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Schnüffler im Dienst der Grenzwache

Immer der Nase nach

Drogenhund

Betäubungsmittelspürhunde sind auf der Suche nach Drogen aller Art: In Gepäckstücken, Paketen oder Autos finden die speziell ausgebildeten Vierbeiner im Dienst der Grenzwache geschmuggeltes Kokain, Heroin und Cannabis problemlos. Und zwar innert Minuten, wie es «Welt der Tiere» demonstriert wird.


Aufgeregt hechelnd wartet Chester am Grenzübergang Riehen (BS) auf seinen Einsatz. Zu Demonstrationszwecken darf der ausgebildete Betäubungsmittelspürhund ein präpariertes Auto nach Drogen absuchen. Der vierjährige Malinois-Rüde strotzt vor Energie und Arbeitseifer – Korporal Ivo Breiter muss einige Geduld aufwenden, um Chester vor der Suche kleine «Schuhe» an die Pfoten zu schnallen. «Dieser Pfotenschutz ist eine Vorsichtsmassnahme, damit der Hund keine Schäden am Auto anrichtet. Gleichzeitig bieten sie ihm Schutz vor Verletzungen», erklärt Breiter. Vor der Suche kontrolliert der Hundeführer das Auto auf mögliche Scherben, Proviant und unnötige Hindernisse. «Wir schaffen optimale Bedingungen, damit der Hund seine Höchstleistung erbringen kann. Deshalb entfernen wir unnötige Ablenkungen wie etwa Essbares im Auto», so Breiter. Dann endlich ist es so weit: Auf das Kommando Breiters trabt Chester konzentriert schnuppernd um den Wagen, steigt dann auf den Vordersitz und beginnt im Fussraum unter dem Steuer intensiv zu schnuppern. Aufgeregt wedelnd verlässt er das Fahrzeug und umrundet das Auto erneut. Die Suche nach den Betäubungsmitteln ist anspruchsvoll, denn Breiter hat das Rauschmittel im Lüftungskanal des Motors versteckt. «Dadurch verbreitet sich der Duft im ganzen Fahrzeug.» Trotz allem ist Chester erfolgreich: Als Breiter die Motorhaube öffnet, springt der Hund wendig auf den Motor und zeigt sofort eine bestimmte Stelle an.

Hochkonzentriert an der Arbeit
Ivo Breiter lobt den Hund, zieht aus seiner Hosentasche ein als Stoffwurst zusammengerolltes Handtuch und hält es Chester vor die Nase. Glücklich schnappt der Vierbeiner nach seinem Spielzeug und springt vom Auto. Die Suche dauert nur wenige Minuten; die versteckten Drogen, die Breiter aus dem Motor klaubt, interessieren den Hund nicht mehr. «Die Ausbildung von Betäubungsmittelspürhunden basiert auf dem Spieltrieb», erklärt Breiter, während er mit Chester ein kurzes Zerrspiel um die Beisswurst veranstaltet. Denn im Gegensatz zu der von Laien oft geäusserten Vermutung, Betäubungsmittelspürhunde seien selbst drogenabhängig und deshalb so versessen auf die geschmuggelte Ware, handelt es sich bei der Suche aus Sicht von Chester um ein spannendes Spiel.

Um den Hund zu trainieren, wird eine mit Drogen bestückte Stoffwurst versteckt. Der Vierbeiner sucht nach seinem Spielzeug und verbindet damit automatisch den Geruch der Drogen. Und liegt dabei nie falsch: Selbst aus stark duftenden Substanzen wie Kaffee oder Pfeffer, mit welchen Drogenkuriere die Suchtmittel mischen, riecht die feine Hundenase den Stoff heraus. «Die Suche ist für den Hund sehr anstrengend, da er dabei hochkonzentriert arbeitet», erklärt Breiter. Chester ist Breiters erster Diensthund und kennt sich mit Chemikalien bestens aus: Die Inhaltsstoffe verschiedener Betäubungsmittel riecht er mit seiner feinen Nase in jedem Auto, Postpaket oder Koffer.

