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Die Katze bekommt Junge

Wenn sich bei der Katze Nachwuchs ankündigt, beginnt damit auch
für den Halter eine spannende Zeit. Die natürlichen Vorgänge während der Tragezeit und der Katzengeburt lassen sich gut beobachten und unterstützen. Eingreifen sollte man jedoch nur im Notfall.

Wenn sich eine Katze erfolgreich gepaart hat, wird sie 63 bis 65 Tage später Katzenwelpen gebären. Eine Tragezeit zwischen 59 und 70 Tagen gilt noch als normal. Erst nach dem Deckakt kommt es zur Ovulation im Eileiter. Zwei Wochen dauert es, bis sich die befruchtete Eizelle mehrmals geteilt hat und eine Blastozyste (Zellhaufen) entstanden ist, die sich in der Gebärmutter einnistet und von der sich rasch entwickelnden Plazenta umgeben wird. Ab drei Wochen nach der Deckung kann die Trächtigkeit durch Ultraschall diagnostiziert werden, aber auch Laien können erkennen, dass Nachwuchs unterwegs ist.

Anzeichen der Trächtigkeit bei der Katze
Erstes äusserliches Zeichen dafür, dass die Katze Junge bekommt, ist die Farbe der Zitzen, sie nehmen nach etwa drei Wochen eine kräftige rosa Färbung an. Nach etwa 40 Tagen werden das Gesäuge und die Zitzen deutlich grösser und der Bauch rundet sich allmählich. In der letzten Phase der Trächtigkeit lassen sich die Welpen bereits fühlen, ihre Bewegungen sind tastbar und, wenn die Katze ruhig daliegt, auch sichtbar. Die Mutterkatze wird zunehmend ruhiger, während der Appetit zunimmt und sie an Körpergewicht zulegt.

Auf den erhöhten Nährstoffbedarf sollte der Katzenhalter reagieren und mehr und hochwertiges Futter bereitstellen. Spezielle Nahrung für tragende und säugende Katzen sollte viel Calcium und weniger Stärke enthalten und kann durch Katzenmilch ergänzt werden. Auch auf das erhöhte Ruhebedürfnis sollte man Rücksicht nehmen und Kinder im Haushalt entsprechend anleiten.

Die Geburt kündigt sich an
In der letzten Woche der Trächtigkeit werden viele Katzen unruhig, streifen im Haus umher und suchen nach einem geeigneten Platz für ihr Nest. Stellen Sie an einem ruhigen Ort im Haus eine Wurfkiste auf. Dazu eignet sich ein stabiler Pappkarton, in den man eine zusammengefaltete Decke und darüber ein sauberes Tuch legt. Ein bis zwei Tage vor dem Geburtstermin kann es sein, dass die Katze das Futter verweigert. Einige können auch aggressiv ­reagieren, ein Verteidigungsverhalten, das in der Natur notwendig ist, um den Wurf vor Feinden zu schützen. Andere schliessen sich in dieser Phase enger als sonst an ihre menschlichen Gefährten an. Fast alle wirken unruhig, entweder entfliehen sie den vertrauten Menschen und ziehen sich in dunkle Ecken zurück, oder sie folgen dem Menschen und miauen ausdauernd, als würden sie um Beistand bitten.

Die drei Phasen einer Katzengeburt
Normalerweise brauchen Katzen keine Hilfe, sie wissen instinktiv, wie sie sich bei der Geburt verhalten müssen. Trotzdem ist es gut, wenn der Mensch in der Nähe bleibt, denn falls es zu Komplikationen kommt, muss er eingreifen. Der Geburtsvorgang umfasst drei Phasen:

> In der ersten Phase, die mehrere Stunden dauern kann, weitet sich der
Gebärmutterhals, dann beginnen die äusserlich sichtbaren Kontraktionen der Bauchmuskulatur. Diese Wehen, die einige Zeit andauern können, scheinen der Katze kaum Schmerzen zu bereiten.

> Die zweite Phase beginnt mit dem Ausscheiden von Fruchtwasser. Gleich darauf erscheint das Kätzchen in seiner Fruchtblase, die von der Mutter aufgebissen wird. Das Junge wird schnell ganz ausgetrieben, wobei sowohl Kopfendlage als auch Hinter­endlage als normal gelten. Die Katze beisst die Nabelschnur durch, frisst die Hülle und beginnt sogleich, das Kätzchen trocken zu lecken, wodurch sie Atmung und Kreislauf anregt.
Nur wenn sie es unterlässt, die vom Schleim verstopfte Nase zu säubern, sollte man dies vorsichtig mit etwas Watte nachholen.

> In der dritten Phase wird die Nach­geburt ausgestossen und ebenfalls aufgefressen. Bei Mehrlingen, was die Regel ist, erscheint die Nachgeburt etwa fünf bis fünfzehn Minuten nach jedem Welpen.

Normalerweise werden die Jungen in kurzen Abständen von weniger als einer Stunde geboren, in seltenen Fällen kann es einige Stunden dauern, bis das Letzte das Licht der Welt erblickt hat. ­Jedes Neugeborene sucht sich sogleich eine Zitze und beginnt zu trinken.

Komplikationen bei der Geburt
Sie sind zum Glück sehr selten. Sollte eine unerfahrene Katze es einmal versäumen, die Nabelschnur durchzubeissen, muss man sie mit einer sterilisierten Schere etwa drei Finger breit vom Bauch des Welpen abschneiden. Risikofaktoren für Totgeburten sind
> eine sichtbare Wehentätigkeit, die sich über Stunden hinzieht, ohne dass ein Junges geboren wird,
> der Abgang von Fruchtwasser, ohne dass die Austreibungsphase beginnt,
> eine Geburtsdauer von über zwölf Stunden.

In diesen Fällen sollte man den Tierarzt kontaktieren und sich gemäss der ärztlichen Anordnung verhalten. Um das Leben von Mutter und Wurf zu retten, könnte eventuell ein Wehenmittel oder ein Kaiserschnitt nötig sein.

Wurfgrösse und Aussehen der Jungen
Grundsätzlich gilt es, die Ruhe zu bewahren, in die natürlichen Vorgänge möglichst nicht einzugreifen, die Katze aber während der ganzen Zeit genau zu beobachten und, so sie dies wünscht, durch Streicheln und Zureden zu unterstützen. Die Wurfgrösse bei Hauskatzen beträgt normalerweise zwischen zwei und fünf, aber auch Geburten mit nur einem oder sechs und mehr Kätzchen kommen vor. Bei Rassekatzen bestehen Unterschiede, Orientalen haben eher grössere Würfe, Langhaarkatzen kleinere. Dass die Wurfgeschwister oft sehr verschieden aussehen, liegt am Paarungsverhalten, es kann nämlich sein, dass sie verschiedene Väter haben.

Hauskatzen bringen normalerweise zwei bis fünf Kätzchen zur Welt. Im Aussehen gleichen sich die kleinen Büsis aber nicht immer, dies hängt ganz davon ab, mit welchen Vätern sich die Mutterkatze gepaart hat.

© Bilder: shutterstock.com

Quelle: Welt der Tiere

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