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Happy End für Auslandhunde

Der Tierschutzverein Europa und die Tierschutzorganisation Arconatura in Linares, Andalusien, kämpfen um das Überleben und die Vermittlung vieler ausgesetzter Hunde. Die Familie Habegger aus dem Baselbiet bietet gleich drei solch vermittelten Hunden ein Zuhause und erfreut sich jeden Tag ob diesen dankbaren Hundenasen.

Auslandhunde

Im Haushalt von Ursula und Peter Habegger geht es fröhlich zu und her. Mit überschäumender Freude wird die Autorin im Hauseingang von der vierköpfigen Hundeschar begrüsst. «Besuch ist für unsere Rasselbande immer eine feine und aufregende Sache», entschuldigen sich Habeggers lachend für den freudigen Tumult. Da ist die reinrassige, sechs Monate alte Cane-Corso-Hündin Kyra, der dreijährige Riesenschnauzer-Griffon-Mischling Hamilton, der fünfjährige Dackel-Husky-Mischling Charly und der einjährige Bolonko-Swetna-Mischling Elvis. Charly stammt aus Griechenland und wurde als Welpe einfach auf einer Autobahn ausgesetzt. Hamiltons und Elvis’ Heimat ist Andalusien. Auch sie wurden verstossen und fanden Zuflucht im Heim des Vereins Arconatura in Linares, das von 20 aktiven Tierschützern geführt wird. Zu Habeggers kamen die drei Hundenasen über den Tierschutzverein Europa, eine Organisation mit über 80 aktiven und unentgeltlich arbeitenden Mitgliedern, die eng mit spanischen Tierschützern und Heimen zusammenarbeitet, diese unterstützt und für die Vermittlung der Hunde nach Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz besorgt ist. Seit der Gründung im 2006 konnten dadurch über 1581 Hunde an einen guten Platz vermittelt werden.

Schwierige Ausgangslage für unzählige Hundeschicksale
«Die Spanier gehen mit ihren Tieren grausam um. Ich habe noch nie so viel Ignoranz und Brutalität den Tieren gegenüber gesehen wie in Spanien. Am allerschlimmsten ist es aber in Andalusien», schimpft Ute Hübner, erste Vorsitzende des Tierschutzvereins Europa. Im Bauernstaat Andalusien sei das Tier aus langer Tradition her nichts wert und die Meinung, dass ein Tier keine Seele habe, weit verbreitet. Viele Tiere werden ausgesetzt oder gequält. Ganz schlimm werde mit den Jagdhunden umgegangen. Der Verein Arconatura in Linares, Andalusien, kämpft zusammen mit dem Tierschutzverein Europa aber nicht nur um das Überleben solcher Tiere. Die Mitglieder führen auch Schul- und Informationskampagnen durch, um die Andalusier für die Tiere und ihre Bedürfnisse vermehrt zu sensibilisieren. Ein harter Kampf, denn die Tierschutzorganisationen bekommen keine Unterstützung vom Staat Spanien und sind auf Spenden angewiesen. Im Heim in Linares leben zurzeit 150 Hunde, dies auf knappen 400 Quadratmetern. Und wöchentlich werden es leider mehr. Die Wirtschaft liegt am Boden. Deshalb sind viele Spanier gezwungen, ihre Häuser zu verkaufen. Da praktisch jeder Hausbesitzer in Spanien Hunde hält, diese in Mietwohnungen aber generell nicht erlaubt sind, werden immer mehr Hunde ausgesetzt oder direkt in der Perrera (Tötungsstation) abgegeben. «Allein im andalusischen Andújar ist die Tötungsrate um wöchentlich 10 Prozent gestiegen. Die Heime in der Umgebung platzen aus allen Nähten. Die Hunde sind gezwungen, auf engstem Raum zusammenzuleben, was zu schrecklichen Raufereien bis in den Tod führen kann», entrüstet sich Hübner.

