Garten anlegen für Wildbienen

Gärtnern für Wildbienen

Nach der grossen Blütengala des Sommers folgt der Herbst. Im Garten wird es zwar etwas ruhiger, aber nicht weniger bunt: Denn jetzt haben die Herbstblüher ihren grossen Auftritt. Darüber freuen sich besonders die Wildbienen.

Herbstblühende Stauden sorgen mit ihrem reichen Blütenflor für hübsche Abwechslung an nebligen Tagen. Für Wildbienen und andere Insekten sind diese Stauden ganz besonders wichtig, da um diese Jahreszeit das Nahrungsangebot knapp wird. Wer den kleinen Gästen mit insektenfreundlichen Blumen im Garten aushelfen möchte, sollte deshalb vor allem auf Herbstblüher achten. Einheimische Wildblumen oder Zierstauden mit ungefüllten Blüten sind bei den Winzlingen besonders beliebt, denn nur diese bieten genügend Pollen und Nektar. Zum Glück haben Hobbygärtnerinnen und -gärtner eine breite Auswahl an schönen und gleichzeitig nützlichen Herbstblühern, die jetzt noch gepflanzt werden können.

Den Reigen führt die Prachtkerze (Gaura lindheimeri) an: Ihre rosa-weissen Blüten halten nur einen Tag – da sich aber permanent neue Knospen bilden, dauert der Blüten­reigen von Juli bis zum ersten Frost an. Über Blüten in un­vergleichlichem Blau verfügt die Wegwarte (Cichorium intybus). Die hübsche Wegbegleiterin hat zwar einen etwas sparrigen Wuchs, kommt aber auch in kargen Verhältnissen gut zurecht und verfügt erst noch über Heilkräfte.

Gute Taten für den Frühling

Eine beliebte Nektar-Station bei Wildbienen ist im Herbst zudem die hübsche Sonnenbraut (Helenium-Hybriden), die mit bis zu anderthalb Metern Höhe einen strahlenden Auftritt hat und gute Laune im Beet versprüht. Deutlich kleiner präsentieren sich die herbstblühenden Bodendecker Felsen-­Fetthenne (Sedum reflexum) und Lerchensporn (Corydalis lutea) – ersterer bevorzugt eine vollsonnige Lage, während der Lerchensporn besser für schattige Standorte geeignet ist.

Der Gewöhnliche Blutweiderich (Lythrum salicaria) hingegen steht aufgrund seines stattlichen Wuchses am besten als Solitär im Beet. Er lockt von Juli bis Oktober mit seinen signalfarbenen, attraktiven Blüten zahlreiche Wildbienen an. Auch der Natternkopf (Echium vulgre) ist stets von einem Schwarm Insekten umsurrt, die von seinen nektarreichen Blüten von Mai bis Oktober kaum den Rüssel lassen können. Wer im Herbst die Stauden in seinen Garten pflanzt, kann zudem auch gleich Krokus-Zwiebeln in die Erde setzen. Die Krokusblüten sind ab Februar die erste Nahrungsquelle für Wildbienen und Hummeln.

Ein Sandkasten für die Kleinen

Doch nicht nur mit der richtigen Pflanzenauswahl kann man Wildbienen Gutes im Garten tun. Naturgärten können mit sandigen Plätzen und Wegen, unbefestigten Fugen in Plattenbelägen und Trockenmauern wichtige Nistplätze für Wildbienen sein. Viele Wildbienen – wie etwa die Sandbienen – nisten im Erdboden. Mit einem Kübel voll Sand und Kies an einem sonnigen Standort können sowohl Garten- als auch Balkonbesitzer den Tieren zusätzlich einen Nistplatz schaffen.

Auch Wildbienenhotels sind bei den Insekten hoch im Kurs – sowohl als Kinderstube als auch als Rückzugsort im Winter. Denn im Gegensatz zu den Honigbienen leben Wildbienen als Einzelgänger und nicht in einem Staat. Sie sind deshalb gern gesehene Gäste im Insektenhotel. Gut eignen sich für Solitärbienen abgelagerte Hartholzstücke, zum Beispiel Eschenholz. Hier werden senkrecht zum Faserverlauf Löcher mit drei bis acht Millimeter Durchmesser hineingebohrt. Wichtig dabei ist, dass sie mindestens fünf Zentimeter tief sind. Als Alternative nehmen Wildbienen auch gerne hohle Bambusstängel-chen an, um darin die Brut aufzuziehen. Da sie kein Volk zu verteidigen haben, sind Wildbienen sehr friedlich. Stiche sind selten, denn bei den meisten Arten ist der Stachel so kurz, dass er nicht durch die Haut des Menschen reicht. Deshalb: Keine Angst, wenn es im Garten kräftig summt.

Literatur

Bienenfreundlich Gärtnern
Pflanzideen für alle Standorte
von Katrin Lugerbauer
BLV Buchverlag 2018
ISBN: 978-3-8354-1890-5

Wildbienenhelfer
Wildbienen & Blühpflanzen
von Anja Eder
Verlag Tipp 4 2018
ISBN: 978-3-943969-20-7