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Überlebenskampf der Igel

Igel haben es nicht leicht in unserem Land. Sie müssen mit einer steten Abnahme an Lebensraum und Nahrung zurechtkommen. Jedes Jahr sterben Tausende einen unnötigen Tod auf der Strasse oder durch den unsorgfältigen Gebrauch von Motorsensen und Fadenmähern. Es liegt an uns, ob der sympathische Stachelträger eine Zukunft hat und überlebt. Dazu braucht es nicht viel – im Gegenteil, es braucht eigentlich sehr viel weniger: Weniger auf­­räumen, weniger roden, weniger schnell fahren.

Durch die Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft wurde der Igel aus seinen ursprünglichen Lebensräumen in den Siedlungsraum abgedrängt. Doch auch hier wird es für den Igel allmählich eng, es sind vor allem drei Faktoren, die zum Verschwinden des Igels führen werden.

Hunger im traditionell gepflegten Vorgarten

Des Schweizers Liebe gilt nach wie vor seinem ordentlichen und aufgeräumten Garten. Sterile Rasenflächen bieten dem Igel aber weder Futter noch Schutz, das Gleiche gilt für Hecken und Sträucher ohne Unterholz. Mit dem Einsatz von Gift bei der Schädlingsbekämpfung vernichten wir zudem seine natürliche Nahrungsgrundlage.

Es gibt Alternativen: Zeigen Sie Mut zur Wildnis. Überlassen Sie die ungenutzten Teile des Gartens der Natur. Verzichten Sie darauf, unter Sträuchern und Hecken zu roden. Igel brauchen giftfreie, natürliche Gärten mit einheimischen Sträuchern, Gräsern und Blumen, wo Käfer, Raupen, Spinnen und Schnecken ein reichhaltiges Nahrungsangebot gewährleisten. Ein lebendiger Garten bietet vielerlei Unterschlupfmöglichkeiten in Hecken, Gestrüpp, Laub- und Asthaufen, in denen unsere nützlichen Stacheltiere schlafen, ihre Jungen aufziehen und überwintern. Wo der Igel sich heimisch fühlt, finden sich auch andere Wildtiere ein, der eigene Garten verwandelt sich in ein faszinierendes, spannendes Stück Wildnis. Wir sind überzeugt, mit der Natur zu leben, fühlt sich besser an als gegen sie zu kämpfen.

Beim jährlichen Massaker werden Beine, Schnauzen und Oberkörper mitgehäckselt

Motorsensen sind sehr praktisch, aber ebenso gefährlich. Mit ungeheurer Wucht wird alles kurz und klein geschlagen. Problemlos lässt sich damit unter Hecken und Sträuchern roden und selbst an den unzugänglichsten Orten kann man den Wildwuchs bekämpfen.

Das macht die Motorsense auch so gefährlich für Igel, weil sie genau an diesen Orten ihre Tagruhe verbringen. Und weil die Igel vor dem Lärm nicht flüchten, werden sie mitgehäckselt. Abgetrennte Beine, zertrümmerte Schnauzen und andere schwere Verletzungen führen zu einem langsamen und qualvollen Tod. Besonders schlimm trifft es die säugenden Igelweibchen, da sie bei warmem Wetter auf der Suche nach Abkühlung mit dem Oberkörper aus dem Nest ragen. Den traurigen Rest kann sich jeder selbst denken.

Ein weiterer Feind des Igels ist die Stras­se. Stellen Sie sich vor, Sie müssten zu Fuss eine neunspurige Autobahn überqueren. Ohne Fussgängerstreifen. Die Vehikel auf der Strasse wären so breit wie ein Sattelschlepper lang ist und würden mit einer Geschwindigkeit von 200 km/h vorbeidonnern. Das erfordert aussergewöhnlichen Todesmut. Für die meisten Igel gehört es aber zum normalen Nachtablauf.

Igel wählen beim Überqueren von Strassen immer den kürzesten Weg

Der Zürcher Igelforscher Fabio Bontadina hat während seiner wissenschaftlichen Studie festgestellt, dass Igel jede Nacht durchschnittlich acht bis zehn Strassen überqueren müssen. Er hat auch beobachtet, dass sich Igel der Gefahr durchaus bewusst sind und Strassen in grösster Eile und auf dem direktesten Weg überqueren. Und es gehört ins Reich der Legenden, dass sich Igel bei einem herannahenden Fahrzeug einrollen. Im Gegenteil, sie versuchen zu fliehen.

Igel verhalten sich sehr vorsichtig und vernünftig. Es liegt also an uns, wie viele Igel einen sinnlosen Tod auf unseren Strassen sterben müssen.  

Die meisten Menschen freuen sich über eine unverhoffte nächtliche Begegnung mit einem Stachelzwerg, deshalb sollten wir dem Lebensraum des Igels Sorge
tragen.

Chancenloses Verhältnis

Weg in die Sicherheit: Die Strecke über die Strasse beträgt ca. 7 Meter. Ein eiliger Igel schafft 5 km/h. Das Auto kommt mit 50 km/h.

Ein eiliger Mensch ist mit 20 km/h 4-mal so schnell und legt in der gleichen Zeit 4-mal 7 Meter zurück, also 28 Meter. Das entspricht einer neunspurigen Autobahn.

Wirklich beeindruckend wird der Vergleich, wenn man die Geschwindigkeit des todbringenden Fahrzeugs hochrechnet: Das Auto ist 10-mal schneller als der Igel. Auf menschliche Verhältnisse übertragen wäre das Riesenvehikel mit 200 km/h unterwegs.

Quelle: www.weltdertiere.ch



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