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So wird der Ausritt zum unbeschwerten Naturerlebnis

Gerade jetzt im Sommer laden angenehme Temperaturen und sonniges Wetter zum Reiten im Gelände ein. Doch das Reiten ausserhalb der sicheren Halle oder des eingezäunten Reitplatzes birgt auch neue Herausforderungen und Gefahren. Durch das Beachten einiger einfacher Regeln wird der Sicherheitsfaktor beim Ausreiten erhöht – und einem unbeschwerten Ausritt steht nichts mehr im Weg.

ür einen sicheren Ritt im Gelände benötigen Reiter und Pferd eine solide Grundausbildung. Das Be­herrschen des Pferdes in allen drei Grundgangarten und ein stabiler Sitz des Reiters in allen Situationen stellen die absolute Mindestanforderung dar. Der Reiter muss sein Pferd in schwierigen Momenten unter Kontrolle haben und entsprechend reagieren können. Für Reiter, die noch nicht so erfahren sind oder ein unerfahrenes Pferd reiten, empfiehlt es sich in jedem Fall, eine Begleitperson und ein Führpferd mit viel Erfahrung mitzunehmen. Ausritte allein sind generell eher zu vermeiden, weil in kritischen Situationen in einer Gruppe für mehr Sicherheit gesorgt ist.

Zur Grundausrüstung für den Ausflug ins Gelände gehören für das Pferd ein Sattel und ein Zaumzeug in tadellosem Zustand. Die Riemen und der Sattelgurt dürfen nicht rissig oder beschädigt sein, sodass sie jeder Belastung standhalten können. Ausserdem muss der Beschlag des Pferdes in gutem Zustand sein: Lockere Eisen oder abstehende Nägel gehören nicht ins Gelände. Die Beine des Pferdes kann man mit Gamaschen beim Ausritt vor Verletzungen schützen. Wobei Gamaschen Bandagen vorzuziehen sind, da sich letztere viel leichter lösen und so zum Risikofaktor werden können. Zum Schutz vor lästigen Insekten im Sommer gibt es diverses Zubehör aus dem Fachhandel. Die beliebtesten Hilfsmittel sind der Insektenschutzspray und das Ohrengarn, welches die Ohren und die Augen des Pferdes schützt. Falls die Heimkehr für die Abendstunden geplant ist, sollte das korrekte Leuchtmaterial nicht vergessen gehen. Leuchtgamaschen, Stiefellampen und Leuchtwesten sind in jedem Reitsportgeschäft erhältlich. Auch sollte der Reiter beim Ausritt auf jeden Fall korrektes Schuhwerk und einen Dreipunktschutzhelm tragen. Ein Mobiltelefon ist ebenfalls empfehlenswert, damit man bei Bedarf Hilfe holen kann.

Zur Route: Diese sollte dem Niveau der Reiter und den beteiligten Pferden angepasst werden. Zur Vemeidung von unnötigen Risiken sollten stark befahrene Strassen, Wege mit vielen Fussgängern, Schiessstände oder Bauernhöfe mit frei herumlaufenden Hunden umgangen werden. Die geplante Route sollte im Stall jemandem mitgeteilt werden, damit im Notfall keine langen Suchaktionen eingeleitet werden müssen.

Richtiges Verhalten beim Ausreiten

Als Reiter muss man sich der Tatsache bewusst sein, dass man nicht bei allen Fussgängern und Velofahrern beliebt ist. Auch Bauern und Förster sind Reitern nicht immer wohl gesinnt. Der Grund für die steigende Antipathie gegen Reiter ist, dass es solche gibt, die sich in der freien Natur rücksichtslos verhalten
und sogar Landschaden verursachen. Die Vor­aussetzung für ein problemloses Zusammenleben im Gelände ist der gegenseitige Respekt und das Beachten weniger Regeln.
 
In der Gruppe wird immer in geschlossener Formation geritten. Zu zweit nebeneinander und mit drei Metern Abstand zum vorderen Reiterpaar. Dies dient der Verhütung von Unfällen und trägt zusätzlich zu einem seriösen Gesamtbild bei. Idealerweise reitet die Führperson an der Spitze und eine zweite erfahrene Person am Ende der Gruppe. Kreuzt man einen Fussgänger, geschieht dies im Schritt und in Einerkolonne. Freundliches Grüssen schafft Sympathien. Geritten wird nur auf gefestigten Wegen. Trampelpfade werden von den Pferdehufen zu sehr strapaziert und auch der Grasstreifen in der Mitte von Feldwegen sollte nicht unnötig beritten werden. Für das Reiten über Wiesen und Felder muss die Bewilligung des jeweiligen Bauern eingeholt werden.

Das Pferd ist im Strassenverkehr dem Auto gleichgestellt und hat auf dem Trottoir nichts verloren. Geritten wird auf der rechten Strassenseite in Einerkolonne. Erst in einer Gruppe von mehr als sechs Reitern darf nebeneinander geritten werden, um den Autos den Überholweg zu verkürzen. Die Handzeichengebung ist immer mindestens vom vordersten und vom hintersten Reiter auszuführen. Durch Auf- und Abbewegen des Armes können Auto­fahrer zu einem langsameren Tempo aufgefordert werden.

Galopp im Gelände

Wenn der Ausbildungsstand der beteiligten Reiter es erlaubt, steht einem Galopp im Gelände nichts entgegen. Die ideale Galoppstrecke führt leicht bergauf und verfügt über einen weichen Boden ohne grobe Steine oder Wurzeln. Vorsicht beim Galopp über offene Felder: Grössere Löcher sind oft nur schwer erkennbar und können ein Pferd zum Stürzen bringen. Galoppiert wird möglichst in Einerkolonne und der Abstand wird mindestens verdoppelt. Die Strecke sollte übersichtlich sein, sodass für herannahende Fussgänger und Velofahrer keine Gefahr besteht.

Nach dem Ausritt

Bei der Heimkehr von einem Ausritt bedarf das Pferd sorgfältiger Versorgung. Nebst der üblichen Pflege sollte der Kontrolle der Hufe besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Während des Ausritts können sich die Eisen gelockert oder Steine im Huf festgeklemmt haben. Auch Verletzungen an den Beinen oder Insektenstiche können so frühzeitig entdeckt und behandelt werden. Auch das Überprüfen und die Pflege der Ausrüstung sind nach einem Ausritt wichtig. Nasses oder verschmutztes Leder trocknet aus, wenn der Schmutz nicht entfernt wird und bei einer Nachkontrolle kann zugleich festgestellt werden, ob die Ausrüstung den nächsten Ausritt gefahrenlos zulässt.

Sie sehen, meist handelt es sich nur um Details und Routinehandgriffe, die darüber entscheiden, ob ein Ausritt unfallfrei resp. ohne Zwischenfälle verläuft oder nicht. Wer sich seiner Verantwortung gegenüber Pferd und Mitmenschen bewusst ist, kann sich auf ein erholsames, genussreiches Naturerlebnis mit seinem Pferd freuen.    

Veronika Eder ist eidg. dipl. Bereiterin

Quelle: Welt der Tiere



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