Logo

Traditionelle chinesische Medizin

Hilfreich auch beim Tier

Die mehr als 2000 Jahre alte traditionelle chinesische Medizin, auch TCM genannt, umfasst ein breites Therapiespektrum, welches zum Ziel hat, die Harmonie zwischen Körper, Geist und Umwelt wiederherzustellen. TCM wird erfolgreich bei Mensch und Tier angewendet.

Bei uns im Westen wurde TCM lange Zeit auf die Akupunktur beschränkt. Dabei gehören zu den therapeutischen Verfahren auch die Arzneitherapie und die Moxibustion (Erwärmung von Akupunkturpunkten), Massagetechniken wie Tuina Guasha und Shiatsu, Bewegungsübungen wie Qigong und Taijiquan, Umweltharmonisierung wie Feng Shui sowie auch eine entsprechende Diätetik.

Äussere Therapie Akupunktur
Innerhalb der TCM wird die Akupunktur als äussere Therapieform angesehen. Sie geht von Lebensenergien des Körpers aus, welche auf definierten Längsbahnen, den so genannten Meridianen, zirkulieren und einen steuernden Einfluss auf alle Körperfunktionen haben. Ein gestörter Energiefluss kann entsprechend vielerlei Erkrankungen auslösen. Durch gezielte Stiche in Akupunkturpunkte, welche sich auf den Meridianen befinden, kann der Energiefluss von aussen her wieder ausgeglichen werden. Bei der Stimulation spezifischer Akupunkturpunkte konnte eine erhöhte Ausschüttung von Kortisol und Endorphin gemessen werden. Kortisol besitzt eine entzündungshemmende Wirkung, Endorphin entspannt die Muskulatur und wirkt Schmerzen entgegen.

Mutz, einer europäischen Hauskatze, musste nach einem Autounfall im Alter von drei Jahren der Schwanz amputiert werden. Seither ist Mutz im unteren Rückenbereich trotz Verabreichung von Kortisol sehr empfindlich. Er ging nicht mehr nach draussen und bewegte sich insgesamt sehr wenig. Die Stimulation spezifischer Akupunkturpunkte ermöglichte es, die stagnierende Energie, die nach dem Aufprall entstanden war, wieder in Gang zu bringen. Nach zwei Behandlungen begann das Tier, sich wieder mehr in der Wohnung zu bewegen, nach der vierten liess es sich wieder hochheben und machte munter seine Runden ausserhalb des Hauses. Mutz’ Rücken bleibt zwar anfällig – um seine Beweglichkeit im mittlerweile hohen Katzenalter von fünfzehn Jahren zu erhalten, reicht jedoch ab und zu eine Behandlung.


Innere Therapieformen
Akupunktur allein genügt manchmal nicht, um das Gleichgewicht wiederherzustellen. In solchen Fällen kann die Phytotherapie mithelfen, das Problem von innen her anzugehen. Ihre Wirkungsart bedarf kurz einiger Erklärungen. In der chinesischen Medizin werden beim Beschrieb von Krankheiten gerne Analogien aus der Natur herangezogen. Wenn der Patient beispielsweise zittert, spricht man von Wind, im Hinblick auf die Wirkung, die der Wind auf ein Blatt hat; wenn man eine rötliche, verdickte, schmerzhafte oder juckende Hautveränderung sieht, wird dies als feuchte Hitze beschrieben. Chinesische Kräuter werden nach diesem Prinzip gemäss ihrer Wirkung eingeteilt: Sie sollen Wind, Feuchtigkeit oder Hitze wegleiten, Organe nähren und stärken, sie beruhigen oder im Gegenteil stimulieren.

Nako ist ein 11-jähriger Shetlandschäferhund, der nach einem Hirnschlag an epileptischen Anfällen leidet. Er bekommt seit drei Jahren Kaliumbromid, was ihm stets gut geholfen hat. Seit einigen Wochen jedoch häufen sich seine Anfälle, das daraufhin vom Tierarzt verschriebene Barbiturat verträgt Nako sehr schlecht. Der Hund taumelt, schläft stehend und hat immer noch Anfälle. In diesem Zustand wird er einem Tierarzt mit Ausbildung in TCM überstellt. Der Mediziner macht sich erst der langen Krankheitsgeschichte kundig und versucht mithilfe von verschiedenartigen Fragen an den Besitzer, Nako kennenzulernen, um letztlich eine «chinesische» Diagnose zu stellen. Daraufhin wird zuerst sein Futter nach chinesischen Kriterien adaptiert, die Gabe von Barbituraten wird beibehalten. Auf die erste Behandlung reagiert Nako heftig – er kann sich kaum auf den Beinen halten. Nach dieser Erstverschlimmerung jedoch wird er täglich fitter. Nach der Beigabe von entsprechenden chinesischen Kräutern schliesslich kehrt Nakos ursprüngliche Energie zurück, Anfälle bleiben aus. Nach ein paar Monaten kann die Verabreichung von Barbituraten ganz abgestellt werden.

