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...die Stiftung TierRettungsDienst?

Verletzte Hunde, ausgesetzte Katzen, entkräftete Greifvögel – der «TierRettungsDienst» kümmert sich über 3000 Mal im Jahr um Tiere in Not. Manchmal entpuppt sich ein verletzter Igel als grosser Stein, der in der Wiese liegt, die etwas apathische Katze als ein schwer verletztes «Mähdrescher-Büsi» oder der kleine Adler als Mauersegler. Die Tierretterinnen wissen nie, was sie am Einsatzort tatsächlich erwartet. Genau so wie an diesem einen Tag, der beispielhaft für so viele Tage gerade in den Sommermonaten ist.

Heidi Randegger

02.00 Uhr: Eine Frau wird notfallmäs­sig ins Krankenhaus eingeliefert. Ihr West Highland White Terrier wird von der Polizei an die Fahrerin übergeben. Der Kleine findet im Tierheim Pfötli so lange Unterschlupf, bis er wieder zurück nach Hause kann.

8.00 Uhr: Arbeiter finden vier verlassene Jungvögel auf einer Baustelle. Trotz längerem Beobachten wurden die Elterntiere nicht gesehen. Die vier Piepmätze werden durch den TierRettungsDienst auf direktem Weg in die Voliere Mythenquai gebracht.

Zur gleichen Zeit öffnet das Tierheim Pfötli in Winkel bei Bülach seine Türen. Im Sekretariat wartet ein Berg Arbeit. Alle Tiere, die ins Pfötli kamen oder nach Hause durften, müssen im Computersystem entsprechend erfasst werden. Ebenso die Einsätze der Tierretterinnen, um Klarheit zu schaffen, welches Tier welche Geschichte mit sich bringt. E-Mails werden beantwortet, An- und Ummeldungen von Mikrochipdaten bei der ANIS (Animal Identity Service) getätigt, Rechnungen geschrieben oder Futter für die Tiere bestellt.

8.15 Uhr: Zeit für den morgendlichen Hundespaziergang. Alle, die in der Tierpflege arbeiten, machen erst einmal eine ausgiebige Runde mit den Tierheimhunden.

8.30 Uhr: Der West Highland White Terrier, der in der Nacht kam, hat erbrochen und zeigt sich leicht apathisch. Er wird für weitere Abklärungen zum Tierarzt gefahren.

Unterdessen werden im Tierheim die Tiere gefüttert und deren Boxen und Räume gereinigt. In einem Turnus von drei bis vier Tagen betreuen die Mitarbeiterinnen jeweils einen Bereich: die «Mitte», in der Kleintiere, Vögel und Katzen untergebracht sind, den Hundebereich oder die Quarantäne. Systematisch gehen die Tierpflegerinnen von Raum zu Raum, reinigen die Kistchen, Böden oder Zwinger, geben Futter und frisches Wasser, wo nötig werden Medikamente verabreicht und wo immer möglich Streicheleinheiten verteilt.

10.00 Uhr: Ein verletzter Igel wird in einem Garten aufgefunden. Ein Rettungsfahrer holt ihn ab und bringt ihn ins Tierspital.

11.30 Uhr: Eine geschwächte Taube ist als Nächstes dran. Auch sie findet Aufnahme in der Voliere Mythenquai.

12.00 Uhr: Das Mittagessen muss warten. Eine Katze wurde angefahren und liegt verletzt am Strassenrand. Nun zählt jede Minute. Hochkonzentriert und schnellstmöglich macht sich die Tierrettungsfahrerin auf den Weg zum Unfallort. Vorsichtig wird die Patientin in einen Transportkorb gelegt und sofort ins Tierspital gefahren.

13.30 Uhr: Ein Golden Retriever, der tags zuvor in einem Park in Zürich gefunden wurde, darf zurück nach Hause.

14.05 Uhr: Das Tierspital ruft an. Ein Turmfalke kann nach der Behandlung wieder zurück in die Greifvogelstation gefahren werden. Auch solche Transportfahrten gehören zum Tierrettungsalltag.