Monatliche Trainingseinheiten
Chester ist ein sogenannter «Kombi-Hund» der Basler Grenzwache: Er wurde zum Betäubungsmittelspürhund wie auch zum Schutzhund ausgebildet. Zur Suche nach Drogen am Bahnhof, Flughafen oder am Grenzübergang wird das Team auf Abruf bestellt; auf Patrouillen entlang der Grenze wird Chester
als zusätzliches Sicherheitselement beigezogen. «Der Hund hat dabei eine gros­se Präventionswirkung», sagt Breiter. Als Schutzhund hat Chester die Aufgabe, vermisste oder flüchtige Personen zu suchen oder zu stellen, indem er sie verbellt. Die Schweizer Grenzwache in Basel arbeitet dabei eng mit der kantonalen Polizeibehörde der Nordwestschweiz zusammen und stellt ihre Teams auch für Einsätze im grenznahen Ausland zu Verfügung.

Die Einsätze setzen intensives Training voraus – sowohl vom Menschen als auch vom Hund. Die zwei- bis dreijährige Ausbildung reicht vom Besuch der Junghundeschule zum Erlernen des Grundgehorsams über die Sicherheitsausbildung bis hin zur Zusatzausbildung mit Spezialisierung zum Betäubungsmittel- oder Sprengstoffspürhund. Nach bestandener Prüfung kommt das Tier zum Einsatz, der Hundeführer ist jedoch verpflichtet, mit dem Vierbeiner monatliche Wiederholungskurse zu besuchen und eine periodische Leistungsprüfung zu absolvieren.

Echte Partner
Nicht alle Hunde sind für den Einsatz bei der Grenzwache geeignet. «Charakterstärke, Selbstsicherheit, Spieltrieb und Ausdauer sind Grundvoraussetzungen für den Dienst an der Grenze», erklärt Breiter. Als reine Betäubungsmittelspürhunde werden oft Labradore eingesetzt, bei «Kombi-Hunden» sind Belgische Schäferhunde die erste Wahl. Die Ausbildung ist aggressionslos: Chester ist keine vierbeinige Kampfmaschine, die schnappend auf alles losgeht, was sich bewegt. Er kann durchaus zwischen Dienst und Freizeit unterscheiden und lässt sich nach der erfolgreichen Drogensuche am Auto problemlos streicheln und geniesst das Ohrenkraulen. «Chester ist ein Familienhund», erklärt Breiter. Der Vierbeiner lebt bei Breiters Familie, dient als Kuscheltier der vier kleinen Kinder und muss für die jüngste Tochter, die sich gerne als Prinzessin verkleidet, öfters mit Krone und Umhang als König fungieren.

«Der Diensthund ist kein Hilfsmittel, das nach der Arbeit in einen Zwinger gesteckt wird, sondern ein vollwertiges Familien-Mitglied», erklärt Breiter. Chester sei ein echter Partner, manchmal zwar etwas dickköpfig, aber sehr liebenswürdig. «Er ist ein richtiger Tolpatsch und wird deshalb intern auch gerne Pluto genannt», meint Breiter schmunzelnd. Er könne sich jederzeit auf Chester verlassen, schwärmt der 38-Jährige. Man merkt deutlich, wie stolz Breiter auf seinen vierbeinigen Arbeitskollegen ist: «Ich bin immer wieder fasziniert von der Leistung Chesters, selbst gut versteckte Rauschmittel innert kurzer Zeit zu finden.»

Bildstrecke

  • Um den Hund zur Suche zu animieren, wird sein Spielzeug, eine Stoffwurst, vorübergehend seinem Blickfeld entzogen.
  • Chester umrundet aufgeregt schnüffelnd das präparierte Auto – für ihn ist die Suche nach den Drogen ein spannendes Spiel.
  • Chesters Nase trügt nie: Hunde riechen Drogen selbst aus stark duftenden Substanzen wie Kaffee oder Pfeffer heraus.
  • Der Malinois-Rüde zeigt deutlich an, dass der geschmuggelte Stoff unter der Motorhaube versteckt ist.
  • Zur Belohnung für die erfolgreiche Suche erhält Chester von Ivo Breiter seine geliebte Stoffwurst.
  • Damit Chester bei seiner Suche das Auto nicht beschädigt, trägt er an allen vier Füssen einen Pfotenschutz.

Quelle: Welt der Tiere

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