Interessant anzumerken ist, dass die richtig angepasste Kräutermischung in der Regel sowohl von Katzen wie auch von Hunden gut aufgenommen wird. Dies, obschon die Kräuter stark riechen und nicht unbedingt gut schmecken. Sobald sich die gewünschte Wirkung jedoch eingestellt hat, verschmähen die Tiere normalerweise die Kräuter.

Wie der Fall von Nako aufzeigt, kann die Nahrung in der chinesischen Medizin als Medikament benutzt werden. Die Phytotherapie hat eine stärkende Wirkung, die Nahrung im Gegensatz dazu wirkt sanfter, kann aber über längere Zeit gegeben werden. Ähnlich wie die Kräuter bringt jedes Nahrungsmittel eine spezifische Energie in den Körper. Die Nahrungsmittel werden als warm, kalt, trocknend oder befeuchtend bezeichnet, je nachdem, was sie im Körper für Reaktionen hervorrufen. Sie haben bestimmt schon die Erfahrung gemacht, nach dem Verzehr eines stark gewürzten Gerichts geschwitzt zu haben, und jeder wird je nach seiner Konstitution mehr oder weniger stark reagieren. Chili wird übrigens als warm und trocknend erfasst.

Noch ein Beispiel. Bella, ein waschechter Labrador, liebt ihr regelmässiges Schwimmen im See. Wegen ihres dichten Fells bleibt ihre Haut danach den ganzen Tag über feucht, was zu sogenannten «Hot Spots» führt, also Stellen, die stark jucken. In der Folge fallen ihr die Haare aus und die Haut ist blutig vom Kratzen. In der TCM wird dies als «feuchte Hitze» bezeichnet.

Um Bella zu helfen, werden die Verletzungen erst einmal mit einem Desinfektionsmittel behandelt und es wird abgeklärt, ob unterstützend ein Antibiotikum nötig ist, welches in der chinesischen Medizin als sehr kalt angesehen wird. Um das Auftreten weiterer «Hot Spots» zu verhindern, empfiehlt der Tierarzt, ein chinesischer Mediziner, Trockenfutter zu vermeiden, da es Hitze und Feuchtigkeit in den Körper bringt. Kalte und trocknende Nahrungsmittel wie Pfefferminz, Sellerie, Hirse oder Fisch sind in diesem Fall die bessere Wahl.

Dieser kurze Exkurs zeigt auf, wie komplex die chinesische Medizin ist. Sie beleuchtet Aspekte, die vordergründig oft als gar nicht so wichtig erscheinen mögen. Dieses jahrtausendealte Wissen zu erlernen und richtig einzusetzen, erfordert von einem traditionell ausgebildeten Arzt respektive Tierarzt eine lange Aus- und Weiterbildung.

Quelle: Welt der Tiere

Benutzer:
Passwort:
Neu registrieren
Passwort vergessen?

Reisen mit dem Hund

Alles über Reisen mit dem Haustier. Reisecheckliste, Reisebestimmungen.

Bitte unterstützen Sie petfinder.ch


Deshalb sind wir auf Ihre Spende angewiesen

Notfälle

Die häufigsten Notfälle bei Haustieren wie Hunden, Katzen, Nagern, Pferden. Vergiftungen, Kippfensterkatzen usw.

Petfinder.ch arbeitet eng mit zwei Tierärztinnen zusammen, die auf die häufigsten Notfälle bei Hunden, Katzen, Pferden und Nagern eingehen.
 

Heimatlose Tiere suchen ein Zuhause

heimatlose Tiere suchen ein Zuhause - Hunde, Katzen, Nager usw.

Über 1000 heimatlose Tiere suchen bei uns ein neues Zuhause. Tiervermittlung für Hunde, Katzen, Nager und mehr...
 

Dog Walking Service

Sie wollen Ihren Abnehmprozess optimieren, sich mehr bewegen ohne ein Fitness-Abo zu lösen? Sie würden lieber mit einem Hund spazieren gehen? Dann ist unser «Dog Walking Service» genau das Richtige und Sie tun erst noch etwas Gutes für einen Vierbeiner.