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Ferien statt Haustier

Vor und während der Sommerferien kommt es immer mal wieder vor, dass Haustiere ausgesetzt werden. Die Besitzer wollen in die Ferien, ein Ferienplatz für das Tier ist zu teuer und von den Nachbarn hat niemand Zeit. Die Idee, das Tier irgendwo auszusetzen, wird zur Realität. Dies ist jedoch nicht nur ethisch fragwürdig, sondern kann auch rechtliche Folgen haben. Wer ein Tier aussetzt, muss mit einer Geldbusse von bis zu Fr. 20'000.- oder 3 Monaten Gefängnis rechnen.

In einem Interview erklärt Frau Katharina Beriger von der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN, was man mit einem Findeltier macht und wer dafür zuständig ist.

Nina Wettstein: Gibt es allgemein mehr ausgesetzte Tiere vor und während der Sommerferien als in den übrigen Jahres- und Ferienzeiten?
Katharina Beriger: Ja, tendenziell schon, wobei hier in der Schweiz eher selten Tiere ausgesetzt werden.*

Welche Tiere werden am meisten ausgesetzt?
Obwohl sie zu den am meisten gehaltenen Haustieren gehören, werden Hunde und Katzen sehr selten ausgesetzt. Meist sind es Kaninchen, Hamster und andere Nager.

Was sollte man tun, wenn man ein ausgesetztes Tier findet?
Zunächst muss man dieses der Schweizerischen Tiermeldezentrale (STMZ) melden, um herauszufinden, ob das Tier wirklich ausgesetzt wurde oder nur davongelaufen ist. Bei dieser Tiermeldezentrale werden alle Tiere eingetragen, die entweder gefunden oder vermisst werden. Man kann aber auch den Tierrettungsdienst rufen, zu einem Tierarzt gehen oder auf die Gemeinde, um zu kontrollieren, ob das Tier gechippt ist. Bei den Hunden ist das Chippen übrigens obligatorisch, bei den Katzen noch nicht.

Wenn man das Findeltier behalten will, darf man das dann auch?
Ja, es ist erlaubt. Allerdings muss der Finder seine Angaben beim Veterinäramt oder dem Tierrettungsdienst hinterlassen. Wenn sich der rechtmässige Besitzer nach 2 Monaten nicht gemeldet hat, darf man das Tier behalten und der vorherige Besitzer hat kein Anrecht mehr darauf.

Es gibt auch Tiere, die auf schreckliche Art und Weise, wie z.B. in Plastiksäcken im Wald deponiert, ausgesetzt werden. Diese Tiere könnten aggressiv auf Menschen reagieren. Kann sich der Finder eventuell an Tier im Recht wenden, wenn er nicht weiss, wie er mit dem Tier umgehen soll?
Nein. Die Stiftung Tier im Recht ist dafür nicht zuständig. In solch einem Fall sollte man sich an einen Tierarzt oder einen Tierpsychologen wenden. Vielleicht auch an die Polizei, wobei ich davon abrate, da ein Tierarzt oder Tierpsychologe darauf spezialisiert ist, sich um Tiere in einem solchen Zustand zu kümmern.

Wenn die Person, welche das Tier ausgesetzt hat, bekannt ist, soll man diese anzeigen?
Ja, definitiv. Ein solches Vergehen sollte man nicht durchgehen lassen.

Tier im Recht Transparent

In diesem Buch werden alle Rechtsfragen, von der Anschaffung bis zum Ableben des Haustieres, einfach erklärt und die wichtigsten Fragen beantwortet. Ein Buch mit vielen Tipps für die Praxis, um rechtliche Probleme mit Nachbarn, Vertragspartnern und Behörden zu vermeiden. Ausserdem enthält es Musterformulare, hilfreiche Adressen und Links. Ein Muss für jeden Haustierhalter. Erhältlich ist das Buch auf:

www.tierimrecht.org
www.amazon.de

Petfinder Shop

Im Interview mit Frau Katharina Beriger kamen wir auf die Stiftung Tier im Recht zu sprechen. Was die Stiftung genau ist und was sie tut, erklärt Frau Vanessa Gerritsen von VIER PFOTEN, welche in Kürze zu Tier im Recht wechselt.

Nina Wettstein: Frau Gerritsen, was ist das für eine Stiftung?
Vanessa Gerritsen: Die Stiftung Tier im Recht setzt sich für die Rechte und Einhaltung der Gesetze im Umgang mit Tieren ein. Ausserdem helfen wir Tierhaltern bei Rechtsproblemen mit Haustieren. Zum Beispiel, wenn ein Büsi immer in den Garten des Nachbars uriniert und dieser das Büsi abschaffen lassen will, können wir dann klären, ob der Nachbar das Recht hat, dies zu verlangen. Für Rechtsfragen gibt es auch das Buch „Tier im Recht Transparent“, in dem man nachschlagen kann, falls man Fragen hat.

Was genau macht Tier im Recht?
Wie gesagt, setzen wir uns für die Tiere ein. Momentan ist es unser Ziel, in jedem Kanton einen Tieranwalt einzuführen, da es diesen bis jetzt nur im Kanton Zürich gibt. Ausserdem haben wir nachgeforscht, ob es rechtlich möglich ist, den Import von Pelzen, die von gequälten Tieren stammen, zu verbieten.

Was ist ein Tieranwalt und was macht er?
Ein Tieranwalt hat die gleiche Funktion wie ein Anwalt für Menschen. Da sich ein Tier vor Gericht nicht verteidigen kann, übernimmt dies der Anwalt.

Was sind die Ziele von Tier im Recht?
Wir versuchen, die Mensch-Tier-Beziehung zu verbessern. Es soll eine gesunde, respektvolle Beziehung sein. Ausserdem wollen wir den Schutz der Tiere optimieren.

Wann braucht man die Hilfe von Tier im Recht?
Die Hilfe von Tier im Recht braucht man im Allgemeinen nur bei Rechtsfragen rund um das eigene Tier.

Vielen Dank an Frau Katharina Beriger und Frau Vanessa Gerritsen für das Interview.

*Beim Nachforschen in verschiedenen Tierheimen erfuhr ich, dass heutzutage in der Schweiz zum Glück fast keine Tiere mehr ausgesetzt werden. Die meisten Tiere werden im Ausland ausgesetzt, wo sie dann in einem Tierheim landen und meist dort bleiben, bis sie sterben.

VIER PFOTEN ist eine Tierschutzorganisation, die sich für misshandelte Tiere einsetzt und die Vision einer Welt ohne Tierleid hat. Damit ihre Projekte möglichst langfristig halten, versuchen sie ihre Ziele auch auf gesetzlicher Ebene durchzusetzen. VIER PFOTEN ist international aktiv und finanziert sich über Spendegelder.

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