann steht man da, mit einer Leine in der Hand und ohne Hund.
 

Das Jagdverhalten ist eines der häufigsten Alltagsprobleme, mit dem sich der Hundehalter rumschlagen muss. Wir haben es hierbei mit einem der stärksten Instinkte des Hundes zu tun. Beute jagen und erlegen, das steckt in den Genen der meisten Haushunde. Entsprechend ist das Training zum Umlenken des Jagdinstinktes sehr anspruchsvoll und bedarf viel Einsatz.

Es gibt drei Möglichkeiten, mit dem Jagdinstinkt seines Hundes zu leben: man hält den Hund immer an der Leine, der Jagdinstinkt wird geblockt oder umgelenkt. Andere Möglichkeiten gibt es nicht. Das zweite, das Blockieren, ist erstens schwierig und zweitens meistens tierschutzwidrig und verhaltensbiologisch fragwürdig. Die Blockade ist nur dann wirksam, wenn sie die Motivation zum Jagen übersteigt. Der Impuls (meist ein Schmerzimpuls) muss so gross sein, dass er vom Hund im Jagdtrieb überhaupt noch wahrgenommen wird. Elektro-Impuls-Geräte sind in der Schweiz verboten. Und die zugelassenen Sprühhalsbänder lassen die meisten Hunde im Jagdfieber kalt. Zudem lernt der Hund mit solchen technischen Geräten nur, dass es sehr unangenehm ist, loszustarten. Was er stattdessen tun soll, weiss er nicht. Die Bindung zum Hundehalter wird nicht verbessert.

Das Umlenken und Arbeiten mit der natürlichsten Sache der Hundewelt, dem Jagdtrieb, ist sicherlich eine Herausforderung. Und sie lehrt uns sehr viel über unseren Vierbeiner. Wir können unsere Beobachtungsgabe schärfen, unsere Reaktion trainieren, und wir lernen jede Menge über die Bedürfnisse unserer vierbeinigen Zeitgenossen.

Ein solides und gut durchdachtes Jagd-Kanalisierungs-Training dauert vier bis sechs Monate bis zum Erfolg. Es sind Monate, in denen der Hundehalter so ziemlich alle Gewohnheiten über Bord werfen und die Spaziergänge und Aktivitäten mit seinem Hund umgestalten muss. Das Erfolgserlebnis und die Bindung, die man nach einer so intensiven Zeit spürt, sind die Mühe wert. Der Weg dorthin braucht natürlich viel Selbstdisziplin und Mut, und es gibt nicht viele Anbieter solcher Trainings, die Vier- und vor allem Zweibeiner entsprechend unterstützen, motivieren und begleiten. Es ist menschlich, die ersten zwei Wochen nach einem Kurs sehr motiviert zu sein und vieles in den Alltag umzusetzen. Und noch viel menschlicher ist es, dann in die alten Gewohnheiten zu fallen und das Training versanden zu lassen. Es ist im Interesse unserer Hunde, den Zweibeiner mit voller Kraft zu unterstützen und zu begleiten, dass die viel zitierte Bindung auch wirklich verbessert wird.

Grundsätzlich besteht ein Jagd-Kanalisierungs-Training aus den Elementen Führung, gezieltes und gut überlegtes Spielen, Beute-Respekt-Training, Integrieren des Futters auf dem Spaziergang, Signal-Training und Bindungsarbeit. All diese Elemente müssen in konkrete, alltagstaugliche Häppchen gebracht werden, damit das Training überhaupt greift und auf Dauer durchführbar ist.

Ein solches Training ist wie gesagt eine grosse Herausforderung für den Menschen. Es erfordert weitaus mehr Disziplin, Eigenmotivation und Bereitschaft, sich mit dem Wesen Hund auseinanderzusetzen, als jedes andere Training. Nach vier bis sechs Monaten ist es dann aber soweit: am Tag x lässt man den Hund von der Leine, mit einem ganz speziellen Kribbeln im Bauch. Man wartet nur darauf, bis ein Wild den Weg kreuzt. Und dann zeigt sich, ob die ganze Mühe Früchte trägt. So manche Freudentränen sind schon geflossen, weil der Hund auf das Signal freudig zu seinem Halter zurückkehrt. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl, und es zeigt, was alles möglich ist, wenn der Mensch beharrlich und unbeirrt seinen Weg geht.

Quelle:
Sibylle Kläusler
Personal-Trainerin für Menschen mit Hund
www.kyno-mental.ch

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