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Hühner halten als Hobby

Friedliches Gegacker und emsiges Gescharre im Garten oder unter schattenspendenden Bäumen, einfach Huhn sein ohne Produktionszwang – was für ein entspannender, glückseliger Anblick für den Menschen. Damit aber auch die Hühner ein rundum glückliches Leben führen können, sind die Kenntnis und das Respektieren der Lebensweise ihrer wilden Vorfahren Voraussetzung.

Die wilden Verwandten unserer Haushühner lebten und leben im indisch-indonesischen Raum. Von den fünf Unterarten, die dort vorkommen, gilt nur das Burma-Bankiva als Vorfahre unseres Haushuhns. Das Bankiva lebt bevorzugt am Rand und auf Lichtungen der tropischen Wälder. Sein Lebensraum ist reich gegliedert, bietet viele Verstecke und alle Elemente für ein artgerechtes Hühnerleben, vom Staubbad bis zum Schlafbaum und von den Insekten bis zu Pflanzensamen.

Hühner haben einen sehr guten Geruchssinn, sehen dafür umso schlechter. Dunkelheit macht sie gar hilflos. Ein Grund, weshalb sich Haushühner kaum weiter als 50 Meter vom Stall entfernen, sobald die Dämmerung einsetzt. Ein Tag im Leben eines Huhns beginnt vor Sonnenaufgang mit Eierlegen und der Suche nach Futter. Der Mittag gehört der Gefiederpflege, dann ist nochmals Futtersuche angesagt, am späteren Abend suchen die Tiere ihren Stall auf. Wie in der Wildnis, wo den Hühnern ein geeigneter Schlafplatz relative Sicherheit verheisst. Wildhühner meiden offene Flächen und suchen Deckungsmöglichkeiten. Bei Gefahr fliegen sie in höher gelegene Baumpartien, um Schutz vor tierischen Hühnerdieben zu suchen – weshalb auch Haushühner gerne auf Stangen nächtigen. Wobei es für die ranghöchsten der Tiere selbstverständlich ist, dass die höchsten Schlafplätze ihnen vorbehalten sind.

Hackordnung
Die Rangordnung wird unter den Tieren durch die Hackordnung genau bestimmt. Hühner und Hähne können dabei aus Menschensicht richtig gemein sein. Hacken, treten, blutig picken ... da gibt’s kein Pardon. Die «Chicks» gehen dabei besonders brutal ans Werk. Gekämpft wird nicht selten, bis eine Gegnerin halb tot im Sand liegt.

Sollte kein Hahn in der Gruppe sein, übernimmt die «Oberglucke» dessen Aufgabe. Sie ortet für die anderen Hühner Futter, verteidigt sie lautstark und versucht oftmals sogar, die eine oder andere Henne zu decken. Letzteres ohne Erfolg natürlich.

Balz und Paarung
Anders als die wilden Hühner, die zweimal pro Jahr Balzzeit abhalten, dauert die Balz bei Haushühnern das ganze Jahr hindurch. Haushühner legen deshalb auch ganzjährig Eier.

Hühnerrassen
Es wird zwischen fünf Hauptgruppen unterschieden. Da ist der Mittelmeertyp. Dazu gehören die Rassen Italiener, Leghorn, Kastilianer und Minorka. Die Namen des nordwesteuropäischen Typs heissen unter anderem Brakel, Friesenhuhn, Rheinländer und Sperber. Bei den Zwergrassen wird der Unterschied gemacht zwischen verzwergten Sorten wie Zwergwelsumer und eigenständigen wie dem Seidenhuhn. Beim asia­tischen Typ spricht man von Amrock, Australorp, Cochin, New Hampshire, Orpington, Sussex etc. Dann gibt es die Hybridzüchtungen, die grösstenteils der industriellen Verwertung dienen. Was das bedeutet, darauf gehen wir hier lieber nicht genauer ein.

Haltung mit oder ohne Güggel
Wer sich Hühner, nebst der beruhigenden Wirkung auf die Seele, nur zwecks frischer Eier zulegen möchte, muss nicht zwingend einen Hahn in der Gruppe halten. Der Vorteil: Das Hahngekrähe geht weder Halter noch Nachbarn auf die Nerven. Abgesehen davon stresst ein Hahn in einer kleinen Hühnergruppe die Hennen. Der Gockel lässt die rangniederen Tiere selten zur Ruhe kommen.

Wenn Sie sich für die Haltung mit Hahn entscheiden, so erhalten Sie zahlreichen Nachwuchs und einen lautstarken und guten Beschützer Ihrer Hennen. Übrigens: Ein junger Hahn, der auch stimmlich noch nicht ausgereift ist, beeindruckt die gefiederten Damen keineswegs. Möglicherweise wird er sogar gehackt und auch später nie wirklich anerkannt.

Fütterung
Im gut gestalteten Auslauf finden Hühner so ziemlich alles, was es für ihr Wohlbefinden braucht. In kälteren Monaten, welche die Tiere grösstenteils im Stall verbringen, können kompostierte Küchenabfälle gefüttert werden, aber auch Fertigfutter. Hühner hegen keine Abneigung gegenüber Fleisch- und Fettabfällen sowie Gemüse und Körnern. Knochenabpicken mögen die Tiere ebenso wie in warme Milch eingelegte Brotstückchen. Wichtig ist, dass bezüglich Nahrung Abwechslung geboten wird. Gelangweilte Hühner werden aggressiv und haben keine Probleme damit, Artgenossinnen zu verzehren. Weg vom Thema Kannibalismus: Frisches Wasser muss den Tieren immer zur Verfügung stehen.

