Logo

...der Wildpark Langenberg?

Es war Carl Anton Ludwig von Orelli, Forstmeister der Stadt Zürich, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts seine «längst gehegte Lieblingsidee» in die Tat umsetzte und «durch Bevölkerung des unvergleichlich schönen Stadtwalddistriktes Langenberg einen Wallfahrtsort für Erholungsbedürftige und Lernbegierige von Nah und Fern» schuf. Anfangs lebten vor allem Rothirsche im Langenberg, zwischenzeitlich gab es jedoch auch exotische Tiere wie Leoparden zu sehen. Unterdessen ist der Langenberg bekannt dafür, dass einheimische und ehemals einheimische Wildtiere wie verschiedene Hirscharten, Wisente, Wildschweine und Murmeltiere, aber auch Raubtiere wie Bär, Luchs, Fuchs und Wolf die naturnahen Anlagen bevölkern.

 

luchs

Eine Kombination von Wald, Wildnis und Tieren
Seit 2009 ist der Langenberg in die Stiftung Wildnispark Zürich integriert und eines ihrer beiden wichtigsten Angebote. Der andere Teil – der Sihlwald – ist seit 2010 der erste und bislang einzige national anerkannte Naturerlebnispark der Schweiz. Zusammen bieten sie eine einzigartige Kombination von Wald, Wildnis und Tieren und bilden damit einen Kontrast zur Agglomeration der Grossstadt Zürich. Die Stiftung ist getragen durch die Stadt Zürich, die Gemeinden des Bezirks Horgen, den Kanton Zürich und Pro Natura Zürich. Durch diese breite Abstützung und die Unterstützung des Hauptsponsors Zürcher Kantonalbank steht die noch junge Stiftung auf einem gesunden Fundament.

Im Rhythmus der Natur …
Im Wildnispark Zürich führt die Natur das Zepter. Der Sihlwald entwickelt sich in seinem eigenen Rhythmus und ohne fremde Eingriffe zu einem eigentlichen Naturwald. Die Tierhaltung im Langenberg macht es zwar möglich, Luchs, Elch, Steinbock und Co fast wie in freier Natur zu erleben. Die Tiere haben aber auch die Möglichkeit, sich zurückzuziehen, so dass die Besucherinnen und Besucher sich zuweilen in Geduld üben müssen, um sie zu entdecken.

… ähnlich wie in freier Wildbahn
Die Wildkatzen lauern – auf was, bleibt dem Besucher vorerst verborgen. In der Anlage befinden sich 20 Kisten, die nach Zufallsprinzip mit Ratten bestückt werden. Zu einer beliebigen Zeit geben sie die Nahrung ferngesteuert frei und die Wildkatzen, die zwar die Beute vorher gerochen haben, können sich auf das Fressen stürzen. Auf diese Weise sind die Tiere während eines grossen Teils des Tages in ähnlicher Weise wie in freier Wildbahn beschäftigt. Da das Leben in Menschenobhut viel weniger abwechslungsreich ist und daher auch weniger Herausforderungen bietet, ist eine solche Beschäftigung immens wichtig.

Im Freiland machen Nahrungssuche, Fortpflanzung, Jungenaufzucht und je
nach Tierart soziale Kontakte einen Grossteil des täglichen Lebens der Wildtiere aus. Aus diesem Grund wird diesen Verhaltensbereichen auch im Langenberg viel Raum gegeben.

Wölfe haben eine streng strukturierte soziale Ordnung, die bisweilen gar brutal wirkt, wenn man die Tiere am unteren Ende der Hierarchie beobachtet. Das Leben im Rudel gibt den einzelnen Individuen aber auch Sicherheit und die gemeinsame Aufzucht der jungen Wölfe schweisst zusammen. Wölfe sind im Freiland vor allem mit Artgenossen beschäftigt, dadurch ist ihre Haltung im Gehege weniger anspruchsvoll, wenn sie auch im Tierpark im Rudel leben. Aber es kann zu Konflikten kommen: Im Freiland können sich die Tiere mit dem niedersten Rang, die sogenannten Prügelknaben, vom Rudel entfernen und später vielleicht sogar ein eigenes Rudel gründen. In einem Tierpark besteht diese Möglichkeit nicht und unter Umständen müssen dann solche Tiere getötet werden, wenn sie von den Artgenossen zu heftig angegriffen und verletzt werden.