14.20 Uhr: Eine verwilderte Katze konnte mit der Katzenfalle eingefangen werden. Um dem Tier so viel Stress wie mög­lich zu ersparen, fährt sie die Fahrerin schnellstmöglich für die Kastration und den Leukosetest zum Tierarzt.

Auch im Tierheim ist währenddessen viel los. Seit Mittag laufen im Sekreta­riat die Telefone heiss. Leute informieren sich über Tierhaltung und -pflege, suchen einen neuen vierbeinigen Mitbewohner oder vermissen ein Tier. Bis zu 50 Anrufe beantworten die drei Sekretariatsmitarbeiterinnen am Tag.

Wenn immer möglich, erhalten die Hunde am Nachmittag zusätzliche «Trainingseinheiten». Mit viel Gefühl und Konsequenz wird an deren kleineren und grösseren Verhaltensauffälligkeiten gearbeitet. Dank der guten Ausbildung aller Mitarbeitenden und der Unterstützung einer Verhaltenstherapeutin werden regelmässig grosse Fortschritte bei den einzelnen Tieren erzielt. Eine wichtige Voraussetzung, damit die Hunde schneller einen guten Platz finden.

14.30 Uhr: Eine Frau meldet sich am Schalter des Tierheims. Sie hat einen Termin für eine Katzenplatzierung. Eine halbe Stunde später wird sie einen Tierplatzierungsvertrag unterschreiben und damit der alten Katzendame Julia eine Chance auf einen schönen Lebensabend schenken. Auch drei Rennmäuse, zwei Wellensittiche und eine weitere Samtpfote werden diesen Nachmittag nach intensiven Platzierungsgesprächen mit den zukünftigen Tierhaltern zu ihren neuen Familien ziehen.

15.35 Uhr: Auf dem Gelände einer Versicherung entdecken Mitarbeiter zwei verlassene Entenbabys. Eingefangen und sicher in einer Transportbox untergebracht geht es Richtung Zürich. Auch in diesem Fall ist die Voliere Mythenquai ein verlässlicher Partner und übernimmt die beiden kleinen Flaumbällchen.

16.00 Uhr: Ein Sennenhund-Mischling wird auf einer Hauptstrasse aufgegriffen. Der Hund trägt einen Chip und kann kurze Zeit später dem Besitzer übergeben werden.

16.45 Uhr: Drei verwaiste Igelbabys werden von der Tierretterin aus einem Lüftungsschacht befreit und in die Igelstation gefahren.

17.50 Uhr: Eine Katze hat sich in einer Werkstatt verkrochen. Das verstörte Tier kann mit Geduld und Ruhe eingefangen werden. Dank dem Hinweis einer Nachbarin sind die Besitzer schnell gefunden. Diese sind glücklich, ihre kleine Ausreisserin wieder bei sich zu wissen.

Inzwischen werden die Tierretterinnen von ihren ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen abgelöst. Eine der acht freiwilligen Einsatzleiterinnen übernimmt die Betreuung der Notfallzentrale. Das Telefon steht kaum still. Einzig im Tierheim kehrt langsam Ruhe ein. Eine Mitarbeitende bleibt die ganze Nacht im Heim, so kann sie Tiere, die auch zu später Stunde von den Rettungsfahrerinnen und -fahrern gebracht werden, erstversorgen und sicher unterbringen.

18.20 Uhr: Ein junger Mauersegler wird von einer Passantin auf einem Gehsteig gefunden. Sicher in einer Transportbox untergebracht, darf er in die auf Mauersegler spezialisierte Pflegestation.

19.15 Uhr: Anruf der Polizei. Der kleine Hund eines soeben verstorbenen Mannes muss abgeholt werden. Bis abgeklärt ist, wer weiter für das Tier sorgt, darf er im Tierheim Pfötli bleiben.

