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So erziehe ich meine Katze

Katzen erziehen, geht das überhaupt? Katzen sind als starrsinnig bekannt. Nur mit viel liebevoller Konsequenz lassen sie sich – immerhin – ein wenig erziehen. Dabei sind ihre arteigenen Bedürfnisse unbedingt zu beachten. Unerwünschtes Verhalten von Katzen sollte nie bestraft, jedoch umgelenkt werden.

Die Prägephase von Katzenjungen beträgt etwa drei Monate. In dieser Zeit lernen sie durch das Vorbild der Mutter und den Kontakt zu den Geschwistern alles, was sie für ihr Katzenleben brauchen. Gibt es angenehme Erfahrungen mit Menschen, werden sie auch später menschenbezogen sein. Fehlen sie, wird die Katze scheu bleiben. Aber auch die gut sozialisierte Katze wird manchmal Verhaltensweisen zeigen, die den Menschen stören. Warum zeigt die Katze dieses Verhalten und was kann man tun, damit sie es ändert?

Die Katze springt auf den Esstisch oder die Anrichte
Das tut sie, weil Katzen generell die Lage gerne von oben betrachten und weil sie weiss oder riecht, dass sie dort oben etwas zu fressen findet. Vielleicht hat sie an dieser Stelle einmal einen leckeren Bissen abbekommen oder sich genommen. Katzenbesitzer, die die Katze nicht auf dem Tisch haben wollen, dürfen ihr von Anfang an niemals Futter geben, wenn sie oben ist, und auch nichts vom eigenen Teller herunterreichen, wenn sie vom Boden her danach verlangt. Ist sie hochgesprungen, fasst man sie sogleich mit beiden Händen und setzt sie auf den Boden. Sie wird es wieder versuchen. Und wieder greift man sie ruhig und bestimmt und setzt sie zurück. Ratsam ist es auch, der Katze ihr Futter zu geben, bevor man selbst zum Essen Platz nimmt. Ist sie satt, besteht weniger Notwendigkeit zum Betteln.

Die Katze kratzt an Polstermöbeln, Teppichen, Türpfosten, Tapeten
Die Krallen sind die Waffen der Katze, ohne sie würde sie in freier Wildbahn schnell verhungern. Sie braucht sie zum Greifen der Beute und auch zum Hochklettern bei Gefahr. Ausserdem markieren Katzen beim Krallenschärfen die Stelle mit ihrem persönlichen Duft, den nur andere Katzen wahrnehmen. Damit die Krallen immer einsatzbereit sind, müssen sie scharf gehalten werden, deshalb muss die Katze auch in der Wohnung kratzen dürfen. Stellen Sie einen hohen, stabilen Kratzbaum auf und bringen Sie zusätzlich einige robuste Kratzbretter in der Wohnung an. Den gleichen Zweck können Möbelstücke erfüllen, auf deren Erhalt man keinen Wert legt und die dann als Katzenkratzmöbel dienen. Mit etwas Katzenminze kann man diese Orte attraktiv machen. Kratzt die Katze an einer verbotenen Stelle, muss man sie sofort hochheben und zu einem erlaubten Kratzplatz tragen, und das immer wieder. Es gilt also, das natürliche Verhalten nicht zu unterdrücken, sondern umzuleiten.

Die Katze klettert an Vorhängen, Tischdecken, Hosenbeinen hoch
Vor allem junge Kätzchen üben sich so im Jagd- und Fluchtverhalten, aber diese sehr lebhafte Phase dauert nicht lange. Wenn es den Menschen stört, dass die Katze die Gardine hochklettert oder auf einem Regal herumschweift, auf dem zerbrechliche Dinge stehen, muss er die Wohnung katzengerecht einrichten, schnell und ruhig reagieren und vor allem konsequent sein. In hartnäckigen Fällen kann ein Wasserspritzer aus der Sprühflasche oder Wasserpistole der Katze klar machen, dass sie diese attraktive Klettermöglichkeit besser meidet. Man nimmt sie auf, trägt sie zu einem erlaubten Platz und animiert sie dort mit einem Spielzeug zum Hochklettern.

Fotostrecke

  • Katze mit Katzengras
  • Katze stiehlt Wurst vom Tisch

Die Katze kratzt und miaut vor der geschlossenen Tür
Will die Katze in einen Raum, der nicht zugänglich ist, kratzt sie an der Tür, denn sie kann ja nicht anklopfen. Manche maunzen auch ganz erbärmlich und ausdauernd, denn ihrer Meinung nach gehört auch dieser Raum zu ihrem Territorium. Will der Mensch nicht, dass sie sich dort aufhält, dann muss das vom ersten Moment an klar sein. Dieses Zimmer ist tabu, und auch wenn du kratzt und miaust, mache ich dir nicht auf, denn das ist nicht dein Territorium! Wer die Katze einmal ins Schlafzimmer lässt und ein anderes Mal aussperren möchte, wird keinen Erfolg haben, hier kann nur absolute Konsequenz zum Erfolg führen. Viel einfacher ist es natürlich, alle Türen offen zu lassen und den kleinen Hausgenossen nirgendwo auszuschliessen.