Botschafter ihrer freilebenden Artgenossen
Für den Wildnispark Zürich sind die Tiere in den Anlagen Botschafter für ihre Artgenossen in freier Natur. Aus diesem Grund machen Auskunftspersonen (Wildnisboten) und Infotafeln jeweils auch auf die Situation der entsprechenden Tierart im Freiland aufmerksam. Gleichzeitig engagiert sich der Wildnispark Zürich in internationalen Erhaltungszuchtprogrammen und Wiederansiedlungsprojekten. Gerade Ende des letzten Jahres konnte das Wiederansiedlungsprojekt der Przewalskipferde in der Mongolei – an welchem der Wildnispark Zürich massgeblich beteiligt ist – einen Erfolg feiern: die Tierart wurde von der IUCN (international Union for Conservation of Nature) von «kritisch gefährdet»  auf  «gefährdet» zurückgestuft, nachdem sie erst 2008 den Status «im Freiland ausgestorben» verloren hatte.

Erlebniswelten
In den letzten Jahren wurde der Langenberg West mit Wisent, Elch, Fuchs, Przewalskipferd und Reh vergrössert, die Tieranlagen erneuert und fünf Erlebniswelten geschaffen, in denen die Beziehung Mensch-Tier in verschiedenen Kulturen und zu verschiedenen Zeiten thematisiert wird. Im Elchstall finden die Besuchenden Alltagsartikel, die in einem Zusammenhang mit dem Elch stehen. Die Fuchsscheune zeigt den Lebensraum, den der Fuchs inmitten der Menschen auf dem Bauernhof oder sogar in der Stadt gefunden hat. Die mongolische Jurte thematisiert das Leben der Nomaden und der Przewalskipferde in der Gobi B und auf dem Urzeit-Rundweg begegnet man Höhlenmalereien oder kann im Knochenwald Jagdreste aus der Steinzeit identifizieren. Die neuen Anlagen wurden im Oktober 2011 anlässlich des jährlich stattfindenden Wildnispark-Fests eingeweiht.

Quelle: Welt der Tiere

Benutzer:
Passwort:
Neu registrieren
Passwort vergessen?

Infobox

Wildnispark Zürich, Langenberg und Sihlwald
www.wildnispark.ch

Unterlagen zu Führungen, Kursen und Veranstaltungen sowie Tier- und Sihlwaldpatenschaften können unter 044 722 55 22 oder info[at]wildnispark.ch bestellt werden

Für Spenden:
ZKB-Konto/IBAN-Nr. CH14 0070 0110 0017 3782 3

Öffnungszeiten
Die meisten Tieranlagen im Langenberg, der Sihlwald, Wanderwege, Feuerstellen, Spielplätze, Erlebnispfade und der Aussichtsturm Hochwacht, sind jederzeit kostenlos zugänglich.

Der Westteil des Langenbergs und das Wildkatzenhaus sind April–Okt. von 8 bis 19 Uhr und Nov.–März von 8 bis 16 Uhr geöffnet, die begehbare Wildschweinanlage ganzjährig von 8 bis 16 Uhr.

Das Besucherzentrum in Sihlwald mit Museum und Shop ist 2012 vom 21. März bis 4. Nov. jeweils Di–Sa, 12–17.30 Uhr, und So/allg. Feiertage, 9–17.30 Uhr, geöffnet. Kosten nur bei Museumseintritt.

Verpflegung
Restaurant im Langenberg: täglich 9–17 Uhr (Selbstbedienung) und Di–Sa, 18–22.30 Uhr (à la carte).

Café im Besucherzentrum in Sihlwald: kleine Imbissmöglichkeiten während der Öffnungszeiten des Besucherzentrums.

Anreise
Mit dem ÖV (S4 ab Zürich HB) bis Wildpark Höfli, Langnau-Gattikon oder Sihlwald.

Beachten Sie den Ausflugsplaner auf www.wildnispark.ch.
Parkplätze vorhanden.

Stiftung Wildnispark Zürich
Alte Sihltalstrasse 38
8135 Sihlwald
044 722 55 22