Wie man Katzen mit Düften locken oder abschrecken kann

Zwar sind die Geschmäcker verschieden, dennoch kann man mit dem einen oder anderen Geruch das Leben seiner Katze bereichern – oder eben einschränken.

Wer einen sturen Vierbeiner an seiner Seite hat, wird diesen Trick vielleicht kennen. Ein bisschen Katzenminze in die Transportbox getröpfelt und schon sitzt die Mieze drin. So einfach ist das – oder sollte es sein. Denn auch wenn dieses Kraut als das Wundermittel gilt, wickelt es längst nicht jede Nase ein. Aber nicht verzweifeln, es gibt noch eine Reihe anderer Substanzen, denen eine ähnliche Wirkung nachgesagt wird. Andersherum schlagen auch viele Düfte die Stubentiger in die Flucht und schützen so manchen Garten. Aber was hat es eigentlich auf sich mit den Gerüchen und den Katzen?

Zum einen liegt es an der enormen Anzahl der Geruchs­zellen. Während der Mensch über höchstens 20 Millionen verfügt, hat die Katze mehr als 65 Millionen, die auch noch doppelt so gross sind wie die menschlichen. Zum anderen wird das Büsi – ebenso wie viele andere Wirbeltiere – unterstützt vom Jacobson-Organ. Dies befindet sich am Gaumen auf der Höhe der Schneidezähne und ist der Grund für manchen entrückten Gesichtsausdruck. Öffnet die Katze ihr Maul, wölbt ihre Zunge, zieht ihre Oberlippe hoch und reckt ihren Kopf nach hinten, lacht sie nicht etwa, sondern flehmt und nimmt gerade einen besonders interessanten Geruch wahr. Denn die Luft, die sie dabei einsaugt, vermischt sich im Mund mit ihrem Speichel und wird von der vibrierenden Zunge zum besagten Organ geleitet. So nimmt sie die Gerüche nicht nur intensiver wahr, sondern kann sie auch genauestens analysieren und besser abspeichern.

Auf den Geruch ist Verlass

Dieser ausgezeichnete Geruchssinn macht sich direkt nach der Geburt bemerkbar und führt die Welpen zielsicher an die Zitzen der Mutter, wohingegen sich die Augen erst nach über einer Woche öffnen. Und auch bei der Jagd und der Begegnung mit Artgenossen steht dieser Sinn an vorderster Front. Im Zusammenleben mit den Menschen macht er sie allerdings berechenbar, denn clever eingesetzt, kann man mit den richtigen Stoffen unbeliebte Landstreicher von Haus und Hof vertreiben und Krallen von Möbeln fernhalten.

So verteiben Sie Katzen aus dem Gartenbeet:

  • Knoblauch: Eine Zehe an der Stelle vergraben, die zum Klo auserkoren wurde, und die Häufchen im Gartenbeet gehören der Vergangenheit an.
  • Kaffeesatz und Rindenmulch: Stubentiger meiden diese Gerüche, zum Düngen eignen sich aber beide Stoffe bestens.
  • Storchschnabel: Die für den Menschen angenehmen ätherischen Öle dieses Bodendeckers schützen ebenfalls das Blumenbeet vor lästigem Kot.
  • Harfenstrauch: Die sogenannte «Verpiss-dich-Pflanze» sollte im Abstand von einem Meter um die Beete gepflanzt werden und beleidigt mit ihrem Mentholgeruch fast jeden kätzischen Geruchssinn.
  • Apfelessig: Am besten in eine Sprühflasche füllen und die bevorzugten Pinkelstellen damit befeuchten. Nach einem Regen muss man die Prozedur jedoch wiederholen.
  • Zitronengras, Koriander und Lavendel: Im Topf oder klein geschnitten in ein Tuch gewickelt, helfen diese Pflanzen in der Wohnung gegen unerwünschte Duftmarken.

Andersherum kann man Büsis an Katzenklo, Kratzbaum und andere Gegenstände gewöhnen, da sie von einigen Düften regelrecht betört werden.

Diese Düfte lieben die Katzen:

  • Matatabi: In Japan gilt das sogenannte «Kiwi für Katzen» als das wirksamste Katzenkraut der Welt. Mit einem Cocktail verschiedener Duftstoffe, die allesamt eine anziehende Wirkung haben, löst es ein extremes Wohlgefühl aus.
  • Tartaren-Heckenkirsche: Holz und Blätter der Heckenkirsche enthalten ätherische Öle, die sehr anregend wirken. Vorsicht allerdings vor den Beeren: Sie sind für Katzen und für Menschen giftig!
  • Katzengamander: Interessant sind hier vor allem die Blätter, wo die Konzentration der ätherischen Öle am stärksten ist. Wer keinen Garten hat, kann diesen Duft auch in Form von Öl im Innenraum einsetzen, um so etwa den Kratzbaum beliebt zu machen.
  • Katzenminze: Dieser zitronenähnliche Geruch zieht hauptsächlich geschlechtsreife männliche Katzen in seinen Bann und entspannt sie mitunter so stark, dass sie wie berauscht wirken. Bei faulen Tieren weckt Katzenminze dagegen den Bewegungsdrang. Generell lässt sich so oft ein Umzug oder die Vergesellschaftung zweier Tiere besser meistern. Grund dafür ist vermutlich der Inhaltsstoff Actinidin, der dem Geruch von weiblichem Katzenurin ähnelt.
  • Baldrian: Die meisten Samtpfoten sind völlig aus dem Häuschen, wenn sie an diesem sogenannten Katzenkraut schnuppern und lecken, das an stark riechenden Käse erinnert. Dafür einfach einen Tropfen oder einen Spritzer auf Büsis Lieblingsspielzeug geben und ihm den rund fünfminütigen Rausch gönnen. Aber Obacht: Auf jede zweite Katze soll es wie ein Halluzinogen wirken! Zudem dürfen die Tiere den mit Baldrian getränkten Füllstoff auf keinen Fall fressen. Das kann tödliche Folgen haben.

Solche angenehmen Düfte eignen sich übrigens auch für Stubentiger, die den kompletten Haushalt als ihre Toilette betrachten, denn gut riechende Plätze werden normalerweise nicht als Klo verwendet. Nach der Benutzung sollte man die Stoffe – egal ob abschreckend oder anlockend – in der Regel luftdicht aufbewahren, damit die ätherischen Öle sich nicht verflüchtigen.