welche Lebensmittel für Haustiere schädlich oder sogar tödlich sind

Diese Nahrungsmittel sollten Haustiere meiden

Macadamia-Nüsse, Avocados, Schockolade... diese Lebensmittel können für sie eine köstliche Schleckerei sein, doch für unsere Haustiere sind sie absolut gefährlich.

Anbei eine Liste der wichtigsten menschlichen Nahrungsmitteln, die sie bei der Fütterung von Haustieren vermeiden sollten. Besteht der Verdacht, dass ihr Haustier etwas von den nachstehend aufgeführten Lebensmittel in hoher Dosis zu sich genommen hat, setzen Sie sich mit Ihrem Tierarzt in Verbindung oder mit der nächsten Giftzentrale.

Schokolade, Kaffee, Koffein

Dunkle Schokolade kann für Hunde schon in kleinen Mengen giftig sein. Der Wirkstoff Theobromin aus der Kakaobohne ist dafür verantwortlich. Dieser gehört zu den Methylxanthinen, der gleichen Stoffgruppe wie Coffein und Theophylin (in Tee enthalten). Coffein wird im Körper zu Theobromin und Theophylin abgebaut.

Bereits innerhalb von 2 bis 4 Stunden kommt es zum Auf­treten der ersten Symptome wie erhöhter Durst, Durchfall, Erbrechen und ein aufgetriebener Bauch. Je nach Dosis können sich die Symptome im weiteren Verlauf auch auf den Kreislauf und das zentrale Nervensystem ausweiten. Die Folgen sind Erhöhung von Blutdruck und Pulsfrequenz, Verengung der Blutgefäs­se im Gehirn, verringerte Reizschwelle des Nervensystems und dadurch Unruhe und Zittern bis hin zu Krampfanfällen. Ohne Behandlung kann eine Vergiftung innerhalb von 12 bis 36 Stunden zum Tod führen. Eine chronische Aufnahme (regelmässige Aufnahme über mehrere Tage) kann Herzversagen verursachen.

Die minimale Dosis von Coffein, die bereits zum Tod führen kann, beträgt 110 mg/kg KG beim Hund und 80 mg/kg KG bei der Katze, jene von Theobromin 100 mg/kg KG beim Hund. Milde bis moderate Symptome können aber bereits ab 20 mg/kg KG Coffein oder Theobromin auftreten, lebensbedrohliche Symptome ab 60 mg/kg KG. Je nach Kakaogehalt enthält dunkle Schokolade zwischen 5 und 26 mg/g Theobromin. Dagegen hat Milchschokolade nur ca. 2 mg/g und weisse Schokolade praktisch keines. Der Konsum von einer halben Tafel dunkler Schokolade kann daher bereits tödlich für einen 3 kg schweren Hund enden.

Alkohol

Alkoholische Getränke und Lebensmittel mit Alkohol können zu Erbrechen, Durchfall, verminderter Koordination des zentralen Nervensystems, Atembeschwerden, Krämpfe, anormale Blutsäure, Koma und sogar zum Tod führen.

Avocado

Die Blätter, Früchte, Samen und Rinde von Avocados enthalten Persin, die Erbrechen und Durchfall bei Hunden führen können. Vögel und Nager reagieren besonders empfindlich auf Avocado-Vergiftung und kann zu Blutstaus, Schwierigkeiten beim Atmen und Flüssigkeitsansammlung um das Herz führen, einige sogar mit Todesfolge.

Macadamia Nüsse

Macadamia-Nüsse werden häufig in Keksen und Süssigkeiten verwendet. Sie sind nur für Hunde toxisch. Sie können bei Verzehr zu Schwäche, Zittern, Koordinationsschwierigkeiten bis Lahmheit, Bauchschmerzen mit Erbrechen, blassen Schleimhäuten und Fieber über 40 °C  führen. Der Grund ist nicht bekannt.

Trauben und Rosinen

Auch die Weintraubenvergiftung kommt nur bei Hunden vor. Einnahme von Weintrauben, Rosinen und Traubentrester, welcher als Dünger gebraucht wird, bewirken in grösseren Mengen bei Hunden Nieren­versagen. Der Grund ist nicht bekannt. Interessanterweise sind aber nicht alle Hunde betroffen und bis jetzt wurde noch nie eine Rassendisposition festgestellt. Offenbar betrifft es nur einzelne Individuen. Ob die Trauben Kerne enthalten oder nicht, spielt für die Toxizität keine Rolle.

