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Checkliste: Alter Hund

Einfluss auf das Alter eines Hundes haben z.B. die Rasse, die Grösse, das genetische Erbe, Ernährung, äussere Einflüsse, Haltung und sicher auch das Schicksal.

Bestimmt haben schon viele Menschen den Charme, der einen alten Hund umgibt, kennen gelernt. Die grossen Augen versuchen noch alles zu sehen, der Gang ist etwas wackelig, die Nase findet plötzlich wieder jeden Unrat und beim Herbeirufen muss man sich etwas einfallen lassen, damit unser Senior auch wirklich kommt. Manche Hunde zeichnen sich durch eine wundervolle Altersweisheit aus. Sie haben jede Begegnung im Griff, besänftigen die hektischen Jungspunde oder sind geduldige Kuschelpartner. Hat man einen jungen Zweithund im Haus, kann ihre erzieherische Hilfe von unschätzbarem Wert sein.
Sind sie allerdings über die Altersweisheit hinaus gewachsen, scheint es fast so, als hätte man einen Welpen, auf den man bei jedem seiner Schritte sehr gut acht geben muss.

Was sich optisch verändert:

  • Haarkleid: Im Kopfbereiche kann sich manche Fellpartie grau färben, dies durch die reduzierte Produktion von Melanin.
  • Haut: Sie kann schuppiger und trockener werden oder talgiger, zurückzuführen auf den Stoffwechsel. So können sich warzenähnliche Gebilde entwickeln, die dann die Poren verstopfen.
  • Krallen: Durch weniger Bewegung können sich die Krallen schlechter abnutzen. Es ist wichtig, die Krallen und Pfoten zu kontrollieren.
  • Zähne: Brauner Zahnbelag kann durch die verursachenden Bakterien, welche in den Blutkreislauf gelangen Herz, Nieren und Leber schwer schädigen.
  • Augen: Die Elastizität der Linse kann nachlassen, so dass der Senior sein Auge immer schlechter auf nahe Objekte scharf stellen kann und man von Altersweitsichtigkeit spricht. Oft zu sehen ist eine Linsentrübung, welche meistens schmerzfrei ist. Die Trübung kann jedoch auch zur Diagnose Grauer Star führen. Probleme kann die schlechtere Sehfähigkeit vor allem in der Dämmerung bereiten.

Was sich im Zusammenhang mit dem Verhalten verändert:

  • Hörvermögen: Am besten verständigt man sich bereits mit dem jungen Hund über Hör- und Sichtzeichen, damit man auch mit dem alternden Hund gut kommunizieren kann. Wenn alte Hunde schlafen können sie sich sehr erschrecken, wenn man sie grob weckt. Durch die Altersschwerhörigkeit werden sie auch schreckhafter auf Aussenreize. Deshalb ist es sinnvoll, den älteren Hund öfters an der langen Leine zu führen.
  • Inkontinenz: Es kann sein, dass der ältere Hund Kot- und Urin-Absatz nicht mehr richtig kontrollieren kann. Oftmals können hier Medikamente helfen. Wichtig aber ist, dass man öfters als bisher zur Versäuberung raus geht, ähnlich wie im Welpenalter.
  • Schlafbedürfnis: Alte Hunde haben ein erhöhtes Schlaf- und Ruhebedürfnis.
  • Temperaturempfinden: Zum veränderten Temperaturempfinden kommt noch der verlangsamte Stoffwechsel, der beim Regeln der Temperatur Schwierigkeiten macht. So frieren kurzhaarige Hunde schneller und Hunde mit dichter Unterwolle überhitzen leicht.
  • Bellen und Winseln: Das Alleinsein wird wieder schwieriger. Alte Hunde können sich selber schlecht hören und aus verschiedenen Gründen (auch krankheitsbedingt z.B. CDS) bellen und winseln.
  • Berührungsempfindlichkeit: Die Haut wird empfindlicher und damit einher geht auch eine allgemeine Berührungsempfindlichkeit. Diese kann bei der Fellpflege zum Schmerz-Problem werden.
  • Aktivität: Durch das erhöhte Schlafbedürfnis und andere Faktoren reduziert sich auch die Aktivität. Der Senior möchte weniger lange Spaziergänge machen und auf manche Sportart gerne ganz verzichten, dennoch geistig gefördert werden.

Krankheiten und Krankheitsanzeichen:

Sinnvoll ist ein jährlicher Gesundheits-Check mit grossem Blutbild.

  • Herz- Kreislauf-Erkrankungen: Anzeichen können ein dumpfer Husten, schnelle Ermüdung, blasse Schleimhäute, weniger Appetit, vermehrtes trinken u.a. sein.
  • Nierenerkrankung: Anzeichen können vermehrtes trinken, vermehrtes urinieren mit evtl. Schmerzäusserung, Urin-Verfärbung sein.
  • Schilddrüse: Anzeichen können Schlappheit, Müdigkeit, Lustlosigkeit, schlechte Kondition, stumpfes Fell u.a. sein.
  • Tumore: Anzeichen können Umfangsvermehrung, Zubildungen jeglicher Art sein.
  • Immunsystem: Gefahr von Infektionen.
  • Bewegungsapparat: Anzeichen können schweres Aufstehen, langsames Hinlegen, Sprung verweigern (Auto), unrunder Gang, Bein nach schleifen, Schmerzäusserung u.a. sein.
  • Kognitives Dysfunktionssyndrom: Ähnlich der Demenz-Erkrankung des Menschen.
  • Cauda-equina-Syndrom: Schweres Bandscheibenproblem.
  • Geriatrisches Vestibularsyndrom: Im Alter auftretende Erkrankung des Innenohres unbekannter Ursache. Plötzliche Beeinträchtigung des Gleichgewichtssinnes, geht einher mit Kopfschiefhaltung, schwanken, evtl. umstürzen und rasende Augenbewegung. Es sieht aus wie ein Schlaganfall, heilt aber meist (natürlich unbedingt Tierarztbesuch!) von selbst nach einigen Wochen ab. Dieses Syndrom kann bei beiden Ohren auftreten, also sich auch ein zweites Mal wiederholen.
  • Prostataprobleme beim unkastrierten Rüden
  • Gebärmutterentzündung bei der unkastrierten Hündin