21.10 Uhr: Eine Landschildkröte ist in Uster zugelaufen. Sie findet vorerst Unterschlupf im Tierheim Pfötli und wird der kantonalen Meldestelle für vermisste Tiere gemeldet.

22.30 Uhr: Noch einmal ein umherstreunender Hund. Der letzte Einsatz für diesen Tag. Auch dieser Vierbeiner trägt zum Glück einen Chip und kann gesund und munter seinem Zweibeiner zurückgebracht werden.

Die Nachtdienstleistende im Tierheim macht sich auf den letzten Kontrollrundgang. Vorbei am Schweinegehege, in dem es sich Napoleon, Cäsar und Josephine, die drei Minipigs, bereits im Stroh gemütlich gemacht haben. Sie wurden abgegeben, als sie für den Gartensitzplatz in einer Wohnsiedlung zu gross wurden. Es sind Tiere, die schwer zu vermitteln sind. Aber im Pfötli-Team ist man sich einig: Es braucht einfach Geduld, und irgendwann werden sich auch die richtigen Menschen für die drei Säuli melden.

Fakten und Zahlen
1993 wurde der «TierRettungsDienst – Leben hat Vortritt» als Verein von aktiven und engagierten Tierschützerinnen und Tierschützern gegründet. Die Anzahl der Einsätze stieg schnell an. Für die Rettungsteams wurde es immer schwieriger, die aufgefundenen Tiere in einem Tierheim unterzubringen.

1998 konnte das Tierheim Pfötli eröffnet werden. Eine wichtige Ergänzung zur Arbeit auf der Strasse. Seither finden immer mehr in Not geratene Tiere im Tierheim Zuflucht.

2006 wurde der Verein in eine Stiftung umgewandelt, welche der eidgenössischen Stiftungsaufsicht unterstellt ist. Die Organisation erhält keine öffentlichen Gelder und finanziert sich über Spenden und Legate.

Die Organisation heute
Über die Jahre haben die Mitarbeitenden einen professionellen Tierschutz aufgebaut, den Polizei, Behörden und Tierfreunde gleichermassen schätzen. Weit über die Grenzen des Kantons Zürich hinaus sind die Fahrerinnen und Fahrer unterwegs. Nachts und an den Wochenenden sind immer zwei der rund 50 Freiwilligen mit ihren privaten Fahrzeugen, die durch den TierRettungsDienst ausgerüstet und beschriftet wurden, im Einsatz. An Wochentagen ergänzen zwei festangestellte Fahrerinnen die Arbeit auf der Strasse.

Im dazugehörenden Tierheim Pfötli besteht die Möglichkeit, Hunde, Katzen und viele verschiedene Kleintiere unterzubringen. Sogar Schlangen, Fische, Spinnen, Chamäleons, Hühner, Igel, Ziegen, Esel und Ponys waren im Tierheim schon zu Gast. Selbst in der Nacht können in Not geratene Vierbeiner aufgenommen werden.

Sie werden artgerecht untergebracht und durch engagiertes Fachpersonal und freiwillige Helferinnen und Helfer liebevoll betreut und gepflegt. Jedes Tier erhält zudem eine individuelle tierärztliche Betreuung und wird unter Abschluss eines Schutzvertrages in eine artgerechte Haltung weitervermittelt.

Statistik für das Jahr 2010
3137 Rettungseinsätze, 184 Einsätze für Katzen-Kastrationsaktionen, 1685 Tiere im Tierheim Pfötli aufgenommen.

Alleine in den Sommermonaten Mai bis August 1556 Rettungseinsätze.    <

Heidi Randegger ist Geschäftsführerin der Stiftung TierRettungsDienst

Stiftung TierRettungsDienst – Leben hat Vortritt

Tierheim Pfötli
info@tierrettungsdienst.ch
www.tierrettungsdienst.ch
Spendenkonto: PC 80-310078-8
24-Std.-Notfallzentrale
044 211 22 22

Quelle: Welt der Tiere

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