Die neue Chance auf ein schönes Leben
Umso mehr sind Habeggers froh, genau solchen Hunden ein Heim zu bieten. Begonnen hatte alles mit Charly. «Unsere erste Hündin verfiel in eine Depression, als unsere drei Katzen innerhalb eines Jahres alle starben», erklärt Ursula. Habeggers entschieden sich für einen Zweithund. Schnell wurde auch klar, dass sie einem Heimhund ein gutes Plätzchen bieten wollten. Im Internet stiessen sie auf die Seite des Tierschutzvereins Europa und auf Charly. Sämtliche Tiere werden auf der Webseite mit Foto und genauer Charakterbeschreibung vorgestellt. Dass auch negative Seiten der Hunde nicht verschwiegen wurden, fanden Habeggers besonders sympathisch. «Die Leute sollen schliesslich genau wissen, auf was sie sich einlassen», findet Ursula. Nur so sei gesichert, dass der Hund auch einen guten Platz bekomme. Aber auch der Tierschutzverein Europa prüft die künftigen Hundebesitzer. Nach der ersten Kontaktaufnahme mussten Habeggers einen langen Fragebogen ausfüllen und einen Termin für eine Vorkontrolle bei ihnen zuhause vereinbaren. Nachdem der Tierschutzverein seine Einwilligung für die Vermittlung gab, konnte Charly, der sich immer noch in einem griechischen Heim befand, mit einem Flugpaten seine Reise zu seinem neuen Heim antreten. «Die Charakterbeschreibung war goldrichtig», erzählt Ursula. Für unsere Hündin und den kleinen Charly war es Liebe auf den ersten Blick. Für die Hündin war Charly ein Jungbrunnen und sie für ihn eine Ersatzmama. Die beiden waren unzertrennlich. So sehr, dass sich Habeggers Sorgen machten, war ihre Hündin doch schon sieben Jahre älter als Charly. Als sie in die Tage kam, war schnell klar, dass Charly mit dem Verlust nicht klarkommen würde. Da Habeggers ein grosses Haus mit Umschwung haben, stand einem dritten Hund nichts im Wege. Sie entschieden sich für Hamilton, einen grossen verschmusten «Teddybären» aus Andalusien. Ein guter Entscheid. Denn dreiviertel Jahre später starb die Hündin. Charly trauerte ganze vier Monate um seine Begleiterin. «Nicht auszudenken, wie das ohne Hamilton gewesen wäre, der immer wieder versuchte, Charly zum Spielen zu animieren und es dann auch wirklich schaffte», sind sich Habeggers einig.

Liebe und Geduld wird doppelt und dreifach belohnt
Mittlerweile ist das Rudel mit dem kleinen Wirbelwind Elvis auf vier Hunde angewachsen. Habeggers bereuen keine Minute. Es sei unglaublich, mit wie viel Liebe diese Tiere ihre Dankbarkeit zeigten. «Natürlich braucht es viel Zeit und am Anfang auch Geduld, denn Heimtiere müssen vieles erst lernen. Auch in Sachen Sauberkeit müssen wir hie und da ein Auge zudrücken, denn vier Hunde, die im Haus und Garten ein- und ausgehen, bringen auch viel Schmutz», meint Peter. Auch müsse man wissen, dass Heimhunde extreme Verlassensängste haben können. So würden Hamilton und Elvis heute noch auf Schritt und Tritt ihren Herrchen folgen, und sei es nur, wenn sie kurz das Zimmer wechseln würden. Heimhunde seien sensibler, aber auch folgsamer, finden Habeggers. Während des Gesprächs hat sich die Aufregung im Rudel gelegt. Selig schlummernd und eng aneinander gekuschelt liegen die vier Hunde, die unterschiedlicher nicht sein könnten, unter dem Esstisch. Das Glück, nun endlich doch noch ein richtiges Zuhause mit viel Liebe gefunden zu haben, ist spürbar. Ein wahres Happy End.

Tierschutzverein Europa

Der Tierschutzverein Europa mit Sitz in Mainz ist ein vom deutschen Finanzamt gemeinnützig anerkannter Verein mit über 80 unentgeltlich arbeitenden Mitgliedern. Die Tiere, die vom Tierschutzverein Europa vermittelt werden, verlassen ihre Heimat mit allen erforderlichen Papieren, sind entwurmt, ausreichend geimpft, gechipt und – sofern sie älter als zehn Monate sind – mittels eines gros­sen Bluttests auf Mittelmeerkrankheiten getestet. Der Tierschutzverein Europa empfiehlt den neuen Besitzern, vor allem den Leishmaniose-Test nach einem Jahr zu wiederholen, da diese Krankheit eine Inkubationszeit von sechs Monaten bis fünf Jahre haben kann. Der Verein widmet diesem Thema eine spezielle Rubrik auf seiner Webseite. Es versteht sich auch von selbst, dass die neuen Hundebesitzer ihr Tier bei der Einfuhr in die Schweiz verzollen müssen.

Tierschutzverein Europa e.V.
www.tierschutzverein-europa.de

Spendenkonto:
Tierschutzverein Europa e.?V., St. Galler Kantonalbank
9430 St. Margrethen, Banknummer: 90-219-8
Vereinskonto: 25 55 345.289-04, CHF; Banken-Clearing=BC: 781-25

Quelle: Welt der Tiere

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