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Checkliste Hundekauf

In unserer Checkliste erfahren Sie alles was Sie bei einem Hundekauf beachten sollten.

Vor dem Hundekauf

Theoriekurs/Sachkundenachweis

Seit 1. Januar 2017 gibt es keine schweizweit obligatorischen Hundekurse mehr. Das Parlament hat sich für die Abschaffung der obligatorischen SKN-Kurse entschieden. Dies gilt sowohl für den theoretischen wie auch für den praktischen Sachkundenachweis.
Für Halter von bewilligungspflichtigen Hunden (Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotenzial, sog. Listenhunde) besteht ihn einigen Kantonen nach wie vor eine Kurs- und Prüfungspflicht.
Insbesondere Personen, die erstmals einen Hund halten wollen, wird der freiwillige Besuch eines Kurses dringend empfohlen, damit sie lernen, ihren Hund artgerecht zu erziehen und rücksichtsvoll zu führen.

Familie, Vermieter, Wohnung, Zuhause

  • Steht die ganze Familie hinter dem Entscheid?
  • Ist die Haltung in Ihrem Miet-Haus resp. in Ihrer Miet-Wohnung erlaubt?
  • Sie haben ein Eigenheim mit Garten: Sie können damit leben, dass Ihr Hund in Ihrem Garten Löcher gräbt?
  • Es ist für Sie ganz selbstverständlich, dass der Hund als weiteres Familienmitglied gilt, somit auch voll integriert ist und mit Ihnen im ganzen Haus lebt?
  • Alle Familienmitglieder sind nicht allergisch auf Hunde (auch Hunde, die nicht haaren, können allergische Reaktionen auslösen!)?
  • Sie können damit leben, wenn Ihr Welpe auch mal Gegenstände wie Schuhe oder gar Möbel ankaut?
  • Sie haben sich bei der Gemeinde darüber informiert, welche Vorschriften an Ihrem Wohnort bezüglich Hunderassen und -haltung gelten?

Zeit, Kosten, Steuern

  • Können Sie täglich für Ihren Hund da sein (die schlimmsten Haltungsfehler sind Isolation und Alleinsein, was dann mit Verhaltensstörungen endet)?
  • Sind Sie bereit, täglich – egal bei welchem Wetter – ausgedehnte Spaziergänge vorzunehmen?
  • Haben Sie die monatlichen Kosten für Tierarzt, Futter, Steuern, Ausbildungskurse etc. budgetiert (Hunde kosten Geld, der Anschaffungspreis ist der geringste Posten. Ein Hundeleben kostet Sie min. 20'000 Franken)?

Verantwortung, Abwesenheit, Ferien

  • Sind Sie bereit, die Verantwortung für das ganze Hundeleben von 10 - 16 Jahren zu übernehmen?
  • Kann der Hund mit Ihnen in die Ferien oder hat er zumindest einen guten Ferienplatz?
  • Ist jemand für den Hund da bei Krankheit, Unfall oder sonstigen Ereignissen?
  • Wenn Sie alle obigen Fragen mit Ja beantworten können, folgt der nächste Schritt.

 

Welcher Hund

Einen reinrassigen Welpen kaufen

 

Grösse, Aufgaben, Verhalten, Pflege

  • Informieren Sie sich über die verschiedenen Hunderassen nicht nur bezüglich Aussehen, Haarpflege und Endgrösse, sondern auch und vor allem über die ursprüngliche Aufgabe dieser Rasse. Ebenfalls gibt die Arbeitsweise enorm viel Aufschluss darüber, womit Sie bei Hunden im Verhalten rechnen müssen. Z.B. wird eine Rasse als «wachsam» beschrieben, kann man daraus lesen, dass diese genetisch fixierte Eigenschaft zu vermehrter Lautäusserung führen wird.
  • Lassen Sie sich von einer unabhängigen, kompetenten Fachperson (HundetrainerIn, TierpsychologIn) beraten, das zahlt sich meistens aus.
  • Treffen Sie dann den Entscheid, welche Rasse es sein soll. Individualität, Charakter und das Bedürfnis der Rasse spielen eine wesentliche Rolle.