Eine Aufnahme von 10 – 30 g Traubenbeeren pro kg Körpergewicht (KG) oder ungefähr 2,8 g Rosinen (getrocknete Trauben) pro kg KG kann bereits zu Symptomen führen. Vergiftungserscheinungen treten nach wenigen Stunden bis zu einem Tag auf. Zunächst kommt es zu Erbrechen, danach zu Lethargie, Bauchschmerzen und eventuell Durchfall. Bei Aufnahme grösserer Mengen kann es zu akutem Nierenversagen und darauf folgendem Tod kommen. Die Tiere zeigen oft erhöhten Kalzium-, Phosphor- und Harnstoffgehalt im Blut. Mikroskopisch sind Nekrosen der Nierentubuli (abgestorbene Nierenkörperchen) sichtbar. Therapiert wird symptomatisch mit Infusionen. Zur Entlastung der Niere kann eine Dialyse durchgeführt werden. Diese Therapie ist aber sehr teuer und ist nicht immer erfolgreich.

 

Brot

Hefeteig kann im Verdauungstrakt des Tieres gären und zu Blähungen führen. Dies kann schmerzhaft sein und einen Magen-Darm-Bruch verursachen. Da das Risiko sich nach dem Kochen und Backen des Teiges reduziert, können die Tiere kleine Mengen von Brot als Leckerbissen verzehren. Allerdings sollten diese nicht mehr als 5 Prozent bis 10 Prozent der täglichen Kalorienzufuhr von ihrem Haustier ausmachen.

Knochen, Eier und rohes und halbrohes Fleisch

Rohes Fleisch und rohe Eier können Bakterien wie Salmonellen und E-coli, die schädlich für Haustiere sein können, enthalten.  Darüber hinaus enthalten rohe Eier ein Enzym namens Avidin, dass die Aufnahme von Biotin (ein B-Vitamin) verhindert, was Hautprobleme und der Haare verursachen kann. Ihrem Tier rohe Knochen zu geben, erscheint eine natürliche und gesunde Alternative, kann allerdings für ein Haustier gefährlich sein, weil es an den Knochen ersticken könnte oder diese seinen Verdauungstrakt perforieren könnten.

Xylitol

Xylit wird als Süssungsmittel in verschiedenen Produkten wie Kaugummi, Süssigkeiten, Backwaren und Zahnpasta verwendet. Es kann zur Freisetzung von Insulin, das zu Nierenversagen führt, kommen. Der Anstieg des Insulins verursacht Hypoglykämie (niedriger Blutzucker). Erste Anzeichen für eine Vergiftung sind Erbrechen, Lethargie und Koordinationsverlust. Fortschreitend können Anfälle auftreten. Erhöhte Leberenzyme und Nierenversagen treten innerhalb von wenigen Tagen auf.

Zwiebeln, Knoblauch, Schnittlauch

Dieses Gemüse und diese Kräuter können zu Magen-Darm-Reizungen und Schäden an roten Blutkörperchen führen. Obwohl Katzen anfälliger sind, sind Hunde auch in Gefahr, wenn sie eine ausreichend grosse Menge aufnehmen. Der Vergiftungsgrad wird in der Regel über  der klinische Symptome und mikroskopischer Bestätigung der Heinz-Körper diagnostiziert. Eine gelegentliche geringe Dosis, wie sie in Tierfutter oder Leckereien gefunden werden kann, wird wahrscheinlich keine Probleme hervorrufen, aber wir empfehlen, dass Sie an Ihre Haustiere keine grossen Mengen dieser Lebensmittel verfüttern.

Milch

Da Tiere keine wesentlichen Mengen an Laktase besitzen, können Milch und andere Erzeugnisse auf Milchbasis Durchfall und andere Verdauungsprobleme verursachen.

