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Tierversuchsstatistik Schweiz 2017: 614'581 Tierversuche in der Schweiz!

Mit seiner jährlich veröffentlichten Tierversuchsstatistik informiert das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) seit 1983 darüber, wieviele Tiere in der Schweiz im jeweiligen Vorjahr in Tierversuchen eingesetzt wurden

Wie die neueste Tierversuchsstatistik zeigt, wurden 2017 614'581 Tiere für Tierversuche verwendet. Dies bedeutet eine Abnahme um 15'192 Tiere (-2 %) gegenüber dem Vorjahr (629'773), aber gleichzeitig einen Anstieg gegenüber den Jahren 1998 (+3.8%), 1999 (+4.2%), 2000 (+8%), 2001 (+6%), 2012 (+1%), 2013 (+4%) und 2014 (+1).

Für diesen Anstieg ist unter anderem die Forschung mit gentechnisch veränderten Tieren verantwortlich: Während 2014 noch 152'128 genmanipulierte Tiere in Versuchen mussten, wurden 2017 bereits 173'972 Tiere (+13%) eingesetzt. Bei den gentechnisch veränderten Tieren handelte es sich letztes Jahr vor allem um Mäuse (169'874). Doch auch genmanipulierte Fische (2'869), Ratten (1'224), Schweine (4) und 1 Kaninchen wurden verwendet.

Die Abnahme der Gesamtzahl der 2017 verwendeten Tiere gegenüber 2016 lässt sich unter anderem mit der starken Reduzierung der eingesetzten Vögel (inkl. Geflügel) um 16'154 Tiere (-21%) erklären. Auch die Zahl der Mäuse (-15'076 Tiere; -4%) und Ratten (-7741 Tiere; -10%), die in Versuchen leiden mussten, war 2017 viel kleiner als im Vorjahr. Obwohl die Zahl der eingesetzten Mäuse um 15'076 Tiere abgenommen hat, handelte es sich bei der Maus auch 2017 um die am häufigsten verwendete Tierart (395'501 Tiere).

Bei 10 der 18 in der Statistik aufgeführten Tierarten nahm die Zahl der eingesetzen Tiere zu. Besonders gross war die Zunahme beispielsweise beim Rindvieh (+6326 Tiere; +65%), den «Diversen Säugern» (+2256 Tiere; +54%) und den Amphibien und Reptilien (+3186 Tiere; +64%).

Mehr Tiere mussten Versuche der beiden höchsten Schweregrade über sich ergehen lassen

Wie bereits 2016, ist die Anzahl der Tiere, die in Versuchen der beiden höch-ten Schweregrade leiden mussten, auch 2017 wieder gestiegen. Während 2016 16'125 (3%) der eingesetzten Tiere in Versuchen des Schweregrades 3 und 146'237 (23%) in Versuchen des Schweregrades 2 leiden mussten, waren es letztes Jahr bereits 17'326 (3%), respektive 151'233 (25%) Tiere. Die Zahl der Tiere, die in einem Versuch des höchsten Schweregrades (Schweregrad 3) leiden mussten, ist im Vergleich zum Vorjahr um 1201 Tiere (+7 %) gestiegen. Versuche desSchweregrades 2 mussten 4996 Tiere (+3%) mehr als im Jahre 2016 über sich ergehen lassen.

Ein Rückgang der Versuchstierzahlen fand mit -23'078 Tieren (-11%) lediglich bei Versuchen, die der Belastungsstufe 1 zugeschrieben werden, statt. Die Zahl der Tiere, die in Versuchen des Schweregrades 0 eingesetzt wurden, nahm um 1689 (+1%) zu.

Wie bereits in den Jahren zuvor, verursachte die Grundlagenforschung – ein Forschungsbereich, der keinen konkreten Zweck aufweisen muss und dessen Ergebnisse meist keinen humanmedizinischen Nutzen haben – mehr Versuche (62%) als alle anderen Forschungsbereiche zusammen. Darüber hinaus verschuldete sie auch den Grossteil aller Versuche des Schweregrades 3 (72%). Wieder wurden für die Forschungsbereiche, die wenigstens per Definition einen konkreten Nutzen für den Menschen haben sollen – «Entdeckung, Entwicklung und Qualitätskontrolle» (19%), «Krankheitsdiagnostik» (1%) und «Schutz von Mensch, Tier und Umwelt» (2%) – weitaus weniger Tiere verwendet, als für die Grundlagenforschung

Die Tierversuchsstatistik zeigt längst nicht den tatsächlichen Tierverbrauch
Es leiden sehr viele Tiere mehr für Tierversuche, als die Tierversuchsstatistik zeigt. Gerade die florierende Genforschung kostet viele Leben: Auf dem Weg zu einem transgenen Tier, das den gewünschten Gendefekt zeigt, müssen viele Tiere sterben, weil sie den angestrebten Defekt noch nicht wie geplant aufweisen. Auch nicht-genmanipulierte Tiere, die in Versuchstierhaltungen mit dem falschen Geschlecht geboren werden oder sich aus einem anderen Grund für keinen Versuch eignen und schliesslich getötet werden, werden in der Statistik nicht aufgeführt.

Die Tatsache, dass die Zahl der in hohen Schweregraden eingesetzen Tiere Jahr für Jahr zunimmt, darf nicht akzeptiert werden. Da Tierversuche in der Regel keinerlei humanmedizinischen Nutzen haben, kann das Leiden der Tiere auf keinen Fall gerechtfertigt werden.

Es ist längst überfällig, dass Tierversuchsforschung und Politik einsehen, dass diese Art der Forschung ein Ende haben und stattdessen eine tierfreie, für den Menschen relevante Forschung gefördert werden muss.

Quelle: www.tv-statistik.ch/de/statistik/

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