Züchter, Eltern, Herkunft, Gesundheit

  • Suchen Sie dann nach guten Züchtern, welche nebst Gesundheit und Wesen der Eltern auch auf eine sorgfältige Verpaarung und Aufzucht nach neuesten Erkenntnissen genau achten, denn die Zeitspanne der ersten 14 Wochen im Leben eines Hundes (gerechnet ab entstehendem Leben im Mutterleib) ist die wichtigste Zeit, die für das weitere Leben als prägend gilt. Sie erhalten auch Auskunft bei Rasseclubs, Hundesportvereinen, SKG, geprüften Tierpsychologischen BeraterInnen oder HundetrainerInnen.
  • Züchter sollten sich weiterbilden und grundsätzliches neues Wissen über Hunde im Allgemeinen haben. Immerschon-Züchter und jahrelange Erfahrung reicht heute nicht mehr als Argument für Seriosität.
  • Kaufen Sie einen Welpen nur in einer vorbildlichen Zucht, wo Sie auch die Mutterhündin mit ihren Welpen besuchen und beobachten dürfen. Im Idealfall wohnen dort noch andere, verwandte erwachsene Hunde in einem echten Rudel und alle Hunde sind am Familienleben beteiligt, d.h. sie wohnen mit im Haus.
  • Achten Sie darauf, dass der Züchter nur einen Wurf gleichzeitig aufzieht.
  • Der Züchter hat die Verantwortung dafür, dass die Welpen je Lebenswoche sinnvolle, positive Verknüpfungen abspeichern können bezüglich: Ruhebedürfnis, Kuschelzeiten, Innen- und Aussenbereich (Sonnenlicht), Autofahren (mit Mutter und Geschwistern an schöne, ruhige Orte mit kleinem Erkundungsspaziergang), Brustgeschirr und Leine, verschiedene Menschentypen, andere Tiere, alltägliche Haushalts-Geräusche und verschiedene Bodenstrukturen, unterschiedliche Futterarten in reichlich aufgestellten Schüsseln (damit keine Futterkämpfe stattfinden!)
  • Fragen Sie nach, wo der Vater der Welpen lebt und versuchen Sie heraus zu finden, welche erblichen Eigenschaften (ängstlich, bellfreudig, jagdlich motiviert, reserviert, ruhig, anhänglich, freundlich etc.) in ihm und auch in der Mutter stecken. Genetik lässt sich später nicht weg erziehen.
  • Entscheiden Sie sich nur für gesundheitlich untersuchte, saubere und fröhliche Welpen, welche mit Microchip versehen (ab 12. Lebenswoche obligatorisch) und bei ANIS eingetragen sind.

Kaufvertrag

  • verlangen Sie unbedingt einen Kaufvertrag.
  • Der seriöse Züchter wird im Kaufvertrag eine Klausel einfügen, womit er selber ein (Vor-)Rückkaufsrecht hat, damit der Käufer den Welpen/erwachsenen Hund nicht nach Belieben irgendwohin weitergeben kann.
  • Achten Sie bitte darauf, dass in Ihrem Vertrag kein Zuchtrecht und auch keine Verpflichtung zur Kastration besteht!

Abgabetermin

  • Der sinnvolle Abgabetermin für Welpen aus harmonischer Aufzucht liegt nach neuesten verhaltensbiologischen Erkenntnissen (Miklosi, Bradshaw, Serpell, Ganslosser) um die 12. bis 13. Lebenswoche. Bis dahin finden wichtige Lernvorgänge statt wie Beisshemmung erlernen, Beobachtungslernen mit Nachahmung, soziales Spielen in der eigenen Familie was den Persönlichkeitsfaktor «Geselligkeit» entwickeln lässt. Welpen können sich an andersartige Partner mental erst von der 14. Lebenswoche anbinden lernen, sofern sich der Mensch die Attraktivität als Bindungspartner auch verdient. Schon deshalb macht eine frühere Übernahme absolut keinen Sinn, im Gegenteil.

 

Einem Hund aus einem Tierheim ein liebevolles Zuhause bieten

 

Informieren, besuchen, spazieren gehen

  • Informieren Sie sich eingängig über Ihren Wunschhund, so Sie diesen aus einem Tierheim holen möchten. Das Tierheimpersonal kann Ihnen über Charakter, Vorlieben, Gesundheitszustand, Vorgeschichte und über die Bedürfnisse des Hundes im Idealfall Auskunft geben.
  • Gehen Sie mit dem Tierheimhund auf einen Spaziergang, dies vor Ihrer «Adoptionszusage».
  • Besuchen Sie den Hund Ihrer Wahl öfters im Tierheim, bevor Sie ihn abholen.