Salz

Grosse Mengen an Salz kann zu übermässigem Wasserlassen und Durst führen und sogar Natrium-Ion-Vergiftung bei Haustieren hervorrufen. Die Symptome Ihres Tieres durch zu viel salzige Lebensmittel können unter anderem zu Erbrechen, Durchfall, Depressionen, Krampfanfälle, erhöhte Körpertemperatur, Krämpfe und sogar zum Tod führen. Mit anderen Worten: behalten Sie Ihre salzigen Chips für sich!

Weitere Gefahrenquellen für Haustiere

Medikamente

Es erübrigt sich zu sagen, dass offen herumliegende Medikamente aus der Hausapotheke eine Gefahr für Haustiere sind. Für den Menschen scheinbar harmlose Medikamente können bei Tieren ganz andere oder viel stärkere Reaktionen auslösen. Beispiele sind Aspirin (Acetylsalicylsäure) und Dafalgan/Paracetamol (Acetaminophen). Beide Schmerzmittel schädigen bei Hund und Katze die Leber und werden im Körper durch dasselbe Enzym abgebaut. Bei der Katze ist dieses Enzym nur in ungenügenden Mengen vorhanden. Dadurch erfolgt der Abbau des Medikamentes sehr viel langsamer. Katzen vertragen darum nur sehr kleine Dosen davon.

Vorsicht ist auch geboten bei Einnahme über längere Zeit, da bei Mensch und Tier die Schleimhäute im Magen-Darm-Trakt angegriffen werden. Leberschädigungen bei Hund und Katze können auch durch andere Medikamente wie Valium und bestimmte Antibiotika (Tetracycline) hervorge­rufen werden.

Zimmerpflanzen

Eine andere Gefahrenquelle stellen Zimmer- und Gartenpflanzen dar. Viele davon beinhalten Giftstoffe, die unterschiedlich stark wirken. Eine der bekannten giftigen Pflanzen ist der Weihnachtsstern. Generell ist diese Pflanze schwach giftig und führt lediglich zu Magen-Darm-Problemen. Es gibt aber auch stark giftige Exemplare, deren Verzehr zu Magen-Darm-Symptomen mit Erbrechen, Untertemperatur, Zittern und dann zum Lungenödem führen, was tödlich enden kann.

Weitere Giftstoffe

Allgemein korrosive Substanzen wie Salze, Schwefel, Sal­peter, Phosphorsäure und Laugen wie Ammoniak oder Natriumhypochlorid können bei Kontakt Schädigungen von Haut und Schleimhaut verursachen. Diese Stoffe sind in Reinigungsmitteln, Batterien, Bleichmitteln, Entroster, Spülmaschinenpulver und vielen anderen Gebrauchsmitteln im Haushalt vorhanden. Andere gefährliche Stoffe, die in Haus und Garten gebraucht werden, sind Unkraut- (z. B. Paraquat), Nager- (Cumarine/Warfarine), Schnecken- (Metaldehyd) und Insektenbekämpfungsmittel.

Einige Insektenbekämpfungsmittel, die zur Behandlung von Ektoparasiten (Läuse, Zecken, Flöhe, Milben) beim Tier eingesetzt werden, wirken wenn oral aufgenommen giftig. Verschluckte Teile von Floh- oder Zeckenhalsbändern können daher Vergiftungen auslösen. Amitraz (Wirkstoff in Zeckenhalsbändern) beispielsweise verhindert im Körper die Freisetzung von Insulin. Folge der Einnahme ist eine Erhöhung des Blutzuckers.

Zusätzlich zu beachten sind Vergiftungen mit den Frostschutzmitteln Propylen- und Ethylenglykol. Die Substanzen sind süsslich im Geschmack und werden daher gerne vom Boden der Garage aufgeleckt. Die Aufnahme führt zu einer Schädigung der Niere.

Was tun bei Verdacht auf Vergiftung?

Bei einem Verdacht sollte unverzüglich der Tierarzt konsultiert werden. Die verdächtige Giftquelle muss in die Praxis mitgebracht werden, am besten mit Verpackung. Erbrochenes oder auch angefressenes Material ebenfalls mitbringen.

Bei Kontakt der mutmasslichen Giftquelle mit Haut, Fell, Schleimhäuten und Augen kann der Besitzer versuchen, diese mit lauwarmem Wasser vorsichtig auszuwaschen. Ist das Material trocken, kann versucht werden, es mit dem Staubsauger zu entfernen.