Registrierung von Geflügelhaltungen
Seit dem 1. Januar 2010 ist die Registrierung von Geflügelhaltungen obligatorisch – dies gilt auch für Hobbyhaltungen. Ziele dieser Erfassung, vor allem auch der Hobbyhaltungen, sind die Überwachung der Tiergesundheit, die Bekämpfung von Tierseuchen und die Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln tierischer Herkunft.

Hausgeflügel – das Wichtigste in Kürze

Obschon Hühner seit vielen Tausend Jahren vom Menschen als Haustier gehalten werden, verhalten sie sich noch erstaunlich gleich wie die wilden Hühner. Dies ermöglicht es, ziemlich genau herzuleiten, welche Haltungsbedingungen und welche Betreuung für eine tiergerechte Hühnerhaltung angeboten werden müssen.

Nachfolgend finden Sie die für Hausgeflügel (Haushühner, Enten und Gänse) geltendrechtlichen Bestimmungen zusammengefasst. Natürlich gelten auch für Hausgeflügel alle allgemeinen Bestimmungen der Tierschutzgesetzgebung, etwa, dass einem Tier nicht ungerechtfertigt Schmerzen oder Leid zugefügt werden darf.

Mindestmasse für Hausgeflügelgehege
Ein Gehege muss über eine begehbare Fläche verfügen, die so gross ist, dass alle notwendigen Einrichtungen Platz haben. Käfige sind nicht gestattet. Auf der begehbaren Fläche darf der Kot nicht offen liegen bleiben. Die maximale Bodenneigung beträgt 12%. Gänsen muss überdies ein Unterstand zur Verfügung stehen.

Mindestausstattung der Gehege
Das Gehege muss über genügend Fütterungs- und Tränkeeinrichtungen verfügen. Pro Tier braucht es mindestens 16 cm3 Futtertrog und 1,5 bis 2,5 cm3 Tränke. Permanenter Zugang zu frischem Wasser ist wichtig. Mindestens 20 Prozent der begehbaren Fläche im Stall müssen eingestreut werden. Die Einstreu muss auf dem Stallboden angeboten werden. Das Geflügel muss darin scharren, picken und ein Staubbad nehmen können. Es ist darauf zu achten, dass die Einstreu nicht zu trocken und nicht zu feucht ist. Nicht zweckmässig sind Zeitungspapier, stark staubiges Material und Torf.

Im Stall müssen geeignete Nester und für Hühner erhöhte Sitzgelegenheiten auf verschiedenen Höhen vorhanden sein, wobei die Sitzgelegenheiten dem Alter und dem Verhalten der Tiere angepasst sein müssen. Die tiefste Sitzgelegenheit muss mindestens 50 cm hoch sein und pro Huhn müssen mindestens 14 cm Sitzstange o.Ä. zur Verfügung stehen.

Geeignet sind Nester, die geschützt und abgedunkelt sind und über Einstreu und eine weiche Unterlage verfügen wie zum Beispiel Kunstrasen oder Gumminoppenmatten. Enten und Gänse müssen die Gelegenheit zum Schwimmen haben.

Licht- und Raumklima
Räume, in denen sich Tiere vorwiegend aufhalten, müssen durch Tageslicht beleuchtet sein. Frische Luft muss vorhanden sein und das Raumklima sollte den Tieren angepasst sein. Die Beleuchtungsstärke darf tagsüber 5 Lux nicht unterschreiten, ausgenommen in Ruhe- und Rückzugsbereichen sowie in Legenestern.

Lärm
Tiere dürfen nicht über längere Zeit übermässigem Lärm ausgesetzt sein.

Pflege, Krankheit, Eingriffe
Die Pflege soll Krankheiten und Verletzungen vorbeugen. Der Tierhalter, die Tierhalterin muss die Gesundheit der Tiere und den Zustand der Einrichtungen so oft wie nötig kontrollieren. Mängel an den Einrichtungen, die das Wohlbefinden der Tiere beeinträchtigen, sind unverzüglich zu beheben oder geeignete Massnahmen zum Schutz der Tiere zu treffen. Der Halter, die Halterin ist auch dafür verantwortlich, dass kranke oder verletzte Tiere gepflegt und behandelt oder wenn nötig getötet werden.

Beim Hausgeflügel sind die folgenden Handlungen verboten: Das Coupieren der Schnäbel, das Coupieren der Kopfanhänge und der Flügel, das Verwenden von Brillen und Kontaktlinsen, das Entziehen von Wasser zum Herbeiführen der Mauser, das Stopfen, Rupfen am lebenden Tier sowie das Anbringen von Hilfsmitteln, die das Schliessen des Schnabels verhindern.

Witterungsschutz
Der Tierhalter, die Tierhalterin sorgt für den nötigen Witterungsschutz der Tiere.

Zucht
Die Zucht ist so auszurichten, dass die Gesundheit der Tiere erhalten bleibt. Verboten ist das Züchten von Tieren, denen Körperteile fehlen oder umgestaltet worden sind, die für das arttypische Verhalten notwendig sind. Insbesondere, wenn dem Tier dadurch Schmerzen und Leiden oder Schäden entstehen.

Beachten Sie auch die Richtlinien zur Haltung von Ziergeflügel. Herausgegeben vom Schweizerischen Rassegeflügelzucht-Verband SRGV: www.kleintiere-schweiz.ch

Text: Bundesamt für Veterinärwesen
www.bvet.ch, Rubrik «Tiere richtig halten»

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