den richtigen hund finden

Welcher Hund passt zu mir?

Die Entscheidung für einen Hundekauf steht. Finden Sie jetzt heraus, welcher Hund wirklich zu Ihnen passt.

Egal, ob Sie sich für einen Mischling oder einen Rassehund entscheiden, ob jung oder alt, vom Züchter oder aus dem Tierschutz. Hunde sind in einem Punkt alle gleich: Sie brauchen Zuneigung, Beschäftigung und Führung – also jemanden, an dem sie sich orientieren können und der sie zuverlässig durch den Alltag leitet. Diese drei Grundbedürfnisse sind neben Futter, Wasser und Schlaf wichtig für das Wohlbefinden eines jeden Hundes.

Entscheidend ist nicht so sehr, wie lange ich mich mit einem Hund beschäftige, sondern wie. Jede Rasse hat typische Talente, die mehr oder weniger in ein menschliches Konstrukt passen. Auch der Charakter jedes einzelnen Hundes spielt eine wesentliche Rolle – ebenso wie seine Gene. Es wäre fatal zu sagen, dass sich nur Golden Retriever, Labradore oder Beagle als Familienhunde eignen. Diese Hunde brauchen jedoch meist eine eher kleinere Individualdistanz und haben eine höhere Reizschwelle als zum Beispiel ein Schweisshund, Dobermann oder Border Collie.

Welpe, Junghund oder erwachsener Hund?

Viele Menschen wünschen sich einen Welpen, weil sie dessen Erziehung von Anfang an beeinflussen können, statt einen Hund mit möglichen «Baustellen» übernehmen zu müssen. Wer sich für einen Welpen entscheidet, der entscheidet sich aber auch für viel mehr Arbeit, als dies bei einem erwachsenen Hund der Fall ist. Die Erziehung eines Welpens ist nicht zu unterschätzen. Er muss vieles lernen, was ein erwachsener Hund – im besten Fall – bereits kann: Alleine bleiben, Autofahren, Stubenrein werden, schön an der Leine laufen und allgemeine Benimmregeln.

Ein Hund vom Züchter

Informieren Sie sich über die verschiedenen Hunderassen nicht nur bezüglich Aussehen, Endgrösse und Haarpflege, sondern auch und vor allem über die ursprünglichen Aufgaben und Arbeitsweisen der betreffenden Rassen. Dies gibt enorm viel Aufschluss darüber, womit Sie bei Hunden im Verhalten rechnen müssen. In einer Rasse, die als Wachhund eingesetzt wurde, schlummert auch heute noch der Beschützer- und Wachinstinkt.

Jagdhunde verlangen einiges an Erfahrung vom Tierhalter

Kaufvertrag

Verlangen Sie unbedingt einen Kaufvertrag. Der seriöse Züchter wird im Kaufvertrag eine Klausel einfügen, wonach er selber ein (Vor-)Rückkaufsrecht hat, damit der Käufer den Welpen/erwachsenen Hund nicht nach Belieben irgendwohin weitergeben kann. Achten Sie bitte darauf, dass in Ihrem Vertrag kein Zuchtrecht und auch keine Verpflichtung zur Kastration besteht.

Ein Hund aus dem Tierschutz

Informieren Sie sich eingängig über Ihren Wunschhund, wenn Sie diesen aus einem Tierheim holen möchten. Das Tierheimpersonal kann Ihnen über Charakter, Vorlieben, Gesundheitszustand, Vorgeschichte und über die Bedürfnisse des Hundes im Idealfall Auskunft geben. Gehen Sie mit dem Tierheimhund auf einen Spaziergang, möglichst vor Ihrer «Adoptionszusage». Besuchen Sie den Hund Ihrer Wahl öfter im Tierheim, bevor Sie ihn abholen.

Hunde aus dem Ausland

Hunde in Tierheimen können oftmals traumatisiert sein. Solche Tiere brauchen viel Zeit, um neuen Menschen vertrauen zu können. Es kann also sein, dass sich aus einem sehr ruhigen, verängstigten und reservierten Hund nach einigen Monaten ein fröhlicher, liebesbedürftiger und lernbegieriger Charakter entpuppt. Es kann auch sein, dass Ihr Hund gewisse Ängste entwickelt hat, die er mit verschiedenen Personen oder Geräuschen in Verbindung bringt. Wenden Sie sich am besten an eine gewaltfrei arbeitende Hundetrainerin, die Ihnen von Beginn an zur Seite stehen kann und weiss, wie man sich gegenüber Angsthunden verhalten muss. 

