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Kleines Plädoyer für das Liegenlassen von Laub

Der konventionelle Garten besteht aus Rasen, Hecken und Ziersträuchern. Sauber zurückgeschnitten und kurzgehalten. Vor allem im Herbst werden die Besitzer dieser Grünzonen von Unruhe gepackt. Dann nämlich macht sich die Natur winterfertig und wirft Laub ab. Dieses Laub ist hässlich und stört. Mit Rechen und Besen, Laubsaugern und -bläsern werden die Grünzonen in ihren geordneten Grundzustand zurückversetzt.

Goldener Herbst mit viel Laub, Igel im Laub
Goldener Herbst mit viel Laub – Bild rechts: Igel im Laub

Laub ist aber mitnichten einfach ein Abfallprodukt, Laub ist ein wichtiges Bindeglied im natürlichen Zyklus. Aus Laub wird wieder Humus, damit gelangen wichtige Nährstoffe zurück in den Boden, auch all die nützliche Bodenbakterien und Pilze brauchen es als Lebensgrundlage.

Für die Tierwelt ist das Laub ein überlebenswichtiger Schutz für die kalte Jahreszeit. Im Laub finden viele Insekten, Larven und Spinnen ein geschütztes Quartier und können so den Winter überstehen. Laub ist eine Art Isolationsschicht für die bodenbewohnenden Kleintiere. Davon profitieren auch die grösseren Tiere wie Igel, Blindschleichen und Vögel. Wo sonst sollten sie Anfang und Ende Winter das dringend benötigte Futter finden? Wohl nicht auf den steril gepützelten immergrünen Rasenflächen.

Das Jahr 2010 wurde zum Jahr der Artenvielfalt erklärt. Artenschutz ist  in Madagaskar oder Sibirien extrem wichtig, aber er beginnt vor unserer Haustüre. Da ist die Mithilfe jedes Grundeigentümers gefragt. Die Liste der gefährdeten Arten in der Schweiz ist lang, helfen Sie duch Nichtstun. Überlassen Sie einen Teil Ihres Landes der Natur und Sie werden erstaunt sein, wieviele Tiere und Pflanzen in einem gutbürgerlichen Wohnquartier heimisch werden können.

Damit die Schweiz nicht zur biologischen Wüste verkommt, ist ein engmaschiges Netz von naturbelassenen Flächen nötig. Mit ein bisschen Mut zur Wildnis wird auch Ihr Garten zu einem Rückzugsgebiet für bedrohte Tierarten und Pflanzen. Zurück zum Laub, hier liegt eine der Grundlagen für eine lebendige, vielfältige Umwelt. Lassen Sie es liegen, wo immer das geht und nicht stört. Es ist auch sehr brauchbar, wenn Sie das Laub zusammenwischen und einen schönen grossen Haufen damit machen. Zusammen mit abgeschnittenen Ästen ergibt das einen idealen Überwinterungsplatz für Igel.

Aber bitte lassen Sie die Hände weg von diesen lärmigen Laubsaug- und Blasgeräten, die für unseren Lebensraum ähnlich verheerend sind wie die Grundnetzfischerei für die Weltmeere. Sie hinterlassen toten Boden.

Es gibt keinen goldenen Herbst und auch kein vertrautes Rascheln beim Spazierengehen ohne das Laub. Obwohl das liegengelassene Laub während des Winters nicht sehr schön ausschaut, ist es doch der natürliche Kontrast zum Frühlingsgrün. Die Verwandlung der braunen Winterbrache in saftstrotzendes Grün macht den Frühling erst so richtig zum Frühling.

Mit einigen wenigen Quadratmetern Laubteppich unterstützen auch Sie die Biodiversität in der Schweiz.

Lassen Sie es einfach liegen!

Text & Bilder: Pro Igel

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