Die Katze knabbert Zimmerpflanzen an
Auch dahinter steckt ein natürliches Bedürfnis. Vermutlich zur Magenreinigung knabbern die Fleischfresser zwischendurch gerne an Grashalmen. Das muss auch der reinen Wohnungskatze möglich sein. Man stellt einfach etwas Katzengras auf. Pflanzen, die für Katzen giftig sind (siehe Infobox), sollte man gar nicht in der Wohnung haben. Knabbert die Katze an Grünpflanzen oder Blumen in der Vase herum, hilft auch hier das kurze Ansprühen mit Wasser. Manchmal erwischt man eine Katze dabei, dass sie Wasser aus der Blumenvase oder der WC-Schüssel leckt. Dann sollte man auf Vasenblumen verzichten und den WC-Deckel immer geschlossen halten. Ein Schälchen mit sauberem Trinkwasser muss natürlich immer bereitstehen.

Die Katze ist nicht sauber
Eine Folge des Grasfressens ist das Erbrechen. Das gelegentliche Auswürgen von Haarbällen und sonstigem Mageninhalt irgendwo in der Wohnung ist ein normaler Reinigungsvorgang und lässt sich nicht abstellen. Die Lösung: einfach aufnehmen und aufwischen. Wenn keine Gesundheitsprobleme vorliegen, sind Katzen extrem sauber. Nur muss der Mensch der Wohnungskatze erlauben, ihr natürliches Bedürfnis, Kot und Urin zu verscharren, auszuleben. Eine ausreichende Zahl «Katzenchischtli» an geeigneten Stellen, mit akzeptierter Streu versehen und täglich gereinigt, lassen das Problem nicht aufkommen. Es sei denn, die Katze drückt durch Unsauberkeit aus, dass sie mit ihrer Lebenssituation nicht zufrieden ist. Unruhe, Konkurrenten, Abwesenheit der Besitzer können sie zu solchen «Notrufen» veranlassen. Wie in allen anderen Fällen von unerwünschtem Verhalten darf sie dafür nicht bestraft werden, sondern man muss sie beobachten, Alternativen ausprobieren und Geduld haben.

Achtung giftig!

Viele Katzenhalter sind der Meinung, dass ihre domestizierten Hausgenossen genauso instinktiv wie ihre wild lebenden Verwandten wissen, welche Pflanzen für sie unangenehme Reaktionen hervorrufen oder gar giftig sein können. Dem ist mitnichten so. Zudem schmückt heutzutage so mancher exotische Blumen- und Pflanzenschmuck unser Heim oder unseren Garten, sodass heimische Katzen erst recht nicht wissen, welche Gattungen für sie unverträglich sind oder im schlimmsten Fall tödlich wirken.
Hat die Katze schon an einer giftigen Pflanze geknabbert, können sich Vergiftungserscheinungen mit folgenden Symptomen einstellen: Durchfall, Erbrechen, Muskel- und Atemlähmungen, Krämpfe, Kreislaufversagen. Verlieren Sie in solchen Verdachtsfällen keine Zeit, einen Tierarzt respektive eine Tiernotfallstation zu konsultieren. Und denken Sie daran, das «Corpus Delicti», wenn immer möglich, gleich mitzubringen oder zumindest korrekt zu beschreiben.

Die nachfolgende Auflistung von Pflanzen beschränkt sich aus Platzgründen auf die Nennung der stark giftigen Gewächse.

Zimmerpflanzen
Christrose, Dieffenbachie, Prachtlilie, Weihnachtsstern, Wüstenrose

Wild- und Gartenpflanzen
Adonisröschen, Avocado,
Besen-Ginster, Bocksdorn, Buchsbaum, Eibe, Eisenhut, Engelstrompete, Fingerhut, Germer, Goldregen, Herbstzeitlose, Hundspetersilie, Kirschlorbeer, Lein, Maiglöckchen, Nachtschatten, Narzisse, Nieswurz, Oleander, Pfaffenhütchen, Rhododendron, Rittersporn, Rizinus, Robinie, Sadebaum, Schierling, Seidelbast, Stechapfel, Stechpalme, Tabak, Tollkirsche, Tollkraut, Glockenbilsenkraut, Tulpe, Wasserschierling, Wolfsmilch, Wurmfarn

Weiterführende Informationen
www.vetpharm.uzh.ch
www.botanikus.de
www.catplus.de

Quelle: Welt der Tiere

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