Vorsorge ist besser als Nachsorge

Achten Sie darauf, dass Ihr Hund an Brustgeschirr (oder Panikgeschirr bei osteuropäischen traumatisierten Hunden) gewöhnt wurde. Viele Strassenhunde wurden mit Schlingen eingefangen, so dass sie auf Halsberührungen oder dortigen Druck mit Panik reagieren. Denken Sie daran, dass oftmals ausländische Hunde unsere Sprache nicht verstehen und sämtliche Kommandos neu aufgebaut werden müssen. Sowieso kommt kein Hund zur Welt, der Sitz, Platz, Fuss und Pfui versteht.

Lebenslange Leinenpflicht

Beachten Sie auch, dass viele Hunde aus dem Süden oder Osten gute Jäger sind und Sie sich vielleicht darüber bewusst werden müssen, dass Sie Ihren Wunschhund niemals ableinen können.

Microchip und Schutzvertrag

Kaufen Sie nur geimpfte, mit Microchip gekennzeichnete und bei AMICUS registrierte Hunde und verlangen Sie unbedingt einen Kaufvertrag/Schutzvertrag.

Hier ist beim Hundekauf besondere Vorsicht geboten

Hundekauf im Ausland

Kaufen Sie keine Hunde in ausländischen Tierhandlungen oder auf Märkten. Kaufen Sie auf keinen Fall Hunde mit kupierten Ohren und/oder kupierter Rute im Ausland. In der Schweiz besteht ein Kupierverbot und ebenso ein Importverbot für kupierte Hunde. Wenn Sie einen Hund im Ausland bei einem vertrauenswürdigen und zertifizierten Züchter kaufen, müssen alle wichtigen Impfungen gemacht worden sein (bei Welpen muss eine tierärztliche Bescheinigung vorliegen, die bestätigt, dass der Welpe nie mit Wildtieren in Kontakt gekommen ist, da eine Tollwutimpfung im Welpenalter noch nicht gemacht wird). Sie bekommen für den Welpen einen europäischen Heimtierpass. Bei Junghunden und ausgewachsenen Hunden muss die Tollwutimpfung mind. drei Wochen vor der Einfuhr in die Schweiz gemacht worden sein. 

Welpenkauf im Internet

Kaufen Sie niemals über Online-Plattformen einen Billig-Welpen, welcher Ihnen auf einem Rastplatz oder in sonstiger dubioser Umgebung übergeben wird. Hier handelt es sich in aller Regel um Hundehändler mit meist kranken und viel zu jungen Welpen! Für solche Hunde ist ein auch noch so günstiger Kaufpreis niemals gerechtfertigt. Die Erfahrung zeigt, dass unter Umständen die Behandlungskosten solcher Welpen ein Vielfaches dessen betragen können, was ein Welpe bei einem seriösen Züchter kostet. Zudem sind in der Regel die Papiere zum Hund gefälscht. Sollten Sie solch einen Welpen kaufen, unterstützen Sie die grausame Ausnützung der Mutterhündin als lebende Gebärmaschine, eingepfercht im Gitterverschlag, meistens in ihren eigenen Exkrementen liegend und von Schmerzen gekennzeichnet.

Hundekurse nicht mehr obligatorisch

Seit Januar 2017 gibt es keine schweizweit obligatorischen Hundekurse mehr. Das Parlament hat sich für die Abschaffung der obligatorischen SKN-Kurse entschieden. Dies gilt sowohl für den theoretischen wie auch für den praktischen Sachkundenachweis. Für Halter von bewilligungspflichtigen Hunden (Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotenzial, sogenannte Listenhunde) besteht in einigen Kantonen nach wie vor eine Kurs- und Prüfungspflicht. Insbesondere Personen, die erstmals einen Hund halten wollen, wird der freiwillige Besuch eines Kurses dringend empfohlen, damit sie lernen, ihren Hund artgerecht zu erziehen und rücksichtsvoll zu führen.