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Im Einsatz für Tiere in Not

Katastrophenhilfe

Bei Naturkatastrophen werden rasch Krisenstäbe ins Leben gerufen, um den Menschen in ihrer Not beizustehen. Dass dabei auch unzählige Tiere um ihr Leben kämpfen, wird leider oft vergessen. Die Schweizer Tierschutzorganisation NetAP – Network for Animal Protection – zeigt eindrücklich am Beispiel der Flutkatastrophe Anfang dieses Jahres in Bangkok, Thailand, wie wichtig rasches Handeln in einer solchen Notsituation auch für die Tiere ist.

 

Der Hilferuf aus Thailand traf das Team der Tierschutzorganisation NetAP – Network for Animal Protection mitten in den intensiven Vorbereitungen verschiedener Kastrationseinsätze in der Schweiz und im Ausland. Aktivitäten für «Streunertiere» gehören zum Fokus der engagierten Organisation. Mit regelmässigen Einsätzen und Programmen in der Schweiz, in Europa und in weiteren Ländern wie z.B. Indien und Thailand werden jährlich weit über 1000 Hunde und Katzen durch NetAP kastriert und medizinisch behandelt. Einen weiteren Schwerpunkt setzt NetAP im Bereich «Nutztiere», so z.B. mit einem Projekt für Arbeitsesel in Tansania und, zusammen mit Animals’ Angels, mit der europaweiten Petition «8hours» gegen die langen Schlachttransporte.

Die thailändische Tierschutzorganisation Soi Dog Foundation, mit welcher NetAP schon mehrere Male zusammengearbeitet hat, bat um Unterstützung bei der Bewältigung einer grossen Krise, denn Bangkok und Umgebung durchlebten gerade eine der schlimmsten Naturkatastrophen. Weite Gebiete waren überflutet, zehntausende von Tieren kämpften um ihr Leben, viele hatten den Kampf schon verloren. Gerettete Tiere wurden in Auffangstationen untergebracht und notdürftig versorgt. Dies betraf nicht nur unzählige Streunertiere, sondern auch Tiere, die eigentlich Besitzer hatten, jedoch bei den Evakuationen von den Menschen zurückgelassen wurden. Ohne menschliche Hilfe hatten all diese Tiere keine Chance zu überleben. Die meisten waren verletzt, krank und geschwächt und brauchten dringend medizinische Versorgung durch Spezialisten. Aber gerade diese dringend benötigten Spezialisten fehlten.

Innert Wochenfrist trafen die NetAP-Tierärzte im Krisengebiet ein
Obwohl alle Hände voll zu tun hatten mit den laufenden Projekten, zögerte NetAP nicht, umgehend Hilfe anzubieten. Durch das gut ausgebaute Netzwerk an Tierärzten wurde kurzfristig ein kompetentes Team, bestehend aus vorerst drei Tierärzten, zusammengestellt, welches innert Wochenfrist nach Bangkok flog, um vor Ort dringend notwendige Operationen und Behandlungen durchzuführen. Einige Tage später folgten bereits weitere Tierärzte.

In Cha-am, dem Rescue Center der thailändischen Organisation WFFT, fanden viele Tiere aus den überfluteten Gebieten vorübergehend ein trockenes Zuhause. Hier wurde auch das NetAP-Team untergebracht und in der gut ausgerüsteten Klinik – ein kleiner Luxus in Anbetracht der schlimmen Situation – konnten die Tierärzte mit den Operationen beginnen.

Über tausend Tiere waren bereits in der Station gestrandet. Um das Überleben der Tiere zu sichern, war ein enormer Aufwand an Personal und Logistik erforderlich. Jeden Morgen um 8 Uhr trafen sich die Tierärzte und Organisatoren zu einem Meeting, um den Tagesablauf zu planen. Nebst der Organisation von Futter, Medikamenten, Operationen und Rettungseinsätzen mussten auch die Menschen koordiniert werden, die die Tiere betreuten. Teilweise kamen sie selbst aus den überfluteten Gebieten, lebten jetzt in der Station in einfachen Unterkünften und halfen dankbar, wo immer eine Hand gebraucht wurde. Tierschutz ist eben oft auch Menschenschutz.

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Ein Schweizer Coach für junge Tierärzte
Neben Katzen und einigen Wildtieren waren es meist Hunde, denen geholfen werden musste. Wie in vielen anderen Ländern auch, leben unzählige der Tiere auf der Strasse, ernähren sich von dem, was für sie abfällt und sind ansonsten auf die Hilfe von Menschen angewiesen. Nun aber, wo die Menschen vor Ort mit sich selber bereits genug zu tun hatten, brauchte es andere Menschen, die sich der Tiere annahmen. So wie die Tierärzte von NetAP. Und bald trafen weitere ausländische Tierärzte ein. So fand in Cha-am schliesslich ein buntes Team aus aller Herren Ländern zusammen: Engländer, Australier, Malaysier, Indonesier, Deutsche und Schweizer.