 

Hunde aus dem Ausland, Vorgeschichte, Geduld

  • Hunde in Tierheimen können oftmals traumatisiert sein. Solche Tiere brauchen viel Zeit, um neuen Menschen vertrauen zu können. Es kann also sein, dass sich aus einem sehr ruhigen, verängstigten und reservierten Hund nach einigen Monaten ein fröhlicher, liebesbedürftiger und lernbegieriger Charakter entpuppt. Es kann auch sein, dass sich Ihr Hund in Gegenwart von Männern oder Autos ängstigt oder Metallgeräusche meidet etc.
  • Wenden Sie sich am besten an eine gewaltfrei arbeitende Hundetrainerin, die Ihnen von Beginn an zur Seite stehen kann und weiss, wie man sich gegenüber Angsthunden verhalten muss.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Hund an Brustgeschirr (oder Panikgeschirr bei osteuropäischen traumatisierten Hunden) gewöhnt wurde. Viele Strassenhunde wurden mit Schlingen eingefangen, so dass sie auf Halsberührungen oder dortigen Druck mit Panik reagieren.
  • Denken Sie daran, dass oftmals ausländische Hunde unsere Sprache nicht verstehen.
  • Beachten Sie auch, dass viele Hunde aus dem Süden oder Osten gute Jäger sind und Sie sich vielleicht darüber bewusst werden, dass Sie Ihren Wunschhund niemals ableinen können.

Microchip und Schutzvertrag

•    Kaufen Sie nur geimpfte, mit Microchip gekennzeichnete und bei ANIS registrierte Hunde und verlangen Sie unbedingt einen Kaufvertrag/Schutzvertrag

Wo beim Hundekauf besondere Vorsicht geboten ist

 

Hundekauf im Ausland

  • Kaufen Sie keine Hunde in ausländischen Tierhandlungen oder auf Märkten
  • Kaufen Sie auf keinen Fall coupierte Hunde (Ohren und/oder Rute) im Ausland. In der Schweiz besteht ein Coupierverbot und ebenso ein Importverbot für coupierte Hunde.
  • Wenn Sie einen Hund im Ausland bei einem vertrauenswürdigen und zertifizierten Züchter kaufen, müssen alle wichtigen Impfungen gemacht worden sein (bei Welpen muss eine tierärztliche Bescheinigung vorliegen, die bestätigt, dass der Welpe nie mit Wildtieren in Kontakt gekommen ist, da eine Tollwutimpfung im Welpenalter noch nicht gemacht wird).
  • Sie bekommen für den Welpen einen europäischen Heimtierpass.
  • Bei Junghunden und ausgewachsenen Hunden muss die Tollwutimpfung mind. drei Wochen vor der Einfuhr in die Schweiz gemacht worden sein.

Welpenkauf im Internet

  • Kaufen Sie niemals über Online-Plattformen einen Billig-Welpen, welcher Ihnen auf einem Rastplatz oder sonstiger dubioser Umgebung übergeben wird. Hier handelt es sich in aller Regel um Hundehändler mit meist kranken und viel zu jungen Welpen! Für solche Hunde ist ein auch noch so günstiger Kaufpreis niemals gerechtfertigt. Die Erfahrung zeigt, dass unter Umständen die Behandlungskosten solcher Welpen ein Vielfaches dessen betragen können, was ein "teurer" Welpe bei einem seriösen Züchter kostet. Zudem sind in der Regel die Papiere zum Hund gefälscht. Sollten Sie solch einen Welpen kaufen, unterstützen Sie die grausame Ausnützung der Mutterhündin als lebende Gebärmaschine, eingepfercht im Gitterverschlag, meistens in ihren eigenen Exkrementen liegend und von Schmerzen gekennzeichnet.

 

Nach dem Kauf, der Hund kommt Nachhause

  • Melden Sie Ihr neues Familienmitglied bei Ihrer Gemeinde an (innert 10 Tagen).
  • Je nach kantonaler Regelung müssen Sie einen Welpenkurs, Junghundekurs oder – so es sich um einen erwachsenen Hund handelt – einen Erziehungskurs besuchen.

Quelle: Ingrid Blum, Dipl. Hundetrainerin nach Turid Rugaas und Dipl. tierpsychologische Beraterin I.E.T., www.hundeschule-fee.ch



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