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Diabetes mellitus bei Hund und Katze

Der Ausdruck Diabetes stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie hindurchgehen, hindurchfliessen, Durchfluss. Diabetes mellitus, auch Zuckerkrankheit genannt, stellt eine Gruppe von Stoffwechselerkrankungen dar, bei denen die Glukosekonzentration im Blut chronisch erhöht ist. An Diabetes erkranken Hunde und Katzen ebenso wie Menschen.

Begriffe
In der Medizin unterscheidet man zwischen Diabetes mellitus – honigsüsser Durchfluss – und Diabetes insipidus – geschmacksloser Durchfluss. Unter Diabetes insipidus versteht man eine erhöhte Durchflussrate von verdünntem «geschmacklosem» Urin, verursacht durch einen Fehler in der Steuerung der Nierenfunktion und der Urinausscheidung.

Diabetes mellitus bedeutet dementsprechend eine erhöhte Menge von süss schmeckendem, also zucker- oder glukosehaltigem Urin. Diabetes mellitus ist die Bezeichnung für mehrere Stoffwechselkrankheiten, deren gemeinsa­mes Hauptsymptom zuckerhaltiger Urin ist. In früheren Zeiten wurde die Krankheit beim Menschen sogar durch einen Geschmackstest des Urins dia­gnosti­ziert. Im Grunde handelt es sich bei diesen Krankheiten aber um Störungen des Zuckerstoffwechsels, daher nennt man Diabetes mellitus auch Zuckerkrankheit.

Blutzuckerregulation
Im gesunden Individuum wird der Zuckergehalt im Blut durch Insulin, dem Zuckerregulierungshormon aus der Bauchspeicheldrüse (Pankreas, Abb. 1) gesteuert. Bei einem gesunden Tier wird nach Einnahme einer Mahlzeit Insulin ins Blut ausgeschüttet. Das Insulin bindet an Rezeptoren (Empfänger) auf den Zielzellen, beispielsweise Muskel- oder Leberzellen. Auf diese Weise kann die Zelle den Zucker aufnehmen. Er ist unter anderem die Energiequelle für die Zellfunktion. So wird eine rasche Absenkung des Blutzuckerspiegels in den Normalbereich erreicht. Diese kurzfristigen Schwankungen des Blutzuckerspiegels sind im Urin nicht bemerkbar, da die Niere den Zucker resorbiert.

Fehlt Insulin oder reagieren die Zellen nicht darauf (Insulinresistenz), wird der Blutzuckerspiegel nach dem Essen nicht abgesenkt, respektive normalisiert. Diesen Zustand nennt man eine Überzuckerung, fachsprachlich Hyperglykämie. Übersteigt der Blutzuckerspiegel einen gewissen Wert, kann die Niere die Glukose, also den Zucker, nicht mehr resorbieren und sie wird im Urin ausgeschieden.

Die Bauchspeicheldrüse, lateinisch Pankreas
Die Bauchspeicheldrüse liegt im Bauchraum nahe dem Magen. Sie spielt eine sehr wichtige Rolle bei der Verdauung von Nahrungsmitteln und bei der Aufnahme von Nährstoffen. Es bestehen zwei verschiedene funktionelle Teile: ein exokriner und ein endokriner.

Der exokrine, nach aussen abgebende Teil, ist für die Produktion von Verdauungsenzymen zuständig, die über einen Ausführungsgang in den Darm – also nach aussen – abgegeben werden. Insulin wird im endokrinen, nach innen abgebenden Teil, gebildet. Dieser besteht aus mehreren Inseln von Zellen, deren Produkte Hormone sind, welche ins Blut – nach innen – abgegeben werden.

Zusammenfassend ist Diabetes mellitus eine Erkrankung des Stoffwechsels, die mit einem konstant erhöhten Blutzuckerspiegel einhergeht und meistens aus einer Reduktion der Insulinverfügbarkeit im Körper resultiert.

Einteilung und Ursachen
Diabetes mellitus wird in zwei Typen eingeteilt, welche unterschiedliche Ursachen und Mechanismen aufweisen.

Diabetes mellitus bei Hund und Katze
Bei Hunden wird fast ausschliesslich Diabetes mellitus Typ 1 diagnostiziert. Der Insulin-unabhängige, reversible Diabetes kommt eher selten vor und ist häufig lange ohne Symptome. Bei der Katze ist am häufigsten der Diabetes mellitus Typ 1 anzutreffen. In rund 30% der Fälle ist aber ein Diabetes Typ 2 (NIDDM) vorhanden, diese Form kann diverse Ursachen haben (zu den beiden Diabetes-Typen siehe auch Abb. 2).

Risikofaktoren sind:

  • Genetische Prädispositionen
  • Alter: älter als 9 Jahre beim Hund, älter als 11 Jahre bei der Katze
  • Geschlecht: Hündin, kastrierter Kater
  • Übergewicht
  • Kastration der Hündin im Diöstrus (Zwischenbrunst)
  • Andere Erkrankungen wie Pankreatitis und Infektionen

Diagnose und Klinik
Diagnostiziert wird der Diabetes mellitus durch Messen des Blutzuckerspiegels. Dabei wird der Blutzucker im nüchternen Zustand gemessen. Überschreitet er 130mg/dl, spricht man von einer leichten Überzuckerung (Hyperglykämie). Die Werte bei Diabetes mellitus liegen zwischen 180mg/dl und 280mg/dl. Es existieren auch Schnelltests zur Glukosemessung im Urin, welche zwar nicht dieselbe Genauigkeit aufweisen wie ein Bluttest, aber dennoch einen ersten Hinweis auf eine Diabetes-Erkrankung liefern können.

Als klinische Symptome sind bei Hund sowie Katze vermehrtes Fressen und Trinken mit gleichzeitiger Gewichtsabnahme und verminderter Aktivität zu beobachten.

Seltener kommen Blindheit beim Hund, Hinken der Hinterhand bei der Katze oder Lethargie bzw. Teilnahmslosigkeit und Schläfrigkeit vor. In schlimmeren Fällen (Diabetische Ketoazidose) können Anorexie, Erbrechen, Durchfall und Schwäche vorkommen.


Therapie
Ein Typ-1-Diabetes-mellitus-Patient ist ein Leben lang auf Insulin angewiesen. Regelmässiges Messen des Blutzuckerspiegels ist notwendig.

Mit der richtigen Ernährung ist eine Verminderung der Insulin-Dosis erreichbar. Der Ernährungsplan ist bei Katze und Hund unterschiedlich.

Bei Typ-2-Patienten kann man mit der richtigen Ernährung und Gewichtsabnahme eine starke Verbesserung und teilweise sogar eine Heilung herbeiführen.

Eine genaue Abklärung des Diabetes mellitus beim Tierarzt und eine umfassende Beratung sind unerlässlich.

© Bilder: shutterstock.com

Quelle: Welt der Tiere

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