Rund um die Uhr wurde operiert. Dies erforderte viel Energie, Medikamente, Material und vor allem eine gute Organisation. Insbesondere die jahrelange Erfahrung von NetAP-Tierarzt Beni Stähelin war nun Gold wert. Da er schon zahlreiche Tierschutzeinsätze auf der ganzen Welt geleistet hatte, kannte er sich mit allen möglichen Medikamenten, Narkosearten, Verletzungen und Krankheiten aus und übernahm nebst seiner eigentlichen Aufgabe, Tiere zu retten, auch die Funktion eines Coaches. Die jungen, motivierten Tierärzte lernten eifrig von dem erfahrenen Profi, welcher in NetAP-Kreisen den Spitznamen «Indiana Jones aus Interlaken» trägt, da er in jeder noch so schwierigen Situation nervenstark und mit stoischer Ruhe das Beste für die Tiere erreicht. Weil viele der jungen Tierärzte länger vor Ort bleiben konnten, war es gerade dieses Coaching durch Tierarzt Beni Stähelin, welches einen zusätzlichen Gewinn für die Tiere versprach.

Jedes tote Tier ist ein totes Tier zu viel
Jeder Helfer war mit viel Herz dabei, denn aufrecht erhalten wurde der Betrieb, nebst den dringend benötigten Spenden, vor allem durch Teamgeist. Trotz der schwierigen Situation gaben alle ihr Bestes, was selbst die Tiere zu spüren schienen. Obschon viele von ihnen sehr verängstigt waren, so schienen sie dennoch zu fühlen, dass man ihnen hier einfach nur helfen wollte.

Immer wieder trafen neue Tiere ein. Jedes gerettete Tier war ein Lichtblick für die Teams, die mit Booten ununterbrochen in den überfluteten Gebieten patrouillierten. Die Arbeit war sehr belastend. Mit Tränen in den Augen berichteten sie von den vielen leblosen Körpern, die an den Booten vorbeitrieben. Jedes tote Tier war eines zu viel. Jedes gerettete Tier war 100% gerettetes Leben.

Als die Fluten endlich zurückgingen, wurden die Tiere wieder freigelassen. Bis dahin mussten die Tiere versorgt und wenn möglich kastriert werden. Denn Kastrationen sind der beste Weg, um das immense Leid der Streuner proaktiv und nachhaltig einzudämmen und vielleicht eines Tages zum Verschwinden zu bringen. Damit dies möglich war, wurden bald weitere Tierärzte von NetAP in Bangkok erwartet.

Der leise Tod der vergessenen Opfer
Sie leiden meist leise und sterben auch leise. Ungehört von der Weltbevölkerung sterben jedes Jahr unzählige Tiere an den Folgen von Naturkatastrophen oder Kriegen. Für Menschen in Not gibt es Krisenstäbe. Glücksketten, Fernsehspendenmarathons und andere Spendenaktionen werden dafür ins Leben gerufen. Der Mensch ist immer besser darauf vorbereitet, seinesgleichen in der Not zu helfen, und das ist auch gut so. Dass aber in solchen Situationen immer auch viele Tiere leiden und sterben, bleibt in den Medien meist unerwähnt. Spendenaufrufen für Tiere folgen bedauerlicherweise nur wenige.
Dass eine kleine Organisation wie NetAP in der Lage ist, in einem solchen Krisenfall sofort zu handeln und Tierärzte, Medikamente und andere Mittel zur Verfügung stellen kann, ist nicht zuletzt der Tatsache zu verdanken, dass sämtliche Beteiligten bei NetAP, also auch die Tierärzte, ehrenamtlich für die Sache der Tiere arbeiten. Kosten für Lager- und Büroräumlichkeiten sowie viele weitere notwendige Ausgaben werden vom Vorstand finanziert. Ein eigentliches Fundraising betreibt die Organisation nicht. Die Menschen bei NetAP sind Idealisten und der Sache verpflichtet. Sie sind der Überzeugung, dass jedes Leben schützenswert ist. Sie machen keinen Unterschied zwischen den Arten. Dabei wollen sie nicht den Status des Menschen senken, sondern denjenigen der Tiere anheben. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, ist NetAP dringend auf Spendengelder angewiesen. Jeder gespendete Franken kann und wird gezielt und vollumfänglich für die Tiere eingesetzt. So kann NetAP da sein, wo die Not gross ist und die Hilfe die Lebenssituation der betroffenen Tiere nachhaltig verbessert.

NetAP – Network for Animal Protection

NetAP ist eine in der Schweiz und im Ausland tätige Tierschutzorganisation mit Schwerpunkten in den Bereichen «Streuner» und «Nutztiere». Zu den wichtigsten Projekten von NetAP gehören nebst Kastrationsaktionen Hilfe für Arbeitsesel in Tansania, Bekämpfung der Langzeittransporte von sogenannten Nutztieren, Streunerprojekte in Italien, Indien und Thailand, die Gassentierarztsprechstunde für armutsbetroffene Menschen in der Schweiz sowie eben auch Katastropheneinsätze.

Weitere Infos unter
www.netap.ch
Spenden auf Postkonto:
85-788418-5

Quelle: Welt der Tiere

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