Futtergewohnheiten – Ernährung:

Durch die reduzierte Aktivität benötigt der Senior weniger Kalorien. Bitte achten Sie darauf, dass der alte Hund nicht übergewichtig wird. Übergewicht verursacht dem gesamten Körper erhebliche Probleme (Herz/Lunge/Kreislauf/Darm/Bewegungsapparat etc.).

  • Wie oft füttern: Es ist besser für alte Hunde, wenn sie ihr Futter auf 3 bis 4 Portionen täglich verteilt bekommen.
  • Was füttern: Grundsätzlich besteht keine Notwendigkeit, die Ernährung total umzustellen wenn das bisherige Futter gut verträglich war. Allerdings ist der Stoffwechsel reduziert, somit sollte der Nährstoffgehalt nicht reduziert werden der Kalorienanteil jedoch schon. Alte Hunde brauchen mehr Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente. Füttern Sie Ihren Hund mit naturbelassenen, frischen und leicht verdaulichen Inhaltsstoffen, die ihm auch richtig gut schmecken.
  • Kauen: Oftmals können Hunde die harten Trockenfutter-Pellets nicht mehr zerbeissen. Wenn man das Futter zu lange einweicht, gehen einige Inhaltsstoffe verloren. Geeignete, weichere Kauartikel dürfen beim täglichen Ernährungsprogramm nicht fehlen.

Wie Hundehalter ihrem alten Hund helfen können:

Nicht für jeden alten Hund ist es eine Bereicherung oder ein Jungbrunnen, wenn ein Welpe oder Junghund einzieht. Auch Menschen mögen oft im Alter die Hektik, den Lärm und die Ungestümtheit von Kindern nicht mehr so gut ertragen. Gerade wenn Hunde einen unsicheren Gang oder Stand bekommen, Schmerzen haben und auf menschliche Hilfe angewiesen sind, wird die Eingewöhnung eines neuen Hundes selten harmonisch ablaufen.

  • Bürsten und pflegen: Nehmen Sie sich Zeit für die tägliche sanfte Massage mit der Bürste. Damit regen Sie den Kreislauf des älteren Hundes an und geben ihm ein vertrautes Gefühl der Geborgenheit.
  • Fell: Was früher gezupft und getrimmt wurde, kann für die Sommermonate gut mit der Schere bearbeitet werden.
  • Auto: Der Einstieg ins Auto wird einfacher mit einer Einstiegshilfe wie einer Autorampe.
  • Böden: Glatte Böden werden für alte Hunde zur unangenehmen Rutschpartie. Man kann gut mit Teppichbrücken helfen.
  • Futterständer: Grosse Hunde sind dankbar, wenn sie ihr Futter aus einem erhöhten Napf einnehmen können. Geeignet sind Futterständer, die man hoch und runter verstellen kann.
  • Schlaf- und Ruheplatz: Alte Hunde mögen Schlafplätze, die wie kleine Sofas aussehen, eine Memory Foam Matratze haben sowie eine erhöhte, stabile Umrandung. So können sie gut anlehnen und auch den Kopf aufstützen.
  • Sicherheit: Es kann helfen, wenn an gefährlichen Orten im Haus wie z.B. Treppen ein Kindergitter angebracht wird.
  • Alleinsein: Alte Hunde möchten nicht allein sein, sie ertragen dies schlecht. Im schlimmsten Fall muss man sich über eine Hundebetreuung, welche bei eigener Abwesenheit beim Hund bleibt, Gedanken machen.

Aktivitäten mit dem Senior:

Grundsätzlich sollten alte Hunde an einem gut sitzenden, geeigneten Brustgeschirr mit Griff geführt werden. So kann der Halter dem Hund gut helfen, ihn zurück halten, ihn stützen, über die Rampe einsteigen lassen und es hilft auch dann, wenn der Hund Gleichgewichtsprobleme bekommt.

  • Langsamkeit üben: Nehmen Sie sich Zeit für die täglichen Spaziergänge. Lassen Sie Ihren Hund auch mal einen neuen Weg oder Ort erkunden und alles in Ruhe beschnüffeln.
  • Nasenarbeit: Die Nasenleistung ist bei alten Hunden meistens noch prima. So lieben sie es, versteckte Dinge zu suchen, verstreute Leckerchen zu erschnüffeln oder auch Geschicklichkeits-Futter-Spiele zu bewältigen. Auch Mantrailing ist eine Art der Beschäftigung, die man gut bis ins hohe Alter anpassen kann (Wetter/Untergrund/Distanz/Motivation).
  • Freunde treffen: Viele Hunde geniessen es, andere Senioren zu treffen und gemeinsam mit ihnen einen Spaziergang zu unternehmen.


Buchempfehlung
Die Autorinnen verfügen über einen reichen Erfahrungsschatz im Zusammenleben mit alten Hunden und haben in diesem Buch viele wertvolle Tipps zusammengetragen.

Weis(s)e Schnauzen
Clarissa von Reinhardt, Britta Putfarcken
animalLearn Verlag
ISBN 978-3-936188-56-1


© Ingrid Blum, Dipl. Hundetrainerin nach Turid Rugaas und Dipl. tierpsychologische Beraterin I.E.T., www.hundeschule